Kölner Haie zwischen Brunnen und Buffets

Die "Alex Hicks Initiative"Die "Alex Hicks Initiative"
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Der Sommer naht und in fast allen populären Sportarten stehen die Meister fest. Die Bilder jubelnder Sportler erreichen uns fast wöchentlich und auch die Reaktionen der Beteiligten ähneln sich. Man werde das Erreichte erst in einigen Tagen realisieren können, heißt es

oft. Gibt es tatsächlich einen Unterschied zwischen einer gefeierten und einer empfundenen Meisterschaft? Die Kölner Haie wurden zu ihrer eigenen Überraschung Deutscher Eishockey - Meister und ihr Geschäftsführer Holger Rathke kann die Frage folglich am besten beantworten. "An der Theorie ist was dran," erklärt er. "Alleine schon

die ganzen organisatorischen Dinge im Zusammenhang mit dem Titelgewinn (Empfang im Rathaus, Meisterfeier vor der Kölnarena) lassen zunächst die richtig euphorische Stimmung gar nicht aufkommen. Das erste Mal durchatmen konnte ich eigentlich beim Länderspiel zwei Tage später -

von da ab machte sich dann auch die Erleichterung bemerkbar. Womit ich im Moment noch so meine Schwierigkeiten habe, sind die "Frotzeleien"

der Kollegen. Bei der Gesellschafterversammlung kam bspw. Max Fedra und sagte: "Hey Meister, Du musst jetzt das Büffet eröffnen."

Mannheims Geschäftsführer Binder sagte mir, dass das frühestens im Februar nachlässt." Selbst hohe Funktionäre brauchen einige Zeit, um Meisterschaften zu realisieren. "Gernot Tripcke hatte einen Lacherfolg

auf der letzten Gesellschafterversammlung, als er Mannheim zur Deutschen Meisterschaft gratulierte ... wohl die Macht der Gewohnheit, war ihm ziemlich peinlich ..."

Meisterfeiern sind fröhlich und ausgelassen, manche Anekdote erzählt man sich intern noch nach Jahren und muss damit nicht unbedingt an die Öffentlichkeit gehen. Andere Geschichten jedoch darf man den Fans einfach nicht vorenthalten, vor allem wenn Mannschaftsleiter Marc

"Magic" Müller im Mittelpunkt steht. "Die "Aktionen" von Magic Müller waren ganz sicher die Highlights", grinst Holger Rathke. "Auf der Rückfahrt von Mannheim musste er eine Wette einlösen und im Mannheimer Schlosspark nackt im Springbrunnen baden. Mit Rücksicht auf die Öffentlichkeit habe ich die Journalisten damals nicht darüber

informiert. Jörg Mayr war der Einzige, der die Aktion gefilmt hat. Wir haben Magic auferlegt, dass er die Badehose anlassen muss, trotzdem haben Mütter ihren Kindern die Augen zugehalten. Später ist Magic an einer Raststätte noch "leicht alkoholisiert" über einen Wasserkasten

gestolpert und hat sich die Bänder im Fuß gerissen", bedauert der Kölner Geschäftsführer und sondiert wohl schon Angebote für die Rechte an Jörg Mayrs Videofilm. Wir wünschen "MMM" derweil gute Besserung. Er

mag sich damit trösten, dass er im Gegensatz zu manch jungem Fussball - Nationalspieler einen guten Grund für seine Verletzung hat...

Nun geht der Blick nach vorne, Meisterschaften wollen verteidigt werden und der neue Haie Coach Hans Zach wird in wenigen Wochen seinen neuen Job am Rhein antreten. Das heißt, er hat ihn eigentlich schon längst angetreten, denn der arbeitswütige Tölzer schaute bereits vor Wochen bei seinem neuen Arbeitgeber vorbei. Holger Rathke bestätigt:

"Hans Zach war schon am Morgen nach dem Viertelfinal -Aus bei der WM bei uns im Büro und hat engagiert mit uns über die neue Saison gesprochen. Auch jetzt im Urlaub auf Ischia hat er sich die Pressetexte zufaxen lassen."

Na dann, falls Hans Zach jetzt gerade auf Ischia diesen Text liest: Schöne Grüße aus Köln! Und Ihren neuen Mannschaftsleiter erkennen Sie an den Krücken und daran, dass ihn die Spieler so komisch angrinsen...

Alexander Brandt