Kölner Haie sichern sich AuswärtspunkteFelix Schütz mit Drei-Punkte-Spiel

Felix Schütz (links) erzielte zwei Tore und eine Vorlage für die Kölner Haie beim Auswärtsspiel gegen die Straubing Tigers. (Foto: Sandra Wichmann)Felix Schütz (links) erzielte zwei Tore und eine Vorlage für die Kölner Haie beim Auswärtsspiel gegen die Straubing Tigers. (Foto: Sandra Wichmann)
Lesedauer: ca. 6 Minuten

Dass die Kölner gerade eine derbe Klatsche gegen München hinter sich hatten, merkte man nicht, diese war komplett aus den Kleidern. Das erklärt der Kölner Philip Gogulla so: „Man muss das klar analysieren und das 0:6 war ein bisschen zu hoch, trotzdem war München überlegen und wir haben verdient verloren. Aber es bringt ja nichts, wenn wir uns da alle mental zerfleischen würden. Wir wollten heute drei Punkte holen, das hat man gesehen. Jeder hat für den anderen gekämpft und so muss das auch sein. Ich denke, das war die passende Antwort auf München.“ Nach dem Spiel gegen München musste Goalie Justin Peters einiges einstecken, heute war er auf jeden Fall fehlerfrei und zeigte ein starkes Spiel. Philip Gogulla stimmt zu und stellt sich vor seinen Goalie: „Absolut. Zu unserem Business gehört Kritik dazu. Es gibt so viele Menschen, die immer was erzählen, das sollte man sich nicht immer alles so zu Herzen nehmen. Er ist ein überragender Torwart und momentan natürlich ein ganz wichtiger Bestandteil für uns und hat heute ein richtig starkes Auswärtsspiel gemacht.“ Auch Kölns Coach Peter Draisaitl lobt den Goalie: „Straubing hatte auch seine Chancen, aber Justin Peters hat den Rest für uns erledigt, speziell im ersten und zweiten Drittel. Da waren ein paar gefährliche Situationen gegen uns.“

Straubing lässt die Chancen liegen

Da die Straubinger zurzeit in einem Hoch spielen, entwickelte sich ein über weite Strecken ausgeglichenes erstes Drittel. So war es am Drittelende bis auf das bessere Bullyspiel der Haie auch eine ausgeglichene Statistik. Unter dem Strich fand Straubings Coach Tom Pokel aber, dass hier das Spiel verloren wurde: „Für uns war die entscheidende Phase im ersten Drittel, als wir unsere Chancen nicht genutzt haben.“ Denn er sah viel Positives: „Wir hatten einen guten Start. Es war von beiden ein schnelles Spiel. Wir waren insbesondere mit den Powerplays einen Tick besser.“ Auch sein Verteidiger Alex Dotzler fand: „Das erste Drittel war gut.“ Bei fünf gegen fünf waren die Schüsse der Haie aber eine Spur gefährlicher, sodass Drew MacIntyre ein starkes Drittel spielen musste, um die Null zu halten. Straubings beste Phase war während einer 50-sekündigen doppelten Überzahl. Hier war nicht nur Justin Peters sehr gut aufgelegt, sondern auch die Latte, die Mike Connolly traf. Zehn Sekunden vor der ersten Pause dann ein Solo von Adam Mitchell, doch auch das konnte nicht vergoldet werden und so ging es ohne Tore in die Kabinen.

Haie beißen zu

Im Mitteldrittel waren die ersten Minuten noch offen, doch dann bekamen die Haie immer mehr Oberwasser und konnten durch ein abgefälschtes Tor von Sebastian Uvira in Führung gehen. Aus Tom Pokels Sicht war das die entscheidende Szene: „Im zweiten Drittel hat das erste Gegentor uns die Luft rausgenommen. Wir hätten besser reagieren müssen.“ Es folgte Kölns stärkste Phase der ganzen Partie und Pokel nahm schon in der 29. Minute seine Auszeit, doch das war auch bitter nötig. Alex Dotzler über den Mittelabschnitt: „Im zweiten Drittel haben wir denen zu viele Chancen gegeben. Durch die Strafen haben die dann auch immer mehr Zeit in der Offensive bekommen, das baut natürlich eine Mannschaft wie Köln auf, die offensiv sehr stark ist.“ Die Tigers kämpften sich zurück in die Partie und kamen wieder zu Chancen. Doch erneut scheiterte Mike Connolly bei einem Solo, diesmal gar in Unterzahl. Das war die große Chance zum Ausgleich. Beim Gespräch mit Philip Gogulla über diese Szene meint Mo Müller lachend im Vorbeigehen: „Hätte, hätte, Fahrradkette.“ Recht hat er – trotzdem war das ein immens wichtiger Save. Gogulla sagt dazu: „Den hat Peters super gehalten, er ist lange stehen geblieben und hat nichts gegeben. Das war ein ganz wichtiger Save im Spiel.“ Pokel ist mit dem Abschnitt nicht sonderlich zufrieden: „Die einzigen zwei Chancen im zweiten Drittel war die 2:1-Situation und der Alleingang von Connolly.“

Felix Schütz spielt seine Klasse aus

In den letzten 20 Minuten war dann noch mal einiges los. Dabei hatte vor allem Felix Schütz immer seinen Schläger dazwischen. Zunächst nutzt er den Platz, den es beim Spiel vier gegen vier gab, zu einem unwiderstehlichen Solo, das er an der blauen Linie begann. Kurz darauf zieht er aus der Distanz ab und sorgt für die Vorentscheidung. Nun lief die Uhr gegen die Tigers, doch geschlagen geben wollten sich die Niederbayern noch nicht. Mike Connolly setzt mit einem 40-Meter-Traumpass Maury Edwards ein und der Verteidiger drischt den Puck zum Anschluss in die Maschen. Coach Pokel hatte Hoffnung, die sich aber schnell wieder zerschlagen hat: „Nach dem 1:3 waren noch viereinhalb Minuten zu spielen, genügend Zeit und dann nehmen wir die unnötige Strafe. Damit war das Comeback dahin.“ Straubings Stürmer stellten sich nicht sonderlich clever an und nahmen eine Strafe an der Mittellinie und eine noch unnötigere hinter dem eigenen Tor. Da zwischenzeitlich auch ein Kölner raus musste, war es nur eine einfach Überzahl, aber jede Menge Platz für Ben Hanowski bei seinem Tor das den Sack endgültig zu machte. Philip Gogulla ist der Meinung: „Wir haben ein sehr solides Auswärtsspiel gemacht, haben es zum Schluss aber nochmal unnötig spannend gemacht. Nichts desto trotz haben wir zur richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht und verdient gewonnen.“ Gegenspieler Dotzler sagte: „Im letzten Drittel haben die ihre Chancen einfach eiskalt ausgenutzt.“

Nachgefragt

Tom Pokel resümiert: „Der Ausfall von Madaisky hat eine gewisse Kettenreaktion im ganzen Kader ausgelöst.“ Und er stellt fest: „Wir haben heute nicht mit vier stabil ausgerichteten Reihen gespielt, das war nicht der Rhythmus, den wir haben wollten. Wir hatten ein besseres Spiel erwartet, das war eine bittere und enttäuschende Niederlage.“ Kölns Coach Peter Draisaitl beginnt seine Analyse in der Vorbereitung: „Wir wussten, dass Straubing in den letzten paar Wochen aufgrund der Siege ziemlich Selbstvertrauen getankt hatte, dass sie gut gespielt haben und dass uns nichts Einfaches erwartet. Ich denke, dass alle vier Reihen stabil gespielt haben. Wir haben heute ganz gut gegen die Scheibe gespielt. Auch alle Verteidiger waren verbessert. Insgesamt können wir mit dem heutigen Spiel sehr zufrieden sein.“ Alex Dotzler hadert mit dem Spiel: „Die haben kein unschlagbares Eishockey gespielt. Hätten wir einfach unsere Chancen etwas cleverer gespielt, hätten wir vielleicht eine größere Chance gehabt, das Spiel zu gewinnen.“ Verloren hat man es aus seiner Sicht aus zwei Gründen: „Definitiv zu viele Strafen und ihre Chancenverwertung war viel besser. Wir waren einfach nicht nahe genug an denen dran.“ Doch auch ihm bleibt nur der Blick nach vorne: „Wir brauchen Punkte, da es ist natürlich super, dass so viele Fans mit dem Sonderzug nach Schwenningen kommen und uns unterstützen. In Schwenningen und Wolfsburg ist es nicht einfach zu spielen und darum versuchen wir, mit unserem siebten Mann die Punkte mitzunehmen.“

Statistik

Tore: 0:1 (22:36) Sebastian Uvira (Dylan Wruck, Moritz Müller), 0:2 (45:16) Felix Schütz (Philip Gogulla, Shawn Lalonde), 0:3 (48:51) Felix Schütz (Pascal Zerressen, Philip Gogulla), 1:3 (55:20) Maury Edwards (Mike Connolly), 1:4 (58:11/PP) Ben Hanowski (Felix Schütz).

Schiedsrichter: Benjamin Hoppe, Cori Müns; Linienrichter: Andreas Flad, Gabriel Gaube.

Strafen 12:8 (2:4, 4:0, 6:4).

Zuschauer: 4067.

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