Kölner Haie beißen zurück – Augsburg überfährt NürnbergDEL kompakt

Die Kölner Haie setzten sich diesmal gegen die Grizzlys Wolfsburg durch und vermieden so das vorzeitige Ausscheiden. (Foto: dpa)Die Kölner Haie setzten sich diesmal gegen die Grizzlys Wolfsburg durch und vermieden so das vorzeitige Ausscheiden. (Foto: dpa)
Lesedauer: ca. 4 Minuten

Adler Mannheim – Eisbären Berlin 3:1 (0:0, 0:0, 3:1)
Play-off-Stand: 3:2

Hochklassiges, rassiges Play-off-Eishockey zeigten beide Teams von Beginn an. Beide Mannschaften standen aber auch solide in der Verteidigung, so dass die ganz großen Chancen aber zumeist ausblieben. Die Eisbären waren die ersten zehn Minuten zwar die bessere Mannschaft, doch am Ende des ersten Abschnittes hatten die Mannheimer ein Schussplus von 11:3.

Berlin zeigte erneut schwächen im Überzahlspiel, doch auch die Adler fanden keinen Weg ins Tor. Dabei wurde die Partie hitziger und war nichts für schwache Nerven. Hüben wie drüben suchten beide Teams das Tor, doch beide Goalies hatten einen hervorragenden Tag. Somit endete auch das Mitteldrittel torlos.

Auf der Suche nach der Entscheidung begannen die Mannheimer mit dem fünften Überzahlspiel. Das war zwar besser als alles was die Eisbären bisher zeigten, doch auch nicht vom Erfolg gekrönt. In der 46. Minute brachte Luke Adam dann aber die SAP-Arena zum Beben und die Kurpfälzer in Führung. Jetzt war der Bann gebrochen und Garrett Festerling (50.) legte nach. Aufgrund des deutlichen Schussverhältnisses ging das auch so in Ordnung. Berlin machte es aber nochmal spannend, denn Julian Talbot (55.) konnte verkürzen. Die Eisbären drehten nochmal richtig auf und hatten irre Chancen, doch Mannheims Drew MacIntyre zeigte sein ganzes Können. Als Petri Vehanen vom Eis ging lupfte Carlo Colaiacovo (60.EN) den Puck von der Mittellinie aus ins leere Tor. Damit können die Adler am Sonntag den Sack zumachen.

Zuschauer 13.600 (ausverkauft).

Kölner Haie – Grizzlys Wolfsburg 3:1 (0:1, 2:0, 1:0)
Play-off-Stand: 2:3

Den Auftakt in das Alles-oder-Nichts-Spiel machte Wolfsburgs Tyler Haskins mit einem brillant vorgetragenen Konter, doch Kölns Star-Goalie Gustaf Wesslau wusste das Tor zu verhindern. Auf der anderen Seite zeigte sich Christian Ehrhoff wieder mal von seiner besten Seite, doch auch seine Bemühungen blieben fruchtlos. Eben jener Ehrhoff sah beim 1:0 durch Gerrit Fauser (13.) denkbar schlecht aus. Mit einem grenzwertigem Check klaut der Wolfsburger dem Ex-NHL-Spieler die Scheibe und zockt dann auch noch Wesslau ab. Insgesamt hatten die Niedersachsen mehr vom ersten Abschnitt, somit war die knappe Führung auch in Ordnung.

Flott und munter ging es auch in den Mittelabschnitt. Zwar hatte Kai Hospelt die erste Chance, doch dann tauchten die Haie immer wieder gefährlich auf. Mitunter setzten sich die Haie im Wolfsburger Drittel fest. Mitten in die Kölner Druckphase traf Aubin den Pfosten. Doch dann packt Shawn Lalonde in Überzahl (34.PP) den Hammer aus. Mit einem wuchtigen Schuss schießt er und trifft zunächst einen Wolfsburger Schläger. Doch dieser fälschte unhaltbar ins eigene Grizzlys-Tor ab. Die Haie drauf und dran das Spiel zu drehen und die Wolfsburger zu passiv. In der letzten Minute des Mitteldrittels war es der ewig arbeitende Travis Turnbull (40.PP), der das Spiel im Powerplay tatsächlich drehte. Köln stemmte sich also nach Kräften gegen das drohend0e Aus.

Wieder hatten die Gäste den besseren Start. Für die Kölner vergaben Turnbull, Sulzer und Bayers. Es war weiterhin eine unglaublich spannende und intensive Partie. Alles was Rang und Namen hat, setzte sich in Szene und jeder durfte es mal versuchen. Für die Entscheidung sorgte Kai Hospelt (60.EN). Somit geht die Serie zurück nach Wolfsburg.

Zuschauer 11.368.

Thomas Sabo Ice Tigers – Augsburger Panther 1:5 (0:3, 0:1, 1:1)
Play-off-Stand: 2:3

Vor der Partie musste man erstmal die Ausfälle sortieren. Bei den Franken fehlten mit Leo Pföderl, Colten Teubert, Milan Jurcina und Andrew Kozek vier Akteure. Die Schwaben mussten auf Michael Davies, Evan Trupp und Jonathan Boutin verzichten. Durch zwei frühe Strafen brachte die Augsburger die Nürnberger ins Spiel und so hatte Ben Meisner mehr zu tun, als ihm lieb gewesen sein dürfte. Doch kaum waren die Panther komplett, schlugen sie mit einem Konter zu. Justin Shugg (9.) bezwang Andy Jenike erstmals. Zum zweiten Mal musste der 28-jährige Goalie nach einem Schuss von Brady Lamb (15.) hinter sich greifen. Strafe für Nürnberg – 3:0 für Augsburg. Torschütze diesmal Gabe Guentzel (17.PP). War es das schon? Für den Eröffnungsabschnitt schon.

Abschnitt zwei begann mit einem Torhüterwechsel der Nürnberger. Ab Minute 21. stand Jochen Reimer im Gehäuse. Tore gab es vorerst keine mehr, dafür gerieten Prust und Lamb aneinander. Obwohl noch einiges zu spielen war, sorgte Trevor Parks (24.) kurz nach der Keilerei für die Vorentscheidung. Die dicke Chance zum Anschluss hatte Marco Pfleger. Doch er konnte den zugesprochenen Penalty nicht verwerten. Nürnberg gab sich aber noch nicht geschlagen und fuhr wütenden Angriffe. Augsburg nur noch am Verteidigen und erneut in Unterzahl. Doch die Penaltykiller machten am heutigen Abend einen ausgezeichneten Job.

Im Schlussdrittel war zunächst etwas die Luft raus. Die Panther mussten nicht mehr und die Ice Tigers konnte oder wollten nicht mehr. Dass Augsburg Überzahl spielen kann, zeigten sie schon in der Hauptrunde. Brady Lamb (47.PP) machte endgültig einen Strich unter das Spiel. In der 58. Minute wurde Ben Meisner dann aber doch noch der Shutout geklaut. Torschütze war Philippe Dupuis. Augsburg kann damit im Heimspiel am Sonntag ins Halbfinale einziehen.

Zuschauer 7.672 (ausverkauft).