Köln stoppt Straubings SiegeszugAbend der Goalies

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Für Straubings Connor James war es das 400. DEL-Spiel, dieser meinte nach der Begegnung: „Ich habe nicht gewusst, dass es schon so viele sind, ich bin etwas überrascht. Aber ich bin definitiv stolz darauf und hoffe, dass es noch viele werden.“

Auch wenn weder Gustaf Wesslau noch Matt Climie ohne Gegentor blieben, so war man sich nach dem Spiel einige darüber, dass beide einen großartigen Abend hatten. Straubings Coach Larry Mitchell meinte: „Wir haben ein Spiel mit einer tollen Kulisse und zwei starken Torhütern gesehen. Deswegen stand es nach 65 Minuten 1:1.“ Auch Verteidiger Austin Madaisky lobte die Herren zwischen den Pfosten: „Climie spielte hervorragend und hat uns die Chance auf den Sieg gegeben. Auch Wesslau spielte sehr stark und zeige einige tolle Saves, auch im Shootout.“

Nicht zuletzt wegen der Goalies gab es keine Tore im ersten Abschnitt, indem die Hausherren ein deutliches Übergewicht hatten, was sich in einer Schussstatistik von 22:8 widerspiegelte. Köln hatte die besten Chancen in Überzahl, indem sich vor allem Shawn Lalonde als Dauerschütze hervortat. Auch die Tigers hatten im Powerplay einiges zu bieten, doch Gustaf Wesslau war ebenso eine Bank wie Matt Climie. Kölns Coach Cory Clouston sagte nach der Partie: „Die Tigers kamen hart aus der Kabine, sie haben die erste Hälfte des Spieles kontrolliert.“ Patrick Hager erklärt, warum das so war: „Es war relativ schwieg für uns, in der Phase Druck aufzubauen, weil Straubing gut verteidigt hat und auch nicht viel Risiko gegangen ist. Sie haben versucht, schnell aus der eigenen Zone zu kommen und ihre schnellen Außen zu schicken. Das haben wir gewusst, darauf waren wir eingestellt. Aber wir sind nicht so in unseren Forecheck und in die neutrale Zone gekommen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir waren zu kompliziert und hatten oft ein schlechtes Timing.“

Auch im Mitteldrittel sah man zunächst, wer Herr im Haus ist. Doch Köln kam immer besser in die Partie. Hager meint: „Je länger das Spiel gedauert hat, umso besser sind wir in die Forecheck-Situationen gekommen und umso mehr Zweikämpfe haben wir gewonnen.“ Doch Matt Climie wehrte auch brandgefährliche Pucks ab. Auf der andern Seite nutzen die Tigers eine Überzahl zur Führung. Kölns Moritz Müller merkt an: „Ich denke, wir sind heute auf selbstbewusste Straubinger getroffen. Die standen sehr gut und haben sehr clever gespielt.“

Im Schlussabschnitt waren die Chancen auf beiden Seiten rar gesät. Doch eine der wenigen Möglichkeiten nutzten die Gäste zum Ausgleich, wobei es sich um ein Eigentor der Niederbayern handelte, da die Scheibe vom Schuh eines Straubinger über die Linie bugsiert wurde. Somit mussten die Teams Überstunden leisten. Doch auch in der Overtime fand sich kein Sieger. Die Entscheidung fiel erst im achten Penalty, zuvor waren beide Goalies nicht zu überwinden. Dragan Umičević war es vergönnt, den Zusatzpunkt nach Köln zu holen. Moritz Müller erinnert sich so: „Der Schlüssel für uns war, dass wir weiter angelaufen sind. Von Minute zu Minute ist der Druck höher geworden, den wir aufgebaut haben. In der Overtime waren nur noch wir an der Scheibe. Ich denke, wir wollten es am Ende etwas mehr und haben uns die beiden Punkte verdient.“

Cory Clouston meinte: „Wir haben einen Weg gefunden zu siegen.“ Doch auch Larry Mitchell ist alles andere als unzufrieden: „Ich denke, beide Mannschaften haben Play-off-Eishockey gezeigt. Ich muss meine Jungs loben, wir haben das zehnte Mal in den letzten elf Spielen gepunktet und in vier Spielen gegen die Kölner Haie acht Punkt zu holen, verdient meinen Respekt.“

Jubilar Connor James hält den erspielten Punkt durchaus für wertvoll: „Ich denke, wir haben gut gespielt, aber die sind ein gutes Team, das auch um einen Play-off-Platz spielt. Es war ein enges Spiel, wir haben nicht die Punkte, die wir wollten, aber immerhin einen behalten. Wir werden einfach nach vorne schauen und weiter machen.“

Torschütze Patrick Hager findet Lob für beide Seiten: „Ich glaube, dass beide Mannschaften einen Aufschwung haben. Wir haben gewusst, dass Straubing die letzten Wochen sehr gut gespielt hat. Es war ein sehr schnelles Spiel, jede Mannschaft hat versucht, ihr Spiel durch zu bekommen. Ich glaube, wenn man das Spiel anschaut, ist das Unentschieden nach 60 Minuten gerecht.“ Dann plaudert er ein bisschen aus dem Nähkästchen und erklärt, was sich seit dem Trainerwechsel geändert hat: „Es ist ein komplett anderes System. Wir haben vorher mit einer defensiven Dreierreihe und in der eigenen Zone einen Overload gespielt, wo wir mit drei Mann in die Ecken gegangen sind. Jetzt spielen wir das klassische kanadische System 1-2-2 in der neutralen Zone. Es ist neuer Schwung in der Kabine.“

Straubing will am Sonntag in Berlin punkten. Für Köln, die zunächst in Niederbayern bleiben und am Samstag noch eine Eiszeit in Straubing nehmen, geht es dann nach Augsburg. Über den kommenden Gegner sagt Moritz Müller: „Ich denke, wir sollten uns in Demut üben. Wir sind nicht in der Position, den Leuten vorher schon Tore einzuschenken. Wir sollten von Spiel zu Spiel schauen. Wir geben uns die letzten Spiele immer die Chance, die Spiele zu gewinnen, so sollten wir in Augsburg auftreten.“

Tore: 1:0 (23.PP) Mike Hedden (Dylan Yeo, Blaine Down), 1:1 (48.) Patrick Hager (Ryan Jones, Philip Gogulla), 1:2 (65.GWP) Dragan Umičević.

Schiedsrichter: Georg-Rainer Köttstorfer, Marian Rohatsch; Linienrichter: Gabriel Gaube, David Tschirner.

Strafen Straubing 8, Köln 10.

Zuschauer 5.227.


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