Köln schlägt Mannheim 4:3

Die "Alex Hicks Initiative"Die "Alex Hicks Initiative"
Lesedauer: ca. 2 Minuten

 

Pünktlich zum Weihnachtsfest bescherten die Kölner Haie fast 16.000 Zuschauern einen 4:3 (1:2/2:0/1:1) Sieg in einem hochkarätigen Spiel über starke Mannheimer Adler. Den Siegtreffer erzielte Torjäger Ivan Ciernik ganze 26 Sekunden vor der Schlusssirene.

Die Mannheimer Adler gingen nach Aussage ihres Stürmers Christoph Ullmann "bis in die Haarspitzen motiviert" in die Partie und zeigten tatsächlich von Beginn an eine engagierte Leistung. Bereits in der 2. Spielminute traf Peter Ratchuk in Überzahl (Kölns Kapitän Brad Schlegel saß auf der Strafbank) zum 0:1. Köln wirkte in den Anfangsminuten weniger spritzig, nahm die Herausforderung aber bald an, so dass sich vor der ansprechenden Kulisse von fast 16.000 Zuschauern ein attraktives Spiel entwickelte, das deutlich über dem Niveau einer durchschnittlichen Begegnung der Deutschen Eishockey Liga (DEL) lag.

In der sechsten Minute war gerade ein Überzahlspiel der Haie verstrichen, als Verteidiger Stéphane Julien einfach mal abzog. Jean-Yves Roy fälschte den Schuss zum 1:1 ab, doch die Gäste fielen dadurch nicht aus ihrem Konzept, bereits eine Minute später gingen sie durch Pierre Hedin erneut in Führung und hielten den knappen Vorsprung auch bis zur ersten Drittelpause, weil die Kölner mehrere Überzahl Chancen ungenutzt ließen. Vier Strafminuten für Köln, zwölf für Mannheim – trotzdem stand es 1:2.

Auch im zweiten Drittel bot sich den verzweifelnden Kölner Anhängern zunächst das gleiche Bild, Köln stürmte, nicht selten in Überzahl, doch selten kamen sie gefährlich vor das Mannheimer Tor. Selbst 74 Sekunden in doppelter Überzahl ließen die Spieler von Hans Zach ungenutzt verstreichen. Als Brad Schlegel und Paul Traynor in der 37. Minute gemeinsam auf der Strafbank saßen, drohte das Spiel zugunsten der Gäste zu kippen. Doch dann folgte der Auftritt von Dave McLlwain, der in Unterzahl ein Solo über die gesamte Eisfläche startete, den NHL erfahrenen Mannheimer Verteidiger Yannick Tremblay mit einem unglaublichen Move durch dessen Beine wie einen Schuljungen stehen ließ und zum 2:2 einschoss. Die Kölnarena stand Kopf. Derart beflügelt gelang den Kölnern plötzlich sogar das Überzahlspiel, dreizehn Sekunden vor der zweiten Drittelpause traf Mirko Lüdemann im Powerplay noch zum 3:2.

Der düpierte Mannheimer Verteidiger Tremblay rächte sich im Schlussdrittel mit einem unhaltbaren Schlagschuss zum 3:3. Als Brad Schlegel, der im Kölner Programmheft "weniger Schokolade und weniger Strafzeiten" noch zu seinen guten Vorsätzen erklärt hatte, wieder einmal in die Kühlbox wanderte, stand das Spiel erneut auf Messers Schneide, doch Köln hielt dem Druck der Adler stand und schlug sogar nochmals zurück: Als Tremblay in der Schlussminute auf der Strafbank saß, traf Ivan Ciernik 26 Sekunden vor Schluss tatsächlich noch zum Sieg für die Haie.

Tore: 0:1 Ratchuk (2.), 1:1 Roy (6.), 1:2 Hedin (7.), 2:2 McLlwain (39.), 3:2 Lüdemann (40.), 3:3 Tremblay (47.), 4:3 Ciernik (60.)

Strafminuten: Köln 18, Mannheim 28

Zuschauer: 15.774

Alexander Brandt