Köln nach 6:2 über Nürnberg im Halbfinale

Die "Alex Hicks Initiative"Die "Alex Hicks Initiative"
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Als erstes Team der Deutschen Eishockey Liga zogen die Kölner Haie am

Dienstag Abend ins Halbfinale um die deutsche Meisterschaft ein. Mit

einem souveränen 6:2 (3:1/1:1/2:0) über die Nürnberg Ice Tigers

beendeten sie ihre Viertelfinal-Serie ohne Niederlage und sind in der

momentanen Verfassung einer der Favoriten für den Titel.  



Spieler und Offizielle der Kölner Haie demonstrierten vor dem Spiel

vorsichtigen Optimismus. Eigentlich konnte nach drei Siegen in den

ersten drei Partien nichts mehr schiefgehen, doch ein Restzweifel war

doch vorhanden. Man wollte nicht verlieren und dann noch einmal nach

Nürnberg fahren müssen, wo man zweimal denkbar knapp gewann und

durchaus auch einmal verlieren könnte, wodurch man dann auf einmal

wieder Druck auf eigenem Eis hätte – nein, lieber heute alles klar

machen und den Ice Tigers von Anfang an zeigen, dass sie dem

Sommerurlaub nahe sind.

Dies gelang den Kölnern eindrucksvoll, obwohl die Gäste in der 5.

Minute durch ein Powerplay-Tor von Greg Leeb in Führung gingen,

spielten die Haie druckvoll, souverän und wie schon in der gesamten

Serie unglaublich cool. Nur 22 Sekunden nach dem Nürnberger

Führungstreffer erzielte Kai Hospelt den Ausgleich, Köln war permanent

am Drücker, beherrschte das Spiel und zwang die Ice Tigers zu Fehlern,

die noch im ersten Drittel zweimal in doppelter Kölner Überzahl

resultierten. Beide Male nutzten die Kölner ihre Chancen. In der 13.

Minute wurde ein vermeintliches Tor der Haie nach Sichtung des

Videobeweises nicht anerkannt, doch es ging auch so: Nur 24 Sekunden

nach dem nicht gegebenen Tor traf Alex Hicks zum 2:1, Nürnberg kam nach

Ablauf einer Strafzeit noch zu einer Chance, als Rich Brennan direkt

von der Strafbank kommend ein Break auf das Tor von Thomas Greiss fuhr,

doch der 20jährige KEC-Goalie blockte Brennans Schuss trocken ab. Die

zweite doppelte Überzahl des ersten Drittels nutzte Brad Schlegel zu

einem Schlagschuss, der von Bill Lindsay zum 3:1 abgefälscht wurde.


Gleich zu Beginn des zweiten Drittels wanderte Rich Brennan gleich

zweimal hintereinander in die Kühlbox und Eduard Lewandowski machte mit

dem 4:1 alles klar.

 



Das schönste Tor des Abends blieb jedoch einem Kölner vorbehalten.

Philip Gogulla schnappte sich in der 45. Minute an der Bande den Puck,

lief durch die Nürnberger Abwehr und wartete geduldig, bis sich

Torhüter Labbé hingelegt hatte, um dann eiskalt zum 5:2 zu vollenden.

Zwei Minuten vor Schluss traf Ivan Ciernik noch per Bauerntrick zum

6:2.

"Sowas hat man lange nicht gesehen", sangen die Zuschauer. Dies traf

zu, denn zum ersten Mal seit 2003 stehen die Kölner nun im Halbfinale.

Die Haie haben nun acht Tage Pause bis zum ersten Halbfinalspiel, die

anderen Viertelfinalserien dauern noch an.  



Tore: 0:1 Leeb (5.), 1:1 Hospelt (5.), 2:1 Hicks (14.), 3:1 Lindsay

(20.), 4:1 Lewandowski (27.), 4:2 Periard (31.), 5:2 Gogulla (45.), 6:2

Ciernik (59.)


Strafminuten: Köln 12 + 10 Renz, Nürnberg 20


Zuschauer: 12.878

 



Alexander Brandt