Klare Sache im Duell der Panther - Augsburg unterliegt Ingolstadt 1:5

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Bei den Augsburger Panthern gibt es seit längerem nur wenig Grund zum

Jubel. Noch in keinem Spiel seit Saisonbeginn stand der komplette Kader

zur Verfügung. Da man im Vergleich zu den Konkurrenten in der Liga

ohnehin nur wenig Tiefe in der Mannschaft hat, machen sich die

zahlreichen Ausfälle beonders bemerkbar. Dass das an der Psyche der

verbliebenen Akteure nicht spurlos vorüber geht, machte das Spiel am

Freitag in Berlin deutlich. Gegen die bis dahin auch nur wenig

überzeugenden Eisbären brach man nach dem ersten Drittel völlig ein und

das Endergebnis von 0:6 spricht eine deutliche Sprache. Neben Murphy,

Scandella und Dubé stehen nun auch Rainer Suchan und Arvids Rekis wegen

Schulterverletzungen für mehrere Wochen nicht zur Verfügung, Travis

Brigley und Jay Henderson spielen zwar, sind aber angeschlagen.

Insofern waren die Erwartungen am Sonntagabend gegen Ingolstadt eher

niedrig angesetzt und das bestätigte sich dann auch.


Nach vierzig Sekunden hätten die Hausherren bereits in Führung gehen

können doch scheiterten Craig Darby und Jay Henderson jeweils an Jimmy

Waite, kurz darauf ging es Brigley ebenso. Jedenfalls entwickelte sich

sofort ein schnelles Spiel, bei dem beide Torhüter von Beginn an gut

beschäftigt waren. Fast hätten die Augsburger sogar eine doppelte

Unterzahl überstanden, doch kurz bevor sie wieder vollständig waren,

konnte der frühere Augsburger Björn Barta die Führung für die Gäste

markieren. Und das machte wie zuletzt den Unterschied, denn bei eigenem

Powerplay sprangen zwar mehrere Chancen heraus, ein Treffer aber nicht.

So konnten die Ingolstädter mit der etwas glücklichen Führung in die

erste Pause gehen.


Dazu passte dann auch der zweite Treffer kurz nach dem Wiederanpfiff,

denn die Scheibe von Christoph Melischko segelte gleich mehrfach

abgefälscht irgendwie ins Augsburger Gehäuse. Der Frust über das Pech

währte aber nicht lange, denn schließlich gelang Kapitän Craig Darby

nach zwölf Sekunden Überzahl der längst verdiente Anschlusstreffer. In

der Folge lag sogar der Ausgleich einige Male in der Luft, doch selbst

in ausichtsreichster Position versagten die Nerven. Das verloren

gegangene Augsburger Glück, verschärft durch zunehmendes Unvermögen,

hielt weiter an. Der Unterzahltreffer von Melischko gehört jedenfalls

in die Gattung „Kuriositäten“, denn der Ingolstädter Stürmer verpasste

beim Umsetzen die Scheibe, die dann in Zeitlupe an Rolf Wanhainen, der

auf dem falschen Fuß erwischt wurde, vorbei ins Tor rutschte. Ähnlich

dumm sahen die Hausherren beim 1:4 durch John Tripp aus. Torsten Fendt

stolperte im gegnerischen Drittel über seine eigenen Füße und

ermöglichte so einen Konter, den die Gäste souverän abschlossen. Jetzt

war bei den Augsburgern der Faden endgültig gerissen und sie konnten

von Glück sagen, dass der Rückstand nicht noch deutlicher wurde.

Individuelle Fehler häuften sich nun und machten es den Oberbayern

leicht, sich der unkoordinierten Angriffe selbst mit einem Mann weniger

auf dem Eis zu erwehren.


Der Schlussabschnitt war über weite Strecken nur noch Schaulaufen mit

Scheibe. Die Ingolstädter mussten nichts mehr tun, die Panther waren

nicht mehr bereit und wohl auch nicht mehr in der Lage, wirklich Druck

aufzubauen. Jeff Tory nutzte noch eine Überzahlgelegenheit zum

1:5.    


Zuviele Verletzte, zu viele Fehler, kein Selbstvertrauen beim Abschluss

– so hat es nur für ein gutes Drittel gegen eine starke Ingolstädter

Mannschaft gereicht. Derart ließe sich das Fazit von Panther-Trainer

Bordeleau zusammenfassen. „Angesichts der Ausfälle, können wir nur

auf  bessere Tage hoffen, und versuchen, das Team wieder

aufzurichten.“ Mit einer Normalisierung der Situation ist aber

realistisch nicht vor Dezember zu rechnen...

(mor)


Tore: (0:1 / 1:3 / 0:1)

0:1    (08:59)  Barta ( Keller ; Schmidt )  5:4

0:2    (22:34)  Melischko ( Ficenec ; Tripp )

1:2    (26:38)  Darby ( Joseph ; Brigley )  5:4

1:3    (30:20)  Melischko ( Seidenberg ; Holland )  4:5

1:4    (36:02)  Tripp ( Ast )

1:5    (54:49)  Tory ( Seidenberg ; Valicevic )  5:4


Zuschauer: 3366

Strafzeiten: Augsburger Panther 12, ERC Ingolstadt 14 + 10 Waginger

Schiedsrichter: Heiko Dahle, Berlin