Klagenfurt ist CupsiegerGäubodenvolksfest-Cup Tag 2

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Auch heute wurde Straubing und das Gäubodenvolksfest mit allerbesten Sommerwetter verwöhnt. Deutlich kühler war es im Stadion am Pulverturm, in dem sich im Finale um den diesjährigen Cup die Iserlohn Roosters und der Klagenfurter AC gegenüberstanden. Von Beginn an waren die Sauerländer läuferisch überlegen, doch auf dem Weg zum Tor auch etwas zu verspielt. Wie schon gestern machten die Kärntner ihre läuferische Unterlegenheit durch Einsatz wett. Die Roosters machten sich zudem das Leben schwer, indem sie sich durch einige Strafen dezimierten. Eine dieser Gelegenheiten nutzte Markus Pirmann zur insgesamt eher glücklichen Führung.

Der Mittelabschnitt verlief ausgeglichen, jedoch unter selben Vorzeichen. Iserlohn spielte, Klagenfurt kämpfte. Nationalspieler Michael Wolf konnte früh im Drittel den Ausgleich erzielen. Doch als Mike Brennan eine fünfminütige Strafe plus Spieldauerstrafe wegen hohen Stocks mit Verletzungsfolge kassierte, nutzte erneut Pirmann die Chance in Überzahl.

Im Schlussdrittel übernahm Iserlohn endgültig das Heft des Handelns. Die letzten zehn Minuten spielten sich, bis auf wenige Ausnahmen, im Drittel des österreichischen Rekordmeisters ab, dem zusehends die Kräfte schwanden. KAC-Kapitän Tommy Koch umschreibt die Minuten aus seiner Sicht: „Wir waren etwas zu passiv im letzten Drittel. Die Angriffe in unserem Drittel waren schon verdammt lang. Heute ist es gut gegangen, aber das nächste Mal müssen wir das besser machen.“ Iserlohn drückte mit aller Macht auf den Ausgleich, doch der KAC lieferte den Anstürmenden eine wahre Abwehrschlacht. Am Ende brachten die Sauerländer, trotz zum Teil allerbester Chance, die Scheibe nicht mehr im Tor unter, sodass Klagenfurt sich den Turniersieg sichern konnte.

Mit dem Sieg ist Koch aber natürlich zufrieden: „Wir haben gewusst, was auf uns zukommt. Es waren zwei harte Spiele auf hohem Niveau, die sehr ausgeglichen waren. Gegen Iserlohn war es sehr eng, Aber schlussendlich haben wir zwei Siege eingefahren.“ Klagenfurt nahm zum zweiten Mal am Gäubodenvolksfest-Cup teil und hatte, nicht nur wegen des Sieges, Spaß. Mit einem leichten Schmunzeln meint Tommy Koch: „Es ist ein tolles Fest hier mit einem klasse Ambiente, aber im Vordergrund stehen die beiden Spiele gegen Top-DEL-Clubs. Wenn die Leistung passt, dürfen wir als Belohnung auf ein oder zwei Getränke aufs Fest.“

Tore:
1:0 09:29 Markus Pirmann (John Lammers, Herbert Ratz) PP1
1:1 23:35 Michael Wolf (Tyson Mulock, Marty Srtich)
2:1 29:08 Markus Pirmann (Thomas Pöck, John Lammers) PP1

Strafen Iserlohn 13+ Spieldauer Brennan, Klagenfurt 10
Schiedsrichter Markus Krawinkel, Marian Rohatsch; Linienrichter Robert Hauber, Martin Holzer

Vielleicht liegt es an der ungewöhnlichen Bullyzeit der Nachmittagsspiele, aber wie schon am Freitag war auch am Sonntag das Abendspiel das ansprechendere. Sowohl die heimischen Tigers als auch die Panther-Gäste zeigten ein überraschend flottes erstes Drittel. Vor allem die jeweiligen Überzahlsituationen waren von guter Qualität. Beide Teams konnten die Scheibe laufen lassen und sich immer wieder in gute Schusspositionen bringen. Eine davon konnte Straubings Neuzugang Eric Beaudion zur Hausherrenführung nutzen. Die beste Chance zum Ausgleich vergab Mike Connolly, als er mit einem Penalty scheiterte.

Kurz nach Wiederbeginn machte es Blaine Down nicht besser. Auch er konnte einen zugesprochenen Penalty nicht nutzen. Und man möchte es kaum glauben, auch der dritte Penalty wird vergeben. Diesmal scheiterte Sebastian Uvira. Was die Stürmer auf beiden Seiten reihenweise nicht schafften, gelang Defensivspezialist Florian Ondruschka. Er brauchte nicht mal einen Penalty, wurde aber mustergültig von Berny Keil eingesetzte. Als Sebastian Uvira Straubings Heiligtum angriff, war es mit den Freundlichkeiten vorbei. Uvira checkte Straubings Keeper Jason Bacashihu hinter dem Tor, was binnen Millisekunden die Rächer auf den Plan rief. Die Folge der ganzen Aktion war, dass die Begegnung nickliger wurde. Als man dann wieder mehr Eishockey spielte, glich es einem kleinen Zaubertrick wie die Straubinger ihren Kapitän Sandro Schönberger vor dem Tor freispielten. Dieser hatte beim dritten niederbayrischen Tor wenig Mühe.

Im Schlussdrittel ging es mit insgesamt fünf Toren nochmal hoch her. Nicht aufgebende Augsburger konnten durch Ciernik, Werner und Bayda jeweils verkürzen. Doch auch als es am Ende nochmal richtig eng wurde, hatte Straubing mit Brandl und Down die passende Antwort.

Augsburgs Coach Larry Mitchell sah sein Team heute nicht so gut: „Wir haben ein Drittel Eishockey gespielt, zwei Drittel sind wir rumgestanden und waren heute klar die zweitbeste Mannschaft. Straubing hat spritziger gewirkt als wir.“ Mitchell findet aber auch andere Dinge wichtiger: „Positiv ist die ganze Teambuilding-Maßnahme am Wochenende, das ist für mich das Wichtiges. Natürlich ist unser Ziel nicht, Vierter zu werden, aber es ist auch nicht ausschlaggebend für die Punkterunde.“

Sein Trainer-Kollege Dan Ratushny hatte selbstredend ein Lächeln auf den Lippen und fand: „Es war besser als Freitag, wir hatten viele Torchancen. Aber auch Anerkennung an Augsburg, die hatten auch einige Torchancen. Sie haben gut gespielt und nie aufgehört zu kämpfen. Ich denke, es war für die Fans ein gutes Spiel, mit vielen Offensivaktionen. Man hat heute gesehen, dass wir uns wieder etwas besser gefunden haben und wieder ein Stück zusammengewachsen sind.“

Tore:
1:0 13:35 Eric Beaudoin (Blaine Down, Carsen Germyn)
2:0 29:51 Florian Ondruschka (Berny Keil)
3:0 38:27 Sandro Schönberger (Thomas Brandl, Tobias Wörle)
3:1 44:56 Ivan Ciernik (John Zeiler)
3:2 47:11 Thomas Brandl (Sandro Schönberger, Tobias Wörle)
4:2 52:31 Stephan Werner (J.D. Forrest, Conor Morrison)
4:3 58:23 Ryan Bayda (Brian Roloff, Daryl Boyle) PP1/6Man
5:3 59:28 Blaine Down EN

Strafen: Straubing 20, Augsburg 20
Schiedsrichter: Daniel Piechaczek, Georg Jablukov; Linienrichter: Dominic Erdle, Thorsten Laojie