„Kicking Action“ ist keine Kickbewegung (2/2)Schiedsrichterbeauftragter stützt Entscheidung

Tor oder kein Tor - bei dieser Frage gibt es einige Aspekte zu beachten. (Foto: Heribert Böckl)Tor oder kein Tor - bei dieser Frage gibt es einige Aspekte zu beachten. (Foto: Heribert Böckl)
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Während der WM 2013 in Skandinavien gab es viele Situationen, die derjenigen aus dem Spiel Straubing Tigers – Augsburger Panther ähnlich waren. Diese Situationen gaben Anlass dafür, die Leitlinien näher zu definieren. Und zwar Leitlinien zum Thema „Kickbewegung“ sowie zum Thema „Ablenken des Pucks“.

Diese Leitlinien lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Eine Kickbewegung (Kicking Action/Kicking Motion) im Sinne der gestern zitierten Regel ist

-              jede typische Kickbewegung
-              jede gezielte Bewegung mit dem Schlittschuh in Richtung des Pucks, mit der der angreifende Spieler den Puck beschleunigt und so ins gegnerische Tor

-              hineinstößt
-              hineintritt

-              jedes bewusstes „Hineinbremsen“ mit dem Schlittschuh in Richtung des Pucks

wodurch jeweils der Puck mit dem Schlittschuh beschleunigt und auf diese Weise ins gegnerische Tor geschossen, getreten oder gestoßen wird. Dabei ist es ohne Bedeutung, ob der Schlittschuh noch Kontakt mit dem Eis hatte, oder ein solcher Kontakt mit dem Eis nicht bestanden hatte.

Wird der Puck durch Kickbewegung bzw. einer der Kickbewegung gleichzustellende Aktion ins gegnerische Tor hineingestoßen oder -getreten bzw. „hineingebremst“, ist das Tor ungültig. Es ist deshalb zu annullieren.

Aktionen, die sich von einer Kickbewegung unterscheiden sind:

-              Der angreifende Spieler wird angeschossen und der Puck prallt von seinem Schlittschuh/seiner Schlittschuhschiene ins Tor.
-              Der angreifende Spieler dreht oder stellt seinen Schlittschuh und lenkt auf diese Weise den Puck ins Tor, vorausgesetzt, der Puck wurde mit dem Schlittschuh/der Schiene weder gekickt noch getreten oder gestoßen noch durch „Hineinbremsen“ beschleunigt und auf diese Weise ins Tor befördert.

Derartige Fälle sind dadurch geprägt, dass der angreifende Spieler durch seine jeweilige Aktion mit dem Schlittschuh den  Puck nicht beschleunigt.

Die Frage, ob eine Tor gültig oder ein Tor ungültig ist, hat enorme Bedeutung. Schließlich werden mit Toren Spiele entschieden. Aus diesem Grund war das Thema „Definition/Annullierung von Toren“ das Schwerpunktthema im Schiedsrichter-Hauptlehrgang im August 2013. Dabei standen die Teilthemen „Kickbewegung“ und „Ablenken des Pucks“ im Vordergrund. Entsprechende Videos waren Bestandteil der Schulung.

Den DEL-Teams ist vor Beginn der Saison 2013/14 Gelegenheit gegeben worden, die Schulungsthemen des Schiedsrichter-Hauptlehrganges mit ihnen zu erörtern. Einige Teams haben davon Gebrauch gemacht. Andere Teams hatten diese Gelegenheit nicht wahrgenommen. 

Das Thema „Definition/Annullierung von Toren“ wird auch innerhalb der Fortbildungslehrgänge ein Schwerpunktthema sein. Die Fortbildungslehrgänge für die Schiedsrichter finden am 8. sowie am 15. Februar 2014 statt. Sie dienen der Vorbereitung der Schiedsrichter auf die Play-offs.