Jubel in Ingolstadt: Panther bezwingen Tabellenführer Nürnberg mit 3:0

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Sie können es also doch noch, die Ingolstädter Panther! Nach zuletzt recht durchwachsenen Leistungen regte sich unter den Fans bereits leiser Unmut, weil das Team weit unter seinen Möglichkeiten gespielt hat. Doch am Freitagabend war alles anders: Im besten Saisonspiel besiegten die Panther den souveränen Spitzenreiter aus der Noris verdient mit 3:0, weshalb in der Saturn-Arena eine einzige Jubelorgie gefeiert wurde.



Ohne Marco Sturm, der immer noch an den Nachwirkungen seiner Windpockenerkrankung leidet und voraussichtlich eine weitere Woche ausfallen wird, legten die Panther los wie die Feuerwehr. Sie wirbelten die Abwehr der Gäste ein ums andere Mal kräftig durcheinander, während sich die Eistiger zunächst auf brandgefährliche Konter beschränkten. So entwickelte sich ein schnelles und technisch hervorragendes Spiel auf allerhöchstem DEL-Niveau. Während sich die erste Ingolstädter Reihe mit Andy McDonald besonderer Fürsorge der Ice Tiger erfreute, gelang in der 11. Minute ausgerechnet dem vierten Sturm die 1:0-Führung. Christoph Melischko traf völlig überraschend auf Pass von Burym und Ferguson ins Netz. Dieser Treffer veranlasste die Gäste dazu, ihre Defensive aufzugeben und ihrerseits das Tor von Jimmy Waite vermehrt ins Visier zu nehmen. Doch der 35-Jährige Goalie, der seinen Vertrag mit den Panthern bereits jetzt um zwei Jahre verlängert hat, ließ sich nicht bezwingen.



Der zweite Abschnitt begann mit einem schnellen Tor durch Doug Ast, der den Gäste-Torwart Svoboda im Nachschuss bezwang. Daraufhin wurde die Gangart ein wenig härter, weshalb in der Folge kaum ein Team längere Zeit komplett spielen konnte. Erstaunlicherweise gelang jedoch weder den Panthern, die allerdings für ihr Überzahlspiel nicht gerade berühmt sind, noch den Powerplaykönigen aus der Noris ein Treffer. Und dies war wahrscheinlich der Schlüssel zum Sieg. Die einzige Ausbeute der Eistiger war ein Pfostenschuss, der von Schiedsrichter Awizus nach Videostudium zu Recht nicht als Tor gewertet wurde.



Auch im letzten Drittel ging es in diesem Stil weiter. Das Team des Tabellenführers berannte unentwegt das Ingolstädter Tor, kämpfte, ausgestattet mit einer Bombenkondition, um jeden Zentimeter auf dem Eis. Warum die eigenen Fans dabei riefen, sie wollten ihre Spieler kämpfen sehen, bleibt allerdings deren Geheimnis. In der Saturn-Arena hatte man jedenfalls noch selten eine solche bis zuletzt engagierte Mannschaft gesehen wie die Ice Tigers. Zwei Minuten vor Schluss nahmen sie bereits ihren Torwart vom Eis. Doug Ast erkämpfte sich jedoch den Puck und erzielte mit einem Schuss ins leere Tor den Endstand von 3:0. Erst danach gaben sich die Gäste geschlagen.



Gäste –Coach Greg Poss betonte zwar nach dem Spiel, dass er vom Ausgang der Partie nicht enttäuscht sei, doch seine Miene ließ etwas anderes erahnen. „Ingolstadt war zweikampfstärker und besser. Deshalb haben sie verdient gewonnen“, so sein kurzer Kommentar. Dagegen strahlte Ingolstadts Ron Kennedy natürlich über das ganze Gesicht: „Wichtig war heute unser gutes Unterzahlspiel. Wir haben gut gekämpft und viel Siegeswillen gezeigt.“

Die Gründe für das hervorragende Spiel der Panther sah er auch in der 5:7-Niederlage in Berlin am vergangenen Sonntag: „Dort haben wir zwar verloren, aber sehr gut gespielt. Das hat dem ganzen Team viel Selbstvertrauen gegeben.“

Mit diesem Selbstvertrauen ausgestattet hoffen die Panther, auch am Sonntag bei ihren Namensvettern in Augsburg bestehen zu können. Dieses Derby im schwäbischen Hexenkessel wird sicher nicht weniger schwer als das gegen die Nürnberger Ice Tigers. (an)

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