Jiri Ehrenberger in der KritikERC Sportdirektor unter Erfolgsdruck

V.l.n.r. ehemaliger ERC Sportdirektor Jiri Ehrenberger, ehemaliger Coach Tommy Samuelsson und Geschäftsführer Claus Gröbner (Foto: Imago)V.l.n.r. ehemaliger ERC Sportdirektor Jiri Ehrenberger, ehemaliger Coach Tommy Samuelsson und Geschäftsführer Claus Gröbner (Foto: Imago)
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Es rumorte schon auf der der Saisonabschlussfeier aber die Vertragsverlängerung des beliebten Trainers Kurt Kleinendorst besänftigte die komplette Anhängerschaft. Kurze Zeit später war dies bereits schon wieder Geschichte, die Ankündigung dass der Headcoach aus Übersee nicht mehr zurückkehrt schlug unter den Fans hohe Wellen. Im Nachhinein betrachtet war die Aufgabenteilung in der Kaderplanung zwischen Coach (er sollte sich ausschließlich in Übersee um Kontigentspieler bemühen) und Sportdirektor (er sollte nach den passenden einheimischen Spielern Ausschau halten) keine gute Idee.

In dieser schwierigen Konstellation ließ der große Krach auch nicht lange auf sich warten. Das Fass zum Überlaufen brachte offenbar die überraschende Vertragsauflösung des deutschen Angreifers Alexander Barta die der Sportdirektor durchgepeitscht hatte, ohne seinen Trainer darüber rechtzeitig zu informieren. Da der einheimische Spielermarkt zu diesem Zeitpunkt kaum gleichwertige Alternativen hergab, sah der Coach den sportlichen Erfolg gefährdet und zog daraus seine Konsequenzen. Es kam zu einem Zerwürfnis zwischen Sportdirektor Jiri Ehrenberger und Trainer Kurt Kleinendorst, das zur sofortigen Trennung führte.

Der 55-jährige US-Amerikaner bezog danach klar Stellung, warum er nicht zu den Ingolstädtern zurückkehren wollte und warum er den Cheftrainer Posten bei den Binghampton Senators in der AHL übernehmen werde. Er sprach im Abschiedsinterview nicht nur von „Kommunikationsschwierigkeiten“, sondern von deutlichen Meinungsverschiedenheiten und Problemen mit dem aktuellen Sportdirektor. Oder wie darf man seinen Vorwurf: „Ehrlichkeit und Integrität sind für mich entscheidend für eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit“ (Interview mit Augsburger Allgemeine 19.06.16), sonst interpretieren?

Die kurze Verweildauer der Trainer in Ingolstadt in der jüngsten Vergangenheit ist auffallend. Es mag purer Zufall sein, aber die Frage warum die unterschiedlichsten Trainertypen (Niklas Sundblad, Larry Huras, Manny Viveiros und Kurt Kleinendorst) trotz teilweise großer sportlicher Erfolge mit Sportdirektor Ehrenberger nicht zusammenarbeiten konnten, bleibt größtenteils unbeantwortet.

Jetzt soll Tommy Samuelsson ein schwedischer Headcoach den ERC zurück in die Erfolgsspur führen. Ob der 56-jährige von Färjestad BK die richtige Wahl ist, wird sich bald zeigen. Positiv stimmt, dass die Panther bisher mit Schweden als Trainer immer einen guten Fang gemacht haben. Aller guten Dinge sind drei, nach „Feuerwehrmann“ Olle Öst in der DEL Premierensaison 2002/2003 und Meistertrainer Niklas Sundblad in der Spielzeit 2013/2014, setzt man ein weiteres Mal auf die schwedische Karte.

Für weiteren Zündstoff sorgte in dieser Woche ein Exklusiv-Interview von Brandon Buck mit der Augsburger Allgemeine. Nach seinem geplatzten Wechsel in die KHL zu AK Bars Kazan nimmt der Topscorer des ERC kein Blatt vor den Mund. Er beklagt sich nicht nur über die „Kommunikationsprobleme“ im Verein, sondern übt auch klare Kritik an der aktuellen Zusammenstellung des Teams. In seinem Lob für die bisher getätigten Neuzugänge streut er (mit dem Hinweis von der Situation der Hamburg Freezers profitiert zu haben) unverhohlene Kritik ein. Er geht sogar noch einen Schritt weiter und weist explizit darauf hin, falls man tatsächlich mit nur zwölf Stürmern (!) in die neue Saison gehen sollte, entweder große Probleme bekommen wird – oder eine Menge Glück braucht, um vorne mitzuspielen!

Noch ein Wort zur aktuellen Kaderplanung. Bisher haben vier neue Angreifer (Oppenheimer, Buchwieser, Pohl und Boyce) und ein Talent (Kiefersauer) den Weg an die Donau gefunden. Sonst sind noch zwei Kontigentstellen frei, die man zügig besetzen sollte, da der Sturm mit zwölf Spielern im Moment sehr knapp besetzt ist!

Aus Ingolstadt berichtet: Bernd König 


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