Jacob Berglund beendet Niederlagenserie der Krefeld PinguineVier Tore gegen die Grizzlys Wolfsburg

Jacob Berglund traf viermal für die Krefeld Pinguine beim 5:2 gegen die Grizzlys Wolfsburg. (Foto: dpa/picture alliance/Revierfoto)Jacob Berglund traf viermal für die Krefeld Pinguine beim 5:2 gegen die Grizzlys Wolfsburg. (Foto: dpa/picture alliance/Revierfoto)
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Nach der einwöchigen Pause traten die Pinguine mit dem Rücken zur Wand an: Wollten sie die Qualifikation für die Pre-Play-offs noch schaffen, musste zwar primär am Sonntag in Berlin ein Sieg her, doch wäre – nach acht sieglosen Spielen – ein Punktverlust gegen den einzigen Gegner in der DEL, gegen den man schon dreimal gewonnen hatte, sicher kein gutes Omen für die Partie gegen die Eisbären Berlin. Ein Blick auf die weitgehend unbesetzten Ränge der Yayla-Arena zeigte allerdings, dass es nur noch die treuesten Fans der Pinguine waren, die sich am Valentinstag 2019 ins Stadion begeben hatten. Pinguine-Coach Brandon Reid konnte auf alle seine Akteure zurückgreifen, im Tor vertraute er wieder auf Dimitri Pätzold, Grizzly-Dompteur Hans Kossmann bot David Leggio auf.

Nach unauffälligem Auftaktgeplänkel führte ein wenig spektakulärer Angriff der Wolfsburger zum 0:1, da die Krefelder Abwehr keine Zuordnung hatte und unvermittelt drei Grizzlys im Slot frei waren und Spencer Machacek Pätzold keine Chance ließ. Drei Minuten später gab es die erste Strafzeit gegen einen Grizzly, doch Krefeld tat sich wieder sehr schwer damit, Gefahr für das Wolfsburger Tor zu produzieren, und nicht zum ersten Mal wurde der von der Strafbank zurückkehrende Brent Aubin sofort angespielt und konnte den Konter der Grizzlys mit dem 0:2 beenden. Die Pinguine erweckten nicht den Eindruck, als ob sie topfit aus der Pause kämen oder als ob sie wüssten, worum es auch in dieser Partie ging. Sehr zur Freude der Krefelder Fans nahm Reid sofort seine Auszeit und redete gut sichtbar auf seine scheinbar schlaftrunkenen Pinguine ein. In Minute 18 traf Wolfsburg noch die Krefelder Torlatte, fast im Gegenzug musste Leggio einen ersten harten Schuss von der Blauen Linie parieren. Wenig später aber erzielte Jacob Berglund, der von links hinter dem Tor kommend in den Slot eindrehte, seinen ersten Treffer, so dass es mit 1:2 in die Pause ging.

In Minute 23 tat Chad Costello das, was gegen die Pinguine schon häufiger zum Erfolg geführt hatte: er brachte die Scheibe einfach mal vors Tor, und Berglund bedankte sich mit seinem zweiten Treffer des Abends. Nur zwei Minuten später schlug es wieder hinter Leggio ein: Kirill Kabanov beendete eine Kombination mit Travis Ewanyk mit einem herrlichen Schlenzer über Leggios Schulter zum 3:2. Dieser Treffer brachte die Grizzlys aus dem Gleichgewicht: sie kassierten zwei Strafen innerhalb von vier Sekunden. Die Pinguine spielten ihre doppelte Überzahl in aller Ruhe aus und erzielten kurz vor deren Ende durch den dritten Treffer von Berglund das 4:2.

Schon der erste Angriff der Pinguine im Schlussdrittel brachte durch das vierte Tor von Berglund in Minute 41 die Vorentscheidung. Es war fühlbar, dass Wolfsburg mit dem verpassten 0:3 im ersten Drittel sein Pulver verschossen hatte. Zwar musste Pätzold noch einige Male eingreifen, aber ohne ernsthaft geprüft zu werden. Wenn Wolfsburg noch mit Ambitionen auf den zehnten Tabellenplatz angereist war, konnte man davon herzlich wenig sehen. Die Pinguine taten genug, um die Kontrolle zu behalten und hatten in Minute 55 durch Pietta das 6:2 auf dem Schläger, ebenso wie eine Minute später durch Greger Hanson, der nur durch ein Foul vom Torschuss abgehalten wurde. Die Überzahl nutzten die Pinguine nicht. Am Ende mussten die Schiedsrichter noch den Videobeweis bemühen, um zu entscheiden, ob der letzte Treffer der Grizzlys vor oder nach dem Ende der Spielzeit gefallen war: es blieb beim 5:2.

Alex Trivellato, der eine solide Leistung ablieferte, bewertete das Spiel wie folgt: „Wir haben die ganze Woche super gearbeitet, aber im ersten Drittel waren wir überhaupt nicht im Spiel, da hat man gemerkt, dass wir nach der Pause ein wenig Druck hatten, aber wir haben verdient gewonnen und ab morgen fokussieren wir uns auf Berlin.“

Der vierfache Torschütze Jacob Berglund konnte sich nicht an ein ähnliches Erfolgserlebnis erinnern und meinte, sein Schläger bekäme nun einen Ehrenplatz an der Wand. Die schwache Vorstellung der Pinguine im ersten Drittel erklärte er so: „Wir haben nicht genug gekämpft. Wir sind nicht genug gelaufen, wir haben ohne Emotion gespielt, wir haben nach der Pause eine gewisse Zeit gebraucht, um wieder in den Spielmodus zu kommen; ich glaube, in den beiden anderen Dritteln haben wir ganz gut gespielt. Wir wussten um die Bedeutung dieses Spiels, in der Auszeit im ersten Drittel hat unser Trainer gesagt, dass wir so nicht spielen können oder die Saison würde vorbei sein, also haben wir uns mehr angestrengt.“ Berglund meinte abschließend, es täte ihm leid für die Fans, dass er über seine Zukunft erst nach der Saison entscheiden werde.

Wolfsburgs Trainer Hans Kossmann war unzufrieden mit der Leistung seiner Grizzlys: „Wir sind sehr gut gestartet und haben genau das gemacht, was wir uns vorgenommen hatten. Aber dann haben meine besten Spieler nicht intelligent gespielt und haben den Krefelder Anschlusstreffer vor der Pause zugelassen. Wir spielen bei 5:5 ganz gut, aber uns fehlen die Tore.“ Brandon Reid konstatierte: „Wir waren anfangs nervös, weil wir die drei Punkte haben mussten, jeder wollte nur Fehler vermeiden, alle sind wenig gelaufen. Nach der Auszeit haben wir 50 Minuten konzentriert gespielt, das Anschluss-tor hat uns zurück kommen lassen. Unser Umschaltspiel war gut, außer der ersten Reihe haben auch Trettenes, Kuhnekath, Kabanov und Pätzold gut gespielt. In Berlin müssen wir das Spiel  stärker und mit mehr Selbstvertrauen beginnen.“

Tore: 0:1 (4.) Machacek (Dehner, Sparre), 0:2 (9.) Aubin (Leggio), 1:2 (19.) Berglund (Costello, Ankert), 2:2 (23.) Berglund (Costello, Riefers), 3:2 (25.) Kabanov (Ewanyk, Noonan), 4:2 (28.) Berglund (Saponari, Pietta ) PP2, 5:2 (41.) Berglund (Costello, Pietta). Strafen: Krefeld 6, Wolfsburg 14. Schiedsrichter: Koharski – Kopitz. Zuschauer: 2782.

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