Ist die Dose jetzt halbleer oder halbvoll?Ingolstadt - München 4:1

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Einem Sechs-Punkte-Wochenende folgte erneut eine Nullrunde, kein Punkt und acht Gegentore sind die bittere Realität. Bei sportal.de schimpfte er schon vor ein paar Wochen über seine nordamerikanischen Urlauber „Sie denken, das ist fast Urlaub. Ist es aber nicht. Man muss hier sehr starke Leistungen bringen.“ Dabei legten die Gäste los, als hätten sie zu viel des aufputschenden Energydrinks zu sich genommen, der das Geschehen im Münchener Eishockey beherrscht. Aber dieses Feuerwerk verpuffte schnell, quasi mit dem ersten Torschuss der Ingolstädter wurde jegliche Euphorie und Hoffnung egalisiert. Der Schuss von Patrick Köppchen schlug unbarmherzig hinter Jochen Reimer im Münchner Kasten ein (3.).

„Nach dem 1:0 haben wir irgendwie den Faden verloren“, resümierte Felix Petermann nach dem Spiel. Eben dieser Faden hätte den Bullen vielleicht geholfen, so aber sahen die 4188 Zuschauer eine defensiv fahrlässige und inhomogene Ansammlung von Eishockeyspielern, die sich von frischen und mit Selbstvertrauen voll gepumpten Panthern ein ums andere Mal düpieren lassen mussten. Beim 2:0 durch John Laliberte (22.) wurde Reimer von seinen Vorderleuten im Stich gelassen, er vielleicht noch der beste Münchener am Sonntagabend.

[AD_MRECT]Dazu kam dann die kleinliche Regelauslegung des Schiedsrichterduos Oswald/Jablukov, die in der 24. Min Andrew Wozniewski wegen hohen Stocks mit fünf Minuten und einer Spieldauerstrafe zum Duschen schickten. Nach Ablauf dieser Strafe  war das Spiel eigentlich gelaufen, Ingolstadt konnte mit zwei Toren auf 4:0 erhöhen. Travis Turnbull per Abstauber (26.) und Eddy Rinke-Leitans mit seinem ersten DEL-Tor (29.) entschieden dieses Derby zugunsten der Panther. Für Rinke-Leitans „ein ganz großer Schritt“, den Sprung von der Oberliga in die DEL hat er definitiv geschafft. Aus dem schlaksigen und behäbig wirkenden Kerl ist ein flinker und frecher Stürmer geworden, der sich fast mit einem Doppelpack selbst am meisten belohnt hätte. Sein Heber kurz vor Spielende verfehlte das Tor nur knapp.

Mit dem Ehrentreffer für die Gäste durch John DiSalvatore (52./PP1) wurde dem starken Timo Pielmeier der Shutout vermasselt. Die Panther zogen im Schlussdrittel zu viele Strafen, jede noch so kleine Inkorrektheit wurde geahndet. Durch den Anschlusstreffer und die häufigen Überzahlsituationen zogen die Bullen das Tempo nochmals an, der Rückstand war jedoch zu groß und die Niederlage bereits besiegelt. So hatte sich Page seine Rückkehr nach Ingolstadt nicht vorgestellt. Bei seinem letzten Besuch vor fast sieben Jahren mit den Eisbären aus Berlin stand noch ein Ron Kennedy hinter der Bande beim ERC, aber auch an Niklas Sundblad und die Panther wird er sich fortan sportlich gesehen nur ungern erinnern. Welchen Kurs nimmt der EHC kommende Woche?  Möglich ist alles!