Interview mit Red Bulls-Coach Don Jackson: "Wir reiten die Welle"Don Jackson zur Saison-Halbzeit in der DEL

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Und bei der Selbstverständlichkeit, mit der die Bullen Altmeister DEG abgefieselt haben und - ganz ohne den "Meister-Blues" - in der ersten Saisonhälfte auftreten, wird dies sehr, sehr schwer. Beispiel Andy Eder: Bislang nicht gerade ein Schlüsselspieler des EHC Red Bull München in Sachen Scoring, schießt die Münchner gegen die DEG schnell in Führung. Beispiel Yannic Seidenberg: Als Aushilfsverteidiger macht er kurz darauf sein erstes von zwei Toren in Überzahl und hübscht die damit die ausbaufähige Powerplay-Statistik der Münchner deutlich auf. Doch auch bei Fünf gegen Fünf ist die DEG häufig einen Schritt hinterher und so sind die Treffer drei, vier und fünf der Bullen eine logische Folge. Im Sonntagsspiel gegen starke Wolfsburger glich München in Überzahl aus, als nur noch wenige Minuten zu spielen waren und legte damit den Grundstein zum Sieg in der Overtime.

Hockeyweb.de sprach mit Red Bull-Coach Don Jackson über die bisher sehr erfolgreiche erste Saisonhälfte.

Sowohl das Spiel heute Abend gegen die DEG als auch die gesamte erste Hälfte der Hauptrunde scheinen sehr rund zu laufen. Im Moment gibt es kaum Grund zur Klage, oder?

Ja, wir sind sehr zufrieden: Wir stehen auf Platz eins mit deutlichem Vorsprung, die Offensive funktioniert genauso gut wie die Defensive, unsere beiden Torhüter - Leggio heute Abend (im Spiel gegen die DEG, Red.) mit einigen guten Paraden, als wir sie brauchten - spielen sehr gut. Die Tordifferenz sagt einiges aus! Vor allem aber gefällt mir die Art, wie wir als Team auftreten - auch das Scoring ist ziemlich gelichmäßig verteilt. Einige Spieler sind heute zurückgenommen und haben sich gleich gut eingefügt.

Kommen diese gute Form und diese Dominanz ein bisschen früh in der Saison - oder haben Ihre Spieler verinnerlicht, worauf es ankommt?

Sie wissen natürlich, dass die entscheidende Phase erst im Frühjahr kommt - und dass sie hart arbeiten müssen, um erfolgreich zu sein. Aber im Moment genießen wir das und reiten die Welle.

Hatte man bislang einen Schwachpunkt finden wollen, wäre das vermutlich das Powerplay gewesen, doch auch das hat heute zwei Toren von Yannick Seidenberg gut funktioniert?

Wir haben in Überzahl gut gespielt, insbesondere die Formation um Keith Autorin. Das freut mich besonders, weil es zeigt, dass die Umstellungen etwas gebracht haben. Zuvor lief es nicht gut im Powerplay und dann musst du eben etwas tun. Ob Seidenberg weiterhin in der Verteidigung bleibt, wenn die Verletzten wieder da sind, wird man sehen. Aber es ist gut zu sehen, dass er beide Aspekte des Spiels beherrscht und jederzeit zwischen den Rollen wechseln kann.

Ein Wort noch zur Leistung von Deron Quint, den man mit seinen 40 Jahren nicht wirklich als Rookie bezeichnen kann.

(schmunzelt) Ja, er ist ein erfahrener Spieler. Er hat sich deswegen auch gut eingefügt bei uns. Seine Stärke ist, dass er das Spiel in der eigenen Zone einfach hält, aber dennoch Spielzüge kreieren kann - und er ist einer unserer punktbesten Verteidiger. Doch auch, wenn er sich offensiv einschaltet, hat er die Defensive im Blick. Wir sind sehr zufrieden mit ihm.