Interview mit Daniel Kreutzer

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Daniel Kreutzer ist aktuell der deutsche Eishockey-Nationalspieler mit den meisten Länderspiel-Einsätzen. 172mal trug der Kapitän der Düsseldorfer EG das Trikot mit dem Adler auf der Brust, dabei gelangen ihm 34 Tore und 44 Vorlagen für 78 Punkte. Durch seinen Teilnahme-Verzicht an der am 2. Mai in Halifax und Quebec beginnenden Weltmeisterschaft wird er diese Statistik nicht verbessern können. Wir sprachen mit dem 28-Jährigen.

Frage: Wann haben Sie die Entscheidung getroffen, nicht zur WM zu reisen?

Antwort: Unser Manager Lance Nethery, Bundestrainer Uwe Krupp und ich haben uns schon länger den Kopf darüber zerbrochen. Nach dem Ausscheiden gegen Berlin haben wir dann endgültig beschlossen, dass ich dieses Jahr aussetze.

Frage: Warum?

Antwort: Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es für Verein und Nationalmannschaft sinnvoller ist, wenn ich mich vollständig erhole, um meine Krankheit (Pfeiffersches Drüsenfieber/Anmerkung des Autors) komplett aus dem Körper zu bekommen. Beim Sommerlehrgang in Füssen möchte ich dann wieder dabei sein.

Frage: Ist Ihnen die Entscheidung schwer gefallen, weil die WM in Kanada ist?

Antwort: Das ist sicherlich ein kleiner Wehrmutstropfen, aber ich habe in meiner Karriere schon so viele schöne Turniere gespielt und außerdem sind die olympischen Spiele 2010 ja in Vancouver. Dieses Turnier und dann die WM wenige Wochen später in Deutschland wären ein schöner Abschluss meiner
Länderspielkarriere.

Frage: Wie bitte?

Antwort: Ich bin dann 30 und da ich noch sehr lange Eishockey spielen möchte, muss ich die Belastung irgendwann zurückfahren. Ja, ich denke, nach der WM im eigenen Land hänge ich die Schlittschuhe in der Nationalmannschaft an den Nagel.

Frage: Zurück in die Gegenwart. Was trauen Sie Deutschland bei der WM zu?

Antwort: Die Zwischenrunde sollte erreicht werden. Danach ist vielleicht das Viertelfinale drin. Schließlich kann Uwe Krupp in diesem Jahr auf viele Verstärkungen aus Nordamerika zurückgreifen, wie zum Beispiel Marco Sturm. Hinzu kommen junge Talente wie Florian Busch.

Frage: Heißes Thema. Der hat gerade einen Dopingtest verweigert. Sollte Uwe Krupp nicht auf ihn verzichten?

Antwort: Zugegeben, die Entscheidung ist schwierig. Er hat eine Riesendummheit begangen, aber ich finde, die Strafe (5000 Euro und Ableistung von Sozialstunden/Anmerkung des Autors), die er dafür aufgebrummt bekommen hat, ist in Ordnung. Meiner Meinung nach wird diese Geschichte überdreht. Die zuständigen Stellen sollten sich lieber auf den Radsport konzentrieren.

Frage: Werden die Farben der DEG auch ohne Sie bei der WM vertreten sein?

Antwort: Sie spielen auf Patrick Reimer an. Ich würde es ihm wünschen, denn er hat eine tolle Saison gespielt und würde auch eine gute WM hinlegen. Aber er hat große Konkurrenz.

Das Interview führte Thomas Schulz