Ingolstadt unterliegt im Duell der Panther - 1:2 gegen Augsburg

Das Vorbereitungsprogramm des ERC IngolstadtDas Vorbereitungsprogramm des ERC Ingolstadt
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Derbytime in der Saturn-Arena: Mit 4681 Zuschauern, darunter rund 500 Gästefans, war das Ingolstädter Stadion erstmals in dieser Saison restlos ausverkauft. Die heimischen Panther waren, nicht zuletzt auf Grund ihres derzeit guten Laufs – drei Siege in Folge – als klare Favoriten in dieses Derby gegen ihre Namensvetter aus Schwaben gegangen. Doch am Ende herrschte große Enttäuschung: Die Gäste entführten völlig überraschend alle drei Punkte.

Was waren die Gründe für diesen Rückfall, der dem ERC Ingolstadt die mögliche Tabellenführung in der DEL gekostet hat?



1. Schlechtes Überzahlspiel:

Allein gegen Augsburg hatten die heimischen Panther ganze 22 Minuten Zeit, gegen einen Mann weniger ein Tor zu erzielen. Fehlanzeige! Nicht einmal mit 5 gegen 3 waren sie erfolgreich. Trotz hochkarätiger Stürmer gelang es ihnen nicht, Augsburgs Goalie Jean-Francois Labbé, der zweifelsohne eine Glanzleistung bot, im Powerplay zu überwinden. Kein Wunder, dass das einzige Tor der Gastgeber in der 53. Minute ausgerechnet Verteidiger Ficenec im Nachschuss erzielte. Das Überzahlspiel der Ingolstädter ist viel zu kompliziert angelegt ist. Statt sich mit Traumpässen zu Tode zu kombinieren, sollten sie vielleicht öfter schießen und vor dem Tor auf Abpraller warten. Kein Wunder, dass die Panther in der DEL-Statistik mit einer Überzahleffizienz von 11 % nur den vorletzten Platz einnehmen. Zum Vergleich: Nürnberg steht bei rund 28 %. Dass es auch anders geht, haben die Gäste bei ihren Toren vorgemacht: Obwohl selbst nur 12 Minuten in Überzahl, gelang dabei Ronny Arendt nach dem einzigen Fehler von Keeper Waite das entscheidende 2:0 (47. Minute). Kurios der erste Treffer der Augsburger: Ingolstadts bester Spieler McDonald schoss im Powerplay am leeren Tor vorbei, während im Gegenzug Augsburgs Barta bei einem schnellen Konter erfolgreich war.

2. Verletzungspech:

Die letztjährigen kanadischen Topscorer Cameron Mann und Doug Ast fehlen an allen Ecken und Enden. Während man hofft, dass Manns muskuläre Probleme nach der Deutschland-Cup-Pause behoben sein werden, entwickelt sich die Verletzung von Doug Ast zur unendlichen Geschichte. Seit Wochen wird seine verletzte Leiste konservativ behandelt, ohne dass eine Besserung eintritt. Jetzt hat man sich zur Operation entschlossen, was eine weitere, mindestens dreiwöchige Pause zur Folge hat. ERCI-Trainer Kennedy, auf diese Krankengeschichte angesprochen, rollt nur vielsagend mit den Augen, ohne sich näher zu äußern, was darauf schließen lässt, dass er in diesem Fall auf seine medizinische Abteilung nicht sehr gut zu sprechen ist. Aus den Verletzungen zweier Leistungsträger resultiert auch ein großes ...

3. Leistungsgefälle innerhalb der Mannschaft:

Natürlich ist es ein Genuss, einem Marco Sturm und einem Andy McDonald bei der Ausübung ihres Berufes auf dem Eis zuzusehen. Aber was hat Ingolstadt sonst noch zu bieten? Bestenfalls Mittelmaß! Spieler wie Oswald, Jiranek oder Ferguson erreichen nicht annähernd das Niveau der beiden Superstars . Und von den Jungen wie Mondt, Polaczek oder Schröder kann man auch keine Wunderdinge erwarten. Dies führt zwangsläufig dazu, dass Sturm und McDonald vor allem bei Über- oder Unterzahl wesentlich öfter aufs Eis müssen, als ihnen lieb ist. Folge: Beide sind mit ihren Kräften am Ende, wie gegen Augsburg im letzten Drittel deutlich zu sehen war. Vielleicht sollte sich Marco Sturm ernsthaft überlegen, ob eine Teilnahme am Deutschland-Cup wirklich Sinn macht. In Anbetracht seines immer noch leicht lädierten Beines wäre eine Pause bestimmt besser. Und das Management der Panther wäre wohl gut beraten, die eine oder andere noch freie Lizenz an einen guten Stürmer zu vergeben. Dieser könnte dann vielleicht dazu beitragen, ein weiteres Manko der Ingolstädter zu beheben:

4. Die Schussschwäche:

Wie ein roter Faden ziehen sich die Klagen von Trainer Kennedy durch die ganze Saison. Auch gegen Augsburg haben die Panther wesentlich öfter auf des Gegners Tor geschossen als umgekehrt. 42:29 Schüsse bei 1:2 Toren sprechen eine deutliche Sprache. Und nicht immer ist nur die Superleistung des gegnerischen Torwartes für dieses Missverhältnis verantwortlich.

Trotz aller Enttäuschung hat man in Ingolstadt die Niederlage gegen den schwäbischen Namensvetter bereits abgehakt. Am Sonntag wartet schon das nächste Derby auf die Panther: In Nürnberg will man trotz der Verletzten nochmals alle Kräfte mobilisieren, um vor der Spielpause den Rückstand auf die Spitze möglichst nicht größer werden zu lassen. (an)

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