Ingolstadt gewinnt RaubkatzenduellStraubing verscheckt Mitteldrittel

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Ein schnelles Spiel zeigten beide Mannschaften vor allem in den ersten zehn Minuten des ersten Drittels. Nahezu ohne Unterbrechung tickte die Uhr herunter. Chancen waren durchaus da, doch richtig gefährlich wurde es nur selten. Spannung brachten die Unparteiischen ins Spiel, die durch ihre Entscheidungen vor allem den niederbayerischen Anhang erzürnten. Waren bei der ersten Strafe gegen die Tigers diese selbst noch mit zwei guten Kontern das gefährlichere Team, nutzte der ERC die zweite Strafe zur Führung. Alex Barta haute die Scheibe humorlos in die Maschen. Die Führung hielt aber gerade 25 Sekunden, dann konnte Verteidiger Sebastian Osterloh ausgleichen. Dieser sagt zu seinem Treffer: „Ich bin einfach zum Tor gezogen, Nachschuss, habe eigentlich nicht nachgedacht und das Ding rein gehauen, aber dafür können wir uns auch nix kaufen.“ Straubings Coach Larry Mitchell meint zum ersten Abschnitt: „Wir haben heute besser angefangen als die letzten Spiele. Ich war sehr zufrieden mit unserem ersten Drittel. Wir haben durch einen Wechselfehler in Unterzahl ein Tor kassiert, ansonsten haben wir genauso gespielt, wie wir uns das vorgenommen haben.“ Patrick Köppchen sagt über den Abschnitt: „Es war genauso, wie wir uns das erwartet haben. Straubing ist hart gekommen, jeder hart gekämpft und geackert. Wie ich gelesen habe, sind sie die letzten Spiele nicht so gut gestartet, davon kann man heute nicht reden. Im ersten Drittel hatten sie schon mehr Spielanteile, da sind wir glücklich mit einem 1:1 raus gegangen.“

Im Mitteldrittel war es wie verhext – für die Tigers. Erst erzielte Brandon Buck die Führung für die Oberbayern in Überzahl, dann klappe bei den Tigers nichts mehr. Pässe ins Niemandsland, Schulterzucken, Abwinken und neun Minuten Überzahl ohne nennenswerte Torchance sprechen eine klare Sprache. Ohne jedes Selbstvertrauen schoben sich die Tigers die Scheibe an der blauen Linie hin und her. Mitchell zeigt sich enttäuscht: „Wenn man einen fünfminütige Überzahl bekommt und eine zweite hinterher, dann muss man härter arbeiten. Das haben wir nicht getan, dafür hat Ingolstadt uns bestraft. Dieses zweite Drittel war ausschlaggebend.“ Kapitän Schönberger gesteht: „Im zweiten Drittel hat uns das schnelle Gegentor sofort aus der Bahn geschmissen. Wir hätten sogar die Chance gehabt, das Momentum wieder auf unsere Seite zu bekommen. Aber wir haben in Überzahl einfach keinen Druck erzeugen können. Wir hätten einfach den Ausgleich machen müssen, das haben wir versäumt und sind dann zurecht bestraft worden. Wir haben einfache Fehler gemacht, die darfst du in solchen Spielen, die wie Play-off-Spiele sind, einfach nicht machen.“ Und Osterloh sagt dazu: „Ein schlechtes zweites Drittel, bei dem die Überzahl überhaupt nicht gelaufen ist und haben sogar ein Gegentor bekommen. Das hat uns das Genick gebrochen. Ingolstadt hat in der eigenen Zone gut gespielt. Sie haben sehr aggressiv gespielt. Damit haben wir, glaube ich, nicht gerechnet.“ Auf der anderen Seite erhöhte Petr Tatíček nach einem blitzsauberen Konter. Später legte Buck erneut nach, diesmal gar in Unterzahl. Köppchen findet: „Im zweiten Drittel haben wir das dann toll gedreht. Ich glaube, das war der Unterschied, dass wir in Unterzahl heute gut standen. Das haben wir hervorragend gespielt, ansonsten war es der erwartete Kampf.“

Doch Totgeglaubte leben bekanntlich länger. Wie ausgewechselt kamen die Hausherren aus der zweiten Pause und brannten ein Offensivfeuerwerk ab. Mitchell lobt: „Im letzten Drittel ging es nur in eine Richtung. Hut ab. Diese Mannschaft gibt nie auf, deswegen befinden wir uns nach 48 Spieltagen im Kampf um die Play-offs.“ Sean O`Connor gelang im Powerplay der Anschlusstreffer. Doch dann nahmen sich die Niederbayern mit drei Strafen selbst aus dem Spiel. Mike Hedden zwang die Oberbayern zwar noch in ein Timeout, doch am Ende wurde die Aufholjagd nicht mehr belohnt. Trotzdem fand Patrick Köppchen das recht unnötig: „Dass es am Ende des Tages noch so spannend wird, das haben wir uns so nicht vorgestellt, aber das zeigt die Qualität und die Heimstärke der Straubinger.“ Und Pielmeier sagt: „Wir waren selber schuld, dass wir Straubing zurück ins Spiel gebracht haben, haben unnötige Strafzeiten gemacht. Straubing hat sehr gut gekämpft, die sind nicht umsonst da, wo sie jetzt stehen. Das zeigt, dass man durch harte Arbeit und kämpferische Leistung unter die Top zehn kann.“ Schönberger gibt nicht auf und macht Mut: „Ich glaube, jeder hat gesehen, dass wir noch willig sind, obwohl es jetzt sehr schwer wird. Du musst eigentlich drei von vier Spielen gewinnen, dass du noch rein rutschst, haben aber nur noch ein Heimspiel. Wir werden alles geben, denn die Hoffnung stirbt zuletzt.“ Auch bei Sebastian Osterloh ist der Wille zu spüren: „Wir haben zum Schluss alles gegeben. Es ist ärgerlich, weil heute eigentlich mehr drin war. Wir wollen natürlich alle in die Play-offs.“

Ingolstadts Coach Kurt Kleinendorst bewertet das Spiel so: „Ein großartiges Spiel, das gut anzusehen war. Es war einiges geboten. Wir wollten heute drei Punkte holen, wir haben großen Respekt vor Straubing, hier in dieser Halle musst du erst mal gewinnen. Heute haben wir hart gekämpft und haben einen Weg gefunden zu gewinnen. Das war nicht leicht. Wir wissen, wie wichtig die drei Punkte sind. Larry macht einen tollen Job mit seinen Jungs, ich mag es, wie sie Spielen. Ich bin mit diesen Punkten sehr zufrieden.“ Timo Pielmeier findet: „Es war bis zu Schluss ein spannendes Spiel. Wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Straubing hat es uns bis zu Schluss schwer gemacht. Wenn wir so weiter spielen, werden wir eine gute Chance in den Pre-Play-offs haben, aber Straubing genauso.“ Was am Ende bleibt, ist Sandro Schönbergers letzter Satz des Abends: „Spiel verschenkt.“

Tore: 0:1 (19.PP) Alex Barta (Timo Pielmeier, Patrick McNeill), 1:1 (19.) Sebastian Osterloh (Blaine Down, Connor James), 1:2 (22.PP) Brandon Buck (Brandon McMillan, John Laliberte), 1:3 (37.) Petr Taticek, 1:4 (39.SH) Brandon Buck (Patrick McNeill), 2:4 (47.PP) Sean O`Connor (Blaine Down, Steven Zalewski), 3:4 (54.) Mike Hedden (Blaine Down, Dylan Yeo).

Schiedsrichter: Marc Iwert, Markus Schütz; Linienrichter: Markku Büse, Stefan Velkoski.

Strafen: Straubing 12, Ingolstadt 15 + Spieldauer Benedikt Kohl (hoher Stock mit Verletzungsfolge).

Zuschauer: 5.525.