Ingolstadt gewinnt rassiges Panther-Derby gegen Augsburg Matchwinner Wayne Simpson

Topscorer und Spielentscheider: Wayne Simpson verwandelte den entscheidenden Penalty. (picture alliance / Eibner-Pressefoto)Topscorer und Spielentscheider: Wayne Simpson verwandelte den entscheidenden Penalty. (picture alliance / Eibner-Pressefoto)
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Am Ende waren sich die beiden Trainer einig: Das vierte Duell zwischen Ingolstadt und dem Lieblingsfeind aus Augsburg war ein gutes, schnelles Spiel mit Play Off-Charakter – eine echte Werbung für das DEL-Eishockey.

Ingolstadt startete besser, fing sich aber das erste Tor der Augsburger durch David Stieler, als Dustin Friesen den Schläger des Deutsch-Tschechen einen Tick zu spät kontrollierte. Dann kamen die Augsburger besser ins Spiel, bestimmten zeitweise das Spielgeschehen, in der Folge aber gewannen die Hausherren wieder Oberwasser und kamen durch zwei „schmutzige Tore“ zunächst zum Ausgleich (25.) und gingen dann auch während eines Powerplays in Führung (29.).

"Mash" erzielt wieder ein wichtiges Tor für Ingolstadt

Erst war AEV-Goalie Markus Keller nach einem Schuss von Maury Edwards kurz orientierungslos und kam zu spät, als Topscorer Wayne Simpson den Abpraller einschob, kurz darauf bugsierte Brandon Mashinter den Puck über die Linie, der Markus Keller durch die Fanghand gerutscht. Das inoffizielle Eishockey-Phrasenbuch sagt hierzu: „Throw pucks to the net and good things will happen“. Alternativ auch möglich: “So etwas wie einen schlechten Torschuss gibt es nicht.“

Allerdings schlugen die Augsburger nochmals zurück, als sie nach 26 Sekunden im Schlussdrittel durch den Edeltechniker Drew LeBlanc ausglichen. Trotz zahlreicher Chancen auf beiden Seiten fielen weder in der verbliebenden regulären Spielzeit noch in der fünfminütigen Verlängerung kein weiterer Treffer, auch wenn die Ingolstädter Fans die Scheibe zum Schluss am liebsten ins Tor geschrien hätten. So musste das Penaltyschießen die Entscheidung bringen.

Wayne Simpson mit dem "Game Winner"

Und hier setzte sich in der dritten Extra-Runde der Meister von 2014 durch. Nach je zwei Fehlversuchen von Kris Foucault und David Stieler, war es schließlich Wayne Simpson, der den Gastgebern den Extrapunkt sicherte. „Wir sehen es positiv: Wir haben zwei Punkte gewonnen. Wir hätten natürlich gerne drei Punkte gehabt, aber in der engen Tabelle ist jeder Punkt wichtig. In dieser Situation schauen wir natürlich regelmäßig auf die Tabelle. Am Anfang der Saison nicht so, aber jetzt ist jedes Spiel so wichtig“ sagte Wayne Simpson nach dem Spiel.

Auch ERCI-Coach Doug Shedden sah es so. Nur die anderen Ergebnisse trübten seine Laune etwas: „Soll das ein Witz sein?! Straubing hat vielleicht drei Heimspiele verloren die ganze Saison und dann verlieren sie heute so deutlich (1:4, am Ende durch zwei Empty Net-Goals) gegen unseren direkten Konkurrenten Bremerhaven, die dadurch in der Tordifferenz Boden gut machen. Düsseldorf gewinnt in Berlin – da haben wir keine Unterstützung bekommen. Aber wir freuen uns über die beiden Punkte.“

50 Torschüsse und eine Top-Reihe

Der Schlüssel dazu könnte – wie auch im Panther-Derby – in der hohen Frequenz abgegebener Torschüssen liegen. „Nun, wir wussten, dass Augsburg mit seinem zweiten Torwart antreten muss. Deswegen wollten wir möglichst vielen Scheiben zum Tor bringen. Als Trainer wollen wir natürlich immer viele Schüssen sehen, um auf Rebounds zu hoffen, aber manchmal hören die Spieler auf uns und manchmal nicht. Heute haben wir nach meiner Rechnung 50 Torschüsse abgegeben“ resümierte Shedden zufrieden und blickte voraus auf das schwere Gastspiel am Sonntag beim amtierenden Meister: „Auch Mannheim spielt derzeit nicht mit seinem stärksten Goaltending, das wollen wir nutzen. Und wenn wir am Sonntag in Mannheim etwas holen, wird uns das einen ordentlichen Schub geben.“

Das könnte unter anderem dann gelingen, wenn die Sturmformation Elsner – Mashinter – Findlay wieder so gut aufspielt wie gegen Augsburg: „Mash hat wieder ein wichtiges Tor geschossen, Elsner hat heute sehr gut gespielt und Findlay ist läuferisch sehr stark. Allein diese Reihe hätte drei Tore verdient gehabt.“

Durch die Erfolge von Düsseldorf und Bremerhaven bleiben die Panther auf Rang sieben – und würden nach heutigem Stand in den Pre-Play Offs auf Augsburg treffen. Es wäre das erste Aufeinandertreffen beider Teams in der Endrunde – und sicher auch wieder eine Werbung für das Eishockey in Deutschlands höchster Spielklasse.