Ingolstadt: Erfolgreiches norddeutsches Wochenende für die Panther

Das Vorbereitungsprogramm des ERC IngolstadtDas Vorbereitungsprogramm des ERC Ingolstadt
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Nach dem 4:2-Arbeitssieg bei den desolaten Scorpions aus Hannover am Freitagabend konnte der ERC Ingolstadt auch sein Heimspiel gegen die Hamburg Freezers knapp mit 2:1 gewinnen. Vor der Rekordkulisse von über 4500 Besuchern begann der Eishockeyabend bereits recht ungewöhnlich: Nicht die gewohnten Cheerleaders eskortierten die Ingolstädter Cracks, sondern Bambini, die ähnlich wie im Fußball, die Spieler begleiteten und in voller Montur über das Eis stolperten. Lustig war es auf jeden Fall, und den Fans hat es gefallen.



Das Spiel selbst begann verhalten und war von Anfang an von vielen taktischen Wechseln geprägt. Ingolstadts Trainerfuchs Kennedy versuchte immer wieder, seine Paradereihe mit Sturm und McDonald gegen die nominell schwächste Hamburger Formation zu stellen. Gebracht hat es allerdings nicht viel, weil sein Gegenpart aus Hamburg, Dave King, dies sehr schnell durchschaut und entsprechend reagiert hat. So herrschte auf dem Eis ein munteres Kommen und Gehen, ohne dass es viel Einfluss auf das Spielgeschehen gehabt hätte. Im Gegenteil: Ausgerechnet in Unterzahl (von Stefenelli saß auf der Strafbank) gelang NHL-Star Andy McDonald nach einem genialen Pass seines Partners Marco Sturm in der sechsten Minute das 1:0. Ansonsten passierte im ersten Drittel nicht mehr allzu viel, außer dass sich beide Teams nicht gerade als Meister des Powerplays erwiesen. Erstaunlich: Selbst Hochkaräter wie Sturm und McDonald bei den Panthern oder Dowd und Reid auf Hamburger Seite gelang es nicht, ein halbwegs erfolgreiches Überzahlspiel aufzuziehen.



Der größte Aufreger des zweiten Abschnittes war ein Querschläger des Freezers-Stürmers Craig Johnson, der ein Kleinkind, das auf dem Schoß seines Vaters auf der Tribüne saß, mit voller Wucht am Kopf getroffen hat. Minutenlanges banges Schweigen herrschte in der Arena, während sich der Verursacher umgehend entschuldigte. Dann kam die Entwarnung: Laut Manager Wagner hat das Kind „nur eine Beule am Kopf“. Obwohl dieser Vorfall noch einmal glimpflich abgegangen ist, wird jetzt sicher wieder die Diskussion um die Netze rund um die Eisfläche beginnen.

Eishockey würde natürlich auch noch gespielt, und das gar nicht so schlecht: Die Freezers starteten einen Angriff nach dem anderen, scheiterten allerdings immer wieder am überragenden Jimmy Waite im Tor der Panther. Und ausgerechnet der bisher wenig beachteten vierten Reihe der Hausherren gelang die Vorentscheidung: Glen Goodall verlängerte ein Zuspiel seiner Sturmkollegen Loth und Mondt zum 2:0 ins Hamburger Tor.



Wer gedacht hatte, dass die zuletzt wenig erfolgreichen Gäste daraufhin resignieren würden, wurde eines Besseren belehrt: Sie setzten im Schlussabschnitt alles auf eine Karte und bestürmten unverzagt das Panther-Tor. 45 Schüsse gaben sie insgesamt ab, aber trafen nur einmal, und das erst 13 Sekunden vor Schluss (Letang). Sekunden vorher waren sie bereits erfolgreich gewesen, allerdings wurde dieser Treffer vom guten Schiedsrichter Chvatal nach Videobeweis wegen Torraumabseits nicht anerkannt. So kamen die Panther letzen Endes doch noch zu einem glücklichen, aber nicht unverdienten Sieg gegen erstaunlich engagierte Hamburger. Entscheidend war wohl gewesen, dass die Hausherren ihre (wenigen) Chancen konsequenter genutzt haben als die Gäste.

Dies sah auch Freezers-Trainer King so, der sich zunächst um das verletzte Kind sorgte: „Dass es dem Kind gut geht, ist wichtiger als jedes Eishockeyspiel.“ Zum Spiel meinte er gewohnt knapp, „dass wir in der Defensive sehr gut gestanden haben, während die Offensive noch besser werden muss.“

Ingolstadts Trainer Ron Kennedy war über das Sechs-Punkte-Wochenende sehr zufrieden: „Wir haben uns am Freitag das nötige Selbstvertrauen für heute geholt. Das Tor der Reihe mit Goodall war sehr wichtig. Leider musste Cameron Mann nach dem zweiten Drittel verletzt in die Klinik. Nachdem auch Ast und Karg verletzungsbedingt ausfallen, sind wir erneut gehandicapt.“ Dafür erhalten die Panther laut Manager Wagner für das schwere Dienstagsspiel in Mannheim Verstärkung aus München: „Dankenswerterweise haben uns die Münchner Förderlizenztorwart Jochen Vollmer als zweiten Goalie zur Verfügung gestellt.“ (an)

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