Ingolstadt chancenlos gegen StraubingÜberzahl entscheidet

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Der ERC hatte den besseren Start ins Spiel, doch nach ein paar Minuten kamen die Hausherren besser auf und das Blatt wendete sich. Tommy Samuelson erinnert sich: „Wir haben die ersten Minuten eine gute Chance gehabt, als wir ein Powerplay bekommen, aber leider war das zu weich.“ Straubing kontrollierte die Zonen und machte Druck. Sie überstanden ihre erste Unterzahl ohne Gegentor und machten es selbst bessern. Fast schon traumwandlerisch lief die Scheibe und Sean Sullivan brachte die Tigers in Front. Bei den Gästen klappte in der Folge wenig und es war klar zu sehen, wer Herr im Haus ist. Nicht wiederzuerkennende Tigers erhöhten nach einem Konter über Mike Connolly und Torschütze Jeremy Williams. Das 3:0 machten die Niederbayern wieder in Überzahl, nachdem es vor Timos Pielmeiers Gehäuse hoch herging. Kurz vor Ende des Drittels schafften die Gäste doch noch den Anschluss. John Laliberte umkreist das Tor und Thomas Oppenheimer vollendet. Ingolstadts Coach Tommy Samuelsson kommentiert: „Ich finde, dass wir im ersten Drittel zu passiv waren.“ Für Thomas Greilinger war hier schon die Entscheidung gefallen: „Der Knackpunkt war das erste Drittel, in dem wir 0:3 hinten sind und eigentlich gar nichts auf die Reihe bekommen.“

Im Mitteldrittel kamen die Gäste erwartet druckvoll aus der Kabine und schnürten die Tigers in deren Drittel ein. Der Coach der Schanzer berichtet: „Anfang zweites Drittel sind wir besser ins Spiel gekommen, vor allem nach dem 2:3.“ Es war die beste Phase der Oberbayern und so dauerte es nicht allzu lange, ehe der Anschluss fiel. Kurios: Die Schiedsrichter forderten den Videobeweis erst, als sie das Tor in der Wiederholung auf der Videowand sahen. Doch auch wenn Thomas Oppenheimer mit einem Schlittschuh im Torraum stand und den Puck die entscheidende Richtungsänderung gab, gab es dank neuer Regelauslegung am Treffer nichts auszusetzten. Ingolstadt drauf und dran, das Spiel zu drehen oder wenigstens den Ausgleich zu erzielen. Adam Mitchell meint: „In den ersten zehn Minuten im zweiten Drittel haben die Ingolstädter viel Druck gemacht, aber wir haben gut dagegen gehalten und zurück zu unserem Spiel gefunden.“ Thomas Greilinger sagt aber richtiger Weise: „Zehn Minuten reichen halt nicht.“ Straubings Coach Larry Mitchell achtete noch auf etwas anders: „Beim 3:2 war ich gespannt, ob die Fans pfeifen oder ob sie hinter uns stehen. Die Jungs haben einen super Job gemacht, dass sie die Fans hinter uns gebracht haben. Die Fans haben uns dann nach vorne gepeitscht trotz der zwei Gegentore.“ Die Gäubodenstädter zeigten ihre Tigerkrallen und wehrten sich nach Kräften. Mitunter nahm auch die Härte zu, vieles am Limit, jedoch alles im straffreien Bereich. Jedes Team musste nur je einmal auf die Sünderbank, doch das hätte sich die Schanzer besser erspart, denn das drittel Überzahlspiel der Straubinger bringt ihnen den dritten Erfolg darin. Maury Edwards stellt mit einem strammen Schuss kurz vor Drittelende den alten Abstand wieder her. Coach Mitchell meint: „Solche Tore sind Goldwert.“

In den letzten zwanzig Minuten hatte man die Mannschaft von Tommy Samuelsson wieder druckvoll erwartet, doch es lief wenig zusammen. Dazu kamen Strafen und plötzlich hatten die Tigers 1:24 Minute doppelte Überzahl. Jeremy Williams macht den vierten Straubinger Überzahltreffer und setzt damit den Schlusspunkt. Larry Mitchell fand Gehör: „Manchmal hören die Spieler auf den Trainer, denn genau diesen Spielzug wollten wir.“ Tommy Samuelsson findet: „Nach dem 2:5 kontrolliert Straubing das Spiel.“ Straubing ließ Ingolstadt laufen und dass taten diese auch, ohne dabei zu nennenswerten Aktionen zu kommen. Die Tigers verwalteten die Führung, nutzten jede Gelegenheit zum Wechseln und setzte Konter.

Obwohl Jeremy „Willy“ Williams zwei Tore machte, fiel die interne Wahl des „Man of the Match“ auf Sean Sullivan, dieser meint dazu: „Das ist echt nett von Connolly, dass er mich gewählt hat und ich jetzt den Hut und das Jersey habe, aber da waren heute eine Menge guter Leute auf dem Eis. Climie war stark, Willy war stark, das war eine gute Teamleistung von allen.“

Am Ende hatten die Niederbayern vier von sechs Überzahlspielen genutzt, was allgemein als der entscheidende Faktor gesehen wurde. Larry Mitchell freut das natürlich: „Wir haben Veränderungen in unserem Überzahlspiel vorgenommen. Für das erste Spiel war das besser, als ich erwartet habe.“ Tommy Samuelsson muss gestehen: „Wir konnten das Straubinger Powerplay nicht in den Griff bekommen.“ Doch das Unterzahlspiel ist nur die Folge der Regelwidrigkeit. Thomas Greilinger sagt: „Wir waren zu undiszipliniert und haben zu viele Strafen genommen.“ Ähnlich sieht es Thomas Oppenheimer: „Vor allem, dass wir zu viele Strafzeiten genommen haben, war der Knackpunkt.“ Und er erkennt: „In Unterzahl waren wir nicht gut genug, darum haben wir verloren.“ Sean Sullivan meint mit einem Lächeln:  „Wenn du viermal in Überzahl triffst, ist das immer ein Vorteil. Wir haben das heute mit viel Selbstvertrauen gespielt, auch bei fünf gegen fünf.“ Damit hat er Recht, denn auch bei fünf gegen fünf waren die Tigers zumeist das besser Team. Adam Mitchell meint dazu: „Das sehe ich auch so. Ich glaube, wir haben verdient gewonnen. Wir haben nach vorne und nach hinten hart gearbeitet. Wir haben mit viel Geschwindigkeit gespielt und haben mit allen fünf Spielern über die ganze Eisfläche gespielt.“ Thomas Greilinger ergänzt: „Straubing hat jeden Zweikampf gewonnen.“ Und er meint weiter: „Wir waren einfach chancenlos, von der ersten bis zur letzten Minute.“ Larry Mitchell bringt es aber in einem Satz auf den Punkt: „Die Jungs waren bereit.“

Tore: 1:0 (9.PP) Sean Sullivan (Jeremy Williams, Scott Timmins), 2:0 (16.) Jeremy Williams (Mike Connolly, Maury Edwards), 3:0 (19.PP) Adam Mitchell (Steven Zalewski, Mike Hedden), 3:1 (20.) Thomas Oppenheimer (Brandon Buck, John Laliberte), 3:2 (25.) John Laliberte (Brandon Buck, Patrick McNeill), 4:2 (40.PP) Maury Edwards (Mike Hedden, Tommy Brandl), 5:2 (46.PP2) Jeremy Williams (Sean Sullivan, Mike Connolly).

Schiedsrichter: Eric Daniels, Daniel Piechaczek; Linienrichter: Andreas Flad, David Tschirner.

Strafen: Straubing 6; Ingolstadt 14.

Zuschauer: 3.861.