In Straubing soll’s gleich knallen

Straubing: Trew bleibt ein TigerStraubing: Trew bleibt ein Tiger
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Sechs Wochen Training, zehn Testspiele. Die Straubing Tigers haben eine lange und harte Vorbereitung hinter sich und wollen nun die Früchte dieser Arbeit ernten. „Wir sind froh, dass es jetzt endlich los geht“, sagt Kapitän Josef Lehner. „Fix und fertig“ seien die Spieler zwischendurch gewesen, die letzten vier Partien wären angesichts einer angespannten Personaldecke zur „Tortur“ geworden: „Das war hart an der Grenze.“

Das Vorbereitungsprogramm hinterließ merklich Spuren. Mehrere Verletzte spannten die Lage bei den Niederbayern, die am Freitag in ihre zweite DEL-Saison starten, in der letzten Woche zusätzlich an, doch inzwischen, rechtzeitig zum ersten Punktspiel, haben sich alle nach einem Regenerationsabstecher nach Bad Birnbach und zwei freien Tagen wieder fit gemeldet.

Bis auf Goalgetter Bill Trew, der auf seine Einbürgerung wartet, ist die Mannschaft komplett einsatzbereit, wie Trainer Erich Kühnhackl am Donnerstag bekannt gab. Auch die Verteidiger Calvin Elfring (Virus-Infektion) und Andreas Moborg (Bauchmuskelzerrung) haben letzte Tests bestanden. „Sie werden aber noch keine sechzig Minuten durchspielen können“, erklärt Erich Kühnhackl dazu.

Mit einem „Druck, der Spaß macht“ startet der Coach mit seiner Mannschaft in die zweite DEL-Saison. „Es wird wichtig sein, dass wir schnell wieder in die Liga finden“, sagt er. Schließlich haben die Tigers das Ziel, Platz zwölf aus der letzten Saison zu bestätigen und möglichst bis zum Ende noch eine Chance auf Rang zehn und damit die Pre-Play-offs zu wahren.

Mit den Iserlohn Roosters gastiert am Freitag im Eisstadion am Pulverturm ein Team, gegen das sich Erich Kühnhackl eine Chance ausrechnet, nachdem er die Sauerländer am letzten Wochenende in Frankfurt selbst unter Augenschein genommen hat. Trotzdem zeigt er Respekt vor dem Auftaktgegner: „Iserlohn hat einen kompakten Eindruck gemacht, steht defensiv sehr gut und spielt offensiv schnell nach vorne. Die Spieler, die sie geholt haben, sind besser als jene, die sie in der letzten Saison hatten.“

Der Auftritt gegen die Roosters wird für die Tigers zum ersten Wegweiser. „Das Spiel ist ganz, ganz wichtig“, stellt Erich Kühnhackl fest. Ein Fragezeichen setzt er dabei noch hinter seine eigene Defensivabteilung. „Dort haben wir noch großen Bedarf uns zu verbessern. Insgesamt hat die Mannschaft im Großen und Ganzen gut trainiert, aber wir haben schon noch Luft nach oben.“

Die Defensivleistung um den herausragenden Torhüter Mike Bales wird wohl auch in der neuen DEL-Saison bei den Tigers über Wohl und Wehe entscheiden, denn wie schon in der letzten Spielzeit sollte die Strategie der Gäubodenstädter vor allem von einer kompakten Abwehr und einem großen Kampfgeist getragen werden.

Kapitän Josef Lehner sagt: „Es wird der Schlüssel für die ganze Saison sein, dass wir eine gute Einstellung zur Defensive finden und dass wir geduldig bleiben. Wir haben dann auch schnelle Spieler, mit denen wir Konter fahren können.“

Für den mit 35 Jahren routinierten Verteidiger sei das Schwierige dieser Saison, dass „die Zuschauer daheim Siege erwarten.“ Abwarten müsse man seiner Ansicht nach, „wie die neuen Spieler reinfinden.“ Ein Stück weit verloren gegangen ist das Unbedarfte, das vor Jahresfrist zum Einstieg in die DEL beim damaligen Aufsteiger noch präsent war: „Viele von uns kennen jetzt die Lage und wissen, was von uns erwartet wird.“

Bei allen Anstrengungen und Mühen in der Vorbereitung wertet Josef Lehner vor allem die in den letzten Wochen erzielten Erfolge positiv: „Wir haben gesehen, dass wir gegen Top-Mannschaften auch eine Top-Leistung abrufen können.“ Eine solche wird bereits in den ersten Spielen der Saison gefragt sein, um das Eishockeyfieber in Ostbayern gleich wieder neu zu entfachen.

Die Mannschaft fiebert dem Spiel gegen Iserlohn, dem am Sonntag eine Auswärtspartie in Hamburg folgt, entgegen und den Neuzugängen, die die Punktspiel-Atmosphäre am Pulverturm bisher nur erahnen können, verspricht Josef Lehner angesichts der am Freitagabend erwarteten großen Kulisse bereits ein Gänsehaut-Feeling: „Da wird es richtig knallen!“

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