In den Play-offs von mehr träumenTeamcheck: Düsseldorfer EG

Hinten von links: Teamleiter Walter Köberle, Torwarttrainer Michael Elmer, Mannschaftsärzte Dr. Alois Teuber, Dr. Rafael-Michael Löbbert, Dr. Ulrich Keil, Dr. Ulf Becker, Daniel Fischbuch, Alexander  Preibisch, Manuel Strodel, Christoph Gawlik, Betreuer GHinten von links: Teamleiter Walter Köberle, Torwarttrainer Michael Elmer, Mannschaftsärzte Dr. Alois Teuber, Dr. Rafael-Michael Löbbert, Dr. Ulrich Keil, Dr. Ulf Becker, Daniel Fischbuch, Alexander Preibisch, Manuel Strodel, Christoph Gawlik, Betreuer G
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Die Zufriedenheit war Christof Kreutzer anzumerken. Zu Recht. Denn immerhin hat die Düsseldorfer EG gerade den Sprung in die K.o.-Spiele der Champions Hockey League geschafft. Vorzeitig. Durch einen Sieg in Finnland gegen TPS Turku. „Wir haben genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir haben defensiv gut gespielt, waren von Anfang an die bessere Mannschaft und hätten auch schon in der regulären Spielzeit gewinnen können“, sagte der DEG-Trainer.

Mit Blick auf die bald beginnende DEL-Saison will er den bemerkenswerten Erfolg nicht zu hoch hängen. Ob das vorzeitige Weiterkommen in der CHL so etwas wie eine erste Bestätigung der überraschend guten Leistung der Vorsaison sei, als die DEG, im Jahr zuvor noch Letzter, Fünfter wurde und das Play-off-Halbfinale erreichte? „Das wäre noch ein bisschen zu früh, das zu sagen“, erklärt Kreutzer. „Die Mannschaft hat sich ja auch verändert.“ Dennoch scheint sein Team zumindest auf dem richtigen Weg zu sein. „Ich bin froh, dass wir in der Champions League spielen können und dürfen. So sind wir früh unter Wettbewerbsbedingungen gefordert.“

Ein Garant für den Erfolg in Turku war Torhüter Bobby Goepfert, der nach seiner schweren Verletzung erstmals wieder ein Pflichtspiel bestritten hat, gute Paraden zeigte und alle Penaltys abwehrte. „Ich freue mich für Bobby. Nicht nur dass er wieder dabei ist; er hat ja auch schon bei den Testspielen in der Schweiz gespielt. Sondern eben auch darüber, dass er in einem Pflichtspiel so eine Leistung bringt.“ Dass sein Comeback zum genau richtigen Zeitpunkt kommt, steht außer Frage. Denn mit Tyler Beskorowany haben die Düsseldorfer den DEL-Torhüter des Jahres der vergangenen Saison verloren; er spielt nun für die Springfield Falcons in der American Hockey League. „Es ist müßig darüber zu diskutieren, wie er für uns in dieser Saison gespielt hätte. Wir wünschen Tyler alles Gute. Aber wir haben starke Torhüter.“ Mit Mathias Niederberger (22) kehrte ein Eigengewächs aus Berlin zurück, das sich seinen Schliff in den Juniorenligen und Minor Leagues Nordamerikas geholt hat. Dazu kommt Felix Bick (22), der beim Oberligisten EV Duisburg in jungen Jahren zur Nummer eins avancierte. So bitter Beskorowanys Verlust ist – wirkliche Sorgen scheinen sich die Düsseldorfer auf dieser Position nicht machen zu müssen. Noch steht übrigens nicht fest, wer als Nummer eins in die Saison geht.

In der Defensive sind mit Spielern wie Shawn Belle und Drew Schiestel Abgänge zu verzeichnen, mit dem 32-jährigen Finnen Joonas Rönnberg kommt allerdings auch eine Menge Erfahrung hinzu. Er spielte von 2011 bis 2015 für Leksands IF und schaffte mit dem vierfachen schwedischen Meister 2013 den Wiederaufstieg von der zweitklassigen Allsvenskan in die SHL, wie die Elitserien seit eben jenem Jahr heißt.  Zudem gibt es hier mit dem 24-jährigen Tim Schüle einen Rückkehrer, der sich in Nürnberg sehr gut entwickelt hat. Allerdings betrifft eine von drei schweren Verletzungen auch die Defensive. Hier fällt aktuell Jakub Ficenec (38) aus: „Er hatte eine Meniskus- und Bänder-Verletzung, ist auch schon operiert worden. Wir können aber noch nicht genau sagen, wann er ins Team zurückkehrt“, so Kreutzer.

Die spektakulärste Verpflichtung im Sturm dürfte wohl die von Eduard Lewandoswki sein. Der 34-Jährige hatte seine Karriere 1997 beim EC Wilhelmshaven begonnen (der nach langer Zeit ohne Eishalle in dieser Saison in der Landesliga neu startet), spielte für Berlin und Köln und wurde 2007 mit Mannheim Deutscher Meister. 2008 zog es ihn in die KHL, in der er 429 Spiele für Spartak Moskau, Neftechimik Nischnekamsk, Atlant Mytischtschi und zuletzt Avtomobilist Jekaterinburg bestritten hat. In dieser Zeit markierte er in der KHL 56 Tore und 83 Vorlagen. Dazu kommen Spieler wie Chris Minard (33) vom Rhein-Rivalen Kölner Haie (178 Spiele, 64 Tore, 44 Vorlagen) und Norm Milley (35) aus Wolfsburg (402 Spiele, 103 Tore, 267 Vorlagen). In eine ähnliche Leistungskategorie gehört Christoph Gawlik (28), der mit Berlin und Ingolstadt Meister wurde, nun aber mit einem Kreuzbandriss ausfällt. „Wir sind guter Dinge, dass Christoph Anfang des Jahres wieder spielen kann“, geht Kreutzer davon aus, dass die Saison für Gawlik nicht gelaufen ist. Die dritte große Verletzung des Teams betrifft Daniel Fischbuch, der sich in einem CHL-Spiel einen Nierenriss zugezogen hat. „Das hat uns alle sehr geschockt“, sagt Kreutzer. „Daniel wurde auf der Intensivstation behandelt und musste um seine Niere bangen. Zum Glück verliert er sie, Gott sei Dank, nicht und es geht ihm schon wieder besser. Wir werden sicher nicht zu früh mit Daniel wieder anfangen.“

Weitere junge Talente wie beispielsweise Marcel Brandt (Straubing) oder Maximilian Kammerer (Red Bulls, MHL) sorgen dafür, dass der Kader Tiefe hat. Die Abgänge von Michael Davies (Hamburg) und Andreas Martinsen (Colorado Avalanche, NHL) scheinen kompensiert. „Wir freuen uns ja auch, dass sich ein Spieler wie Andreas Martinsen bei uns so entwickelt hat, dass er für die NHL interessant geworden ist“, so Kreutzer.

Bleibt die Frage nach dem Ziel. Denn oberhalb von Rang fünf und dem Erreichen des Halbfinals bleibt nur wenig Luft nach oben. „Das stimmt“, nimmt es Kreutzer mit einem Lächeln und sagt: „Wir wollen die Play-offs erreichen, egal auch welchem Weg. Das heißt, wir wollen mindestens Zehnter werden. Und wenn du einmal in den Play-offs spielst, dann kannst du auch von mehr träumen.“