Im deutschen Eishockey droht die große Langeweile

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Als die Mannschaft der Berliner Eisbären am Donnerstag auf dem Flughafen Berlin-Tegel landete, da warteten schon hunderte von Fans, um den alten und neuen Deutschen Eishockey-Meister zu begrüßen. Stürmer Sven Felski präsentierte den Anhängern den Pokal, bevor es zu Bier und Schampus an die Arena am Ostbahnhof ging.

Mittlerweile ist die Organisation einer solchen Meisterfeier schon Routine geworden für Manager Peter John Lee, der in den 80er Jahren noch für den Finalgegner aus Düsseldorf auf Torejagd gegangen war. Viermal holten die Eisbären in den vergangenen fünf Spielzeiten den Titel an die Spree und auch für die kommende Saison sind sie der Top-Favorit. Dem deutschen Eishockey droht die große Langeweile. "Wir sind der FC Bayern außerhalb des Fußballs", sagt Billy Flynn. Der Geschäftsführer bemüht sich erst gar nicht um Bescheidenheit, beschränkt sich nicht einmal aufs Eishockey und ergänzt noch: "Wir sind es zu 1000 Prozent."

Profitierten die Eisbären zu Beginn noch von ihrer vorbildlichen Nachwuchsarbeit, so haben sie mit dem Umzug vom nur 4695 Zuschauer fassenden "Wellblechpalast" in die neue Arena am Ostbahnhof im September 2008 auch in wirtschaftlicher Hinsicht einen Quantensprung vollzogen. 14 200 Besucher fasst die hochmoderne Halle und lockt mit ihren Logen potente Geldgeber an. Die Aussage von Trainer Don Jackson sollte da der Konkurrenz Angst machen. "Wir werden uns auf einigen Positionen noch gezielt verstärken."

Die DEG muss aufrüsten, um mithalten zu können

Die Spieler der Düsseldorfer EG mussten die bittere, weil entscheidende 2:4-Heimniederlage gegen die Eisbären nach einer 2:0-Führung und starken 40 Minuten erst einmal verdauen. Dabei wurden und werden sie von den Fans unterstützt, die ihre Vize-Helden am Samstag auf dem Rathaus-Balkon in der Altstadt feiern wollen. Kapitän Daniel Kreutzer blickt bereits auf die
kommende Saison voraus und macht den Anhängern Hoffnung, ohne eine Kampfansage in Richtung Berlin formulieren zu wollen. "Wir haben eine Mannschaft mit unglaublich gutem Teamgeist und großer Qualität." Um allerdings wie die Eisbären vier gute Angriffsreihen aufbieten zu können, muss beim achtfachen Meister ebenfalls investiert werden. Auch in der Abwehr gilt es, die Qualität zu erhöhen. Sonst ziehen die Berliner mit Siebenmeilenstiefeln davon. Die Langeweile im deutschen Eishockey scheint vorprogrammiert.

(Thomas Schulz)

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Adler Mannheim Mannheim
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EHC Red Bull München München
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