IceTigers können Eisbären nicht schrecken

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Augenzeugen einer unterhaltsamen DEL-Partie wurden die 13.200 Zuschauer in der o2 World nur für die zwanzig Minuten des Mittelabschnitts, in dem auch die Gäste Fahrt aufnahmen und gute Torchancen heraus spielten. Ein Strohfeuer, wie sich später herausstellte. Beim verdienten Sieger konnten die Ausfälle (Friesen, Walker, Pohl), zu denen sich kurzfristig auch noch Florian Busch mit einer fiebrigen Erkältung gesellte, kompensieren, was auch Chefcoach Don Jackson freute. Er hob nach dem Spiel Jimmy Sharrow, Sven Felski (beide 1 Tor und 1 Vorlage), Stefan Ustorf, Denis Pederson und die Brüder Alexander und Daniel Weiß lobend hervor.

Ziemlich deutlich sogar waren die Kräfteverhältnisse im ersten Spielabschnitt verteilt, wie auch Nürnbergs Trainer Andreas Brockmann nach dem Spiel einräumte. Mit den größeren Spielanteilen und auch den besseren Einschussgelegenheiten, hatten hier die Hausherren die Nase sichtbar vorn. Heraus sprang jedoch neben zwei Treffern ans Torgestänge (Regehr und TJ Mulock) nur eine knappe 1:0-Führung für die Eisbären, welche Laurin Braun bereits in der 4. Spielminute per Nachschuss markierte. Die wohl aufregendste Szene auf der Gegenseite lieferten die Nürnberger durch Vitalij Aab und Ryan Bayda: ersterer passte auf seinen frei vor dem Eisbärentor postierten Kollegen, der vor lauter Überraschung aber keinen vernünftigen Abschluss zustande brachte. „Ein Problem“, so Brockmann hernach, „dass uns derzeit anhängt. Wir müssen weiter hart arbeiten, dann kehrt auch das Schussglück zurück. Chancen erarbeiten wir uns genug.“

André Rankel holte in der 25. Spielminute bei voller Mannschaftsstärke nach, was den Eisbären zuvor in doppelter Überzahl nicht gelungen war und überwand IceTigers-Torsteher Patrick Ehelechner zum 2:0. Sven Felski (34.) stellte nach unaufhaltsamen Solo gar auf 3:0 für die Berliner. Zwischenzeitlich mussten sich die Hauptstädter aber durchaus bei Rob Zepp bedanken, insbesondere während einer Nürnberger 5-3 Überzahlsituation, der einige Male großartig parierte. Dann aber waren die Franken endlich an der Reihe einen Treffer zu bejubeln: Sean Blanchard nagelte den Puck nach einer Unachtsamkeit  in der Berliner Deckung fulminant zum verkürzenden 3:1 in die Maschen. Es sollte ihr einziger Torjubel bleiben.

Anders die Hausherren: Gegen Ende des Schlussdrittels durften die Eisbären ein weiteres Mal mit zwei Mann mehr ran. Diesmal mit mehr Erfolg als im ersten Versuch bei gleicher numerischer Konstellation: Verteidiger Jimmy Sharrow (57.) kam unbedrängt zum Schuss und ließ Ehelechner beim 4:1 keine Abwehrmöglichkeit. Auch wenn sich die Zuschauer gegen Ende sogar zur Laola hinreißen ließen, der Schlusspunkt unter eine eher durchschnittliche DEL-Begegnung war damit gesetzt.

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