Ice Tigers ziehen Scorpions früh den Stachel

Ice Tigers ziehen Scorpions früh den StachelIce Tigers ziehen Scorpions früh den Stachel
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Im Gegensatz zu vielen anderen Heimspielen, in denen die Nürnberg Ice Tigers ebenfalls mit viel Tempo und Biss begannen, konnten sie am Freitagabend gegen die Hannover Scorpions diese Überlegenheit auch früh in Zählbares ummünzen. Nicht unverdient, allerdings mit gütiger Mithilfe der defensiv - unerwartet - schwachen Gäste, die kurzfristig auf den angeschlagenen Travis Scott verzichten mussten und in Levente Szuper, der seit Wochen kein Spiel mehr bestritt, nicht den erhofften Rückhalt hatten.

Björn Barta eröffnete mit einem sehenswerten Move den Torreigen im ersten Drittel. Erst tanzte er zwei Verteidiger aus und ließ dann auch Szuper mit einem trockenen Handgelenksschuss unter die Latte keine Chance. Nur zwei Minuten später fing Roland Mayr einen kapitalen Fehlpass von Reiss ab und versenkte die Scheibe zum 2:0 im Netz. Auch das 3:0 mussten sich die Skorpione selbst zuschreiben. Bei eigener Überzahl verloren sie die Scheibe an Andre Savage, der bediente Jesse Schultz und Szuper ließ sich erneut austanzen.

Erst zu Beginn des Mittelabschnitts wurden die Gäste aktiver und druckvoller. Allerdings nur einige Minuten lang. Nachdem Patrick Ehelechner mit einer Glanzparade einen Nachschuss von Martin Hlinka übers Tor lenkte, dominierten wieder die Ice Tigers. Phasenweise wurden die Scorpions in der eigenen Zone schwindlig gespielt. Kapitän Shane Peacock war es vorbehalten für den nächsten Jubel zu sorgen. In Überzahl landete sein Schuss im langen Eck. Als Ehelechner Sekunden vor der zweiten Pause gegen Tino Boos erneut glänzend den Anschlusstreffer verhinderte, war die Partie gelaufen.

Das wussten beide Teams, erst Recht als Björn Barta zum 5:0 traf. Dolak und Sascha Goc taten zwar noch etwas für die Statistik, aber die Frage nach dem Sieger war längst beantwortet. "Das waren drei ganz wichtige Punkte. Wir waren läuferisch sehr stark und haben druckvoll angefangen. Wir wussten um Hannovers Auswärtsstärke, haben aber sehr diszipliniert gespielt und keine Konter zugelassen", analysierte Andy Brockmann nach der Partie.

Hans Zach attestierte seiner Mannschaft zwar "nie aufgegeben zu haben", bezeichnete aber den Nürnberger Sieg als "absolut verdient". "Sie waren sehr bissig von Anfang an. Gegen Nürnberg ist es genauso schwer wie gegen uns, wenn man in Rückstand gerät."

Seit dem 9. Oktober haben die Ice Tigers nicht mehr fünf Tore in einem Heimspiel erzielt. Dass es jetzt klappte, auch ein Verdienst von Co-Trainer Derek Mayer, der am Donnerstag einen psychologischen Vortrag über positives Denken und das Toreschießen vor der Mannschaft hielt. "Ich sage es immer etwas einfacher als Derek: Nicht so viel denken, sondern einfach schießen", witzelte Brockmann. "Mann kann auch sagen, heute war sowas wie der Ketch-up Effekt. Lange kommt nichts und dann alles auf einmal. Wir waren von der ersten Sekunde voll konzentriert und haben uns an den Spielplan gehalten", lobte Brockmann seine Schützlinge.

Schon am Samstag nach dem Training bricht der Nürnberger Tross in Richtung Berlin auf, wo am Sonntag die Partie beim Spitzenreiter auf dem Programm steht. Bei der derzeitigen Tabellenlage kann jeder Punkt über Heimrecht, Playoffs oder Pre-Playoffs entscheiden. "Ich habe schon vor Wochen gesagt, dass diese Entscheidungen erst am letzten Spieltag fallen werden", so Brockmann. Gesichert scheint mittlerweile indes, dass die Ice Tigers im Falle einer Pre-Playoff-Teilnahme ihre Heimspiele wohl in Straubing austragen werden, da die Arena an diesen Terminen bereits anderweitig belegt ist.

Tore:

1:0 (07.33) Barta (B. Leeb)

2:0 (09.57) Mayr

3:0 (17.37) Schultz (Savage) 4:5

4:0 (35.06) Peacock (B. Leeb, Barta) 5:4

5:0 (46.23) Barta (B. Leeb)

5:1 (47.41) Dolak (Vikingstad, Kathan)

5:2 (59.10) S. Goc (Dolak, Vikingstad) 5:4

Strafen: Nürnberg 6 min. - Hannover 4 min. + 10 min. Köppchen

Schiedsrichter: Looker

Zuschauer: 4292

(Foto: Björn Barta hatte allen Grund zum Jubeln by www.unser-nuernberg.de)

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