Ice Tigers stechen Scorpions aus: Nürnberg - Hannover 4:2 (2:1,2:0,0:1)

Zittersieg gegen HuskiesZittersieg gegen Huskies
Lesedauer: ca. 3 Minuten

Auch gegen die Hannover Scorpions setzten die Nürnberg Ice Tigers ihren offensiven Aufwärtstrend fort. Mit den vier Treffern gegen die Niedersachsen erzielten die Franken in den letzten beiden Heimspielen sogar mehr Tore als in den fünf vorhergehenden Auftritten auf eigenem Eis.

Scheinbar war die Schmidt-Truppe durch den Sieg gegen Mannheim am ersten Weihnachtsfeiertag beflügelt und zeigte auch heute wieder eine ansprechende Leistung, während den am Mittwoch spielfreien Gästen wohl der Weihnachtsbraten noch etwas schwer im Magen lag und dadurch die Siegesserie der Expo-Städter zu Ende ging.

Dennoch erwischten die Scorpions zunächst den besseren Start und tauchten desöfteren in der Nürnberger Zone auf, aber der erste Treffer fiel auf der anderen Seite und das äußerst kurios: Marc Savard eroberte sich die Scheibe und lief von halblinks alleine auf Verner, dieser kam weit aus seinem Gehäuse heraus, um den Schusswinkel zu verkürzen und konnte die Scheibe dadurch auch parieren. Der Abpraller fiel direkt vor die Schlittschuhe von Gilbert Dionne, der unglücklich den Puck im eigenen Netz unterbrachte. Die Gäste zeigten sich jedoch kaum geschockt und konnten durch einen Hammer von Frylen in Überzahl ausgleichen, was dem Spielverlauf durchaus entsprach.

Zehn Sekunden vor Ende des ersten Spielabschnitts stand Rob Guillet goldrichtig am langen Pfosten und schob die Scheibe zum psychologisch wichtigen Zeitpunkt ein. Im selben Maß wie dieser Treffer die Gastgeber beflügelte (Mike Schmidt: „Die Jungs waren danach in der Kabine voll da“), schien er den Scorpions den Stachel zu ziehen. Knapp drei Minuten nach Wiederanpfiff bediente der heute gut aufgelegte Guillet nach einem schönen Solo Thomas Schinko, der seinen dritten Treffer im vierten Spiel erzielen konnte. Als Steve Wilson nach einem rüden Check an der Bande gegen Franz Fritzmeier mit einer Spieldauerstrafe in die Kabine musste, zeigten die Gastgeber zwar ein deutlich verbessertes Überzahlspiel gegenüber den Vorwochen, waren aber zunächst nicht erfolgreich. Erst ein Stockschlag von Kapitän Len Soccio in die Wade von Kevin Dahl, der die Gäste auf drei Feldspieler dezimierte, brachte die Vorentscheidung: Marc Savard mit seinem statistisch gesehen zweiten Treffer an diesem Abend war von der blauen Linie erfolgreich.

Während Mike Schmidt vor allem im ersten Abschnitt mit seiner Mannschaft nicht ganz zufrieden war, konnte er dies nach 40 Minuten aber sein. Die Ice Tigers ließen gestützt auf einen wie immer sicheren Freddy Chabot hinten wenig anbrennen und hatten den in dieser Spielzeit oft vermissten Zug zum gegnerischen Tor. Zwar verflachte die Partie im Schlussabschnitt etwas, was auch angesichts des Spielstand zu erwarten war, aber dennoch wurde es nach dem zweiten Treffer der Gäste nochmals spannend. Johansson überwand erneut im Powerplay Chabot aus kurzer Distanz. Da die Gäste kurz danach eine weitere Überzahlsituation von Schiedsrichter Awizus zugesprochen bekamen, hätte die Partie durchaus noch kippen können. So brachten die Franken das Spiel ohne weitere Probleme über die Runden und sicherten sich drei wichtige Punkte gegen einen direkten Konkurrenten um die Playoff-Plätze.

Gästetrainer Paulin Bordeleau war zumindest mit Teilen seiner Spieler nicht zufrieden: „Die Hälfte meiner Mannschaft hat gut gearbeitet. Das Schlechte an diesem Spiel war die Niederlage, das Gute, dass wir nicht unser bestes Spiel gemacht haben. Das 2:1 kurz vor Drittelende hat uns sehr weh getan“, so sein Fazit. Die Ice Tigers bleiben durch diesen Erfolg auf dem sechsten Tabellenplatz, was „angesichts der wohl ligaweit einzigartigen Verletzungssorgen unserer Mannschaft sensationell ist“, so Präsident Herbert Frey nach der Partie.


Tore:

1:0 (04.30) Savard

1:1 (15.33) Frylen (Simon, Dionne) 5:4

2:1 (19.50) Guillet (Jiranek, Schinko)

3:1 (22.50) Schinko (Guillet, Jiranek)

4:1 (26.34) Savard (Guillet, Yake) 5:3

4:2 (49.23) Johansson (Dionne, Öberg) 5:4


Strafen: Nürnberg 18 min. – Hannover 12 min. plus 5 min. plus Spieldauer Wilson

Zuschauer: 5.450


Schiedsrichter: Awizus

DEL PlayOffs

Montag 22.04.2019
Adler Mannheim Mannheim
- : -
EHC Red Bull München München
Mittwoch 24.04.2019
EHC Red Bull München München
- : -
Adler Mannheim Mannheim