Ice Tigers schlagen Grizzly Adams 4:2

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Lesedauer: ca. 3 Minuten

Des einen Freud, des anderen Leid. Während Wolfsburgs Coach Toni Krinner nach dem Spiel seine Unter- und Überzahlformationen für die Niederlage bei den Ice Tigers verantwortlich machte, hatte sein Tölzer Trainerkollege Andreas Brockmann gut lachen. Seine "special teams" machten einen guten Job und sicherten so den wichtigen Dreier.

Die Gäste begannen trotz der (torreichen) Mittwochspartie gegen Hamburg erstaunlich frisch und agil. In den ersten 15 Minuten gab es nur eine Richtung. Patrick Ehelechner hatte alle Hände voll zu tun, um gegen Sloan, Hospelt, Martinovic, Alavaara, Ulmer und Höhenleitner einen Rückstand zu verhindern. Nur ganze zwei Torschüsse brachten dagegen die Ice Tigers bis weit ins erste Drittel zustande. Erst ab der 17. Minute konnten sie sich etwas befreien. Savage und Chouinard prüften Daniar Dshunussow erstmals ernsthaft. Kurz vor der ersten Pause stellte Björn Barta mit seinem Treffer den Spielverlauf ein wenig auf den Kopf. Nachdem Blake Sloan ins Straucheln geriet, hatte der wendige Stürmer freie Bahn und ließ auch Dshunussow keine Chance.

Nach der Pause zunächst das gleiche Bild, obwohl die Ice Tigers jetzt besser im Spiel waren. Aber die besseren Chancen hatte weiterhin Wolfsburg. Höhenleitner vergab zu eigennützig einen Konter, Laliberte scheiterte an der Latte. Trotzdem konnten die Grizzlies endlich auch einmal jubeln. Nach Bullygewinn von Sarno zog Sloan ab und war mit einem Flachschuss erflogreich - 1:1. Doch schon bald mussten die Gäste erneut einem Rückstand hinterherlaufen. Ein katastrophaler Fehlpass von Genze direkt auf die Kelle von Mosienko, der den Torschützen Ancicka bediente, war dafür verantwortlich. Ein überflüssiges Foul von Magowan an Ehelechner brachte dann sogar noch das 3:1 für die Ice Tigers. Chouinard nutzte das Powerplay mit einem trockenen Handgelenksschuss in den Winkel.

Schon zu Beginn des Schlussabschnitts machte Laliberte die Partie wieder spannend. Aus der Kurzdistanz nutzte er eine Unsicherheit der Nürnberger Hintermannschaft zum Anschlusstreffer. Jetzt stand die Partie auf des Messers Schneide und alles war möglich. Brad Leeb feuerte einen Schuss auf Dshunussow, auf der anderen Seite entschärfte Ehelechner einen Alavaara-Hammer. Die Entscheidung zugunsten der Ice Tigers fiel nach einer Bankstrafe gegen Wolfsburg. Eine Strafe gegen Rekis kommentierten die Wolfsburger zu lautstark für Schiedsrichter Schütz, so dass die Ice Tigers eine doppelte Überzahl bekamen. Shane Peacock traf 24 Sekunden später mit einem schönen Schlagschuss unter die Latte.

Zwar versuchte Toni Krinner noch einmal das Blatt zu wenden und nahm bei eigener Überzahl schon fünf Minuten vor Spielende seinen Keeper vom Eis, aber auch bei 6 gegen 4 sprang nichts Zählbares mehr heraus. Letztendlich waren die mangelhafte Chancenverwertung zusammen mit zwei überflüssigen Strafzeiten für die Wolfsburger Niederlage verantwortlich.

Ähnlich sah es Toni Krinner nach der Partie: "Wir haben das Spiel heute durch unser schlechtes Powerplay und schlechtes Unterzahlspiel verloren. Dazu wurden unsere individuellen Fehler durch die Nürnberger bestraft. Wir waren nicht da, wo es weh tut und man die entscheidenden Nachschüsse bekommt."

Auf die spielentscheidenden Strafzeiten angesprochen, reagierte Krinner offen. "Das Foul von Magowan habe ich nicht richtig gesehen und kann es deshalb nicht beurteilen. Ich werde es mir aber auf Video ansehen", so Krinner, der mit Magowan schon nach dem Spiel gegen Hamburg haderte.

Die Bankstrafe dagegen brachte Krinner auf die Palme: "Die Aktion von Rekis war ein ganz normaler Körperkontakt wie er im Spiel zigmal vorkommt. Bei der anschließenden Bankstrafe gegen uns wurde nicht mit gleichem Maß gemessen, da auch bei den Nürnbergern vorher die Bandentür zugeknallt wurde. Nach einer Niederlage geht man auf so etwas normalerweise nicht ein, weil es schlechter Stil ist, sich hinterher zu beschweren, aber im Endeffekt fühlen wir uns verarscht", so Krinner.

Für Andreas Brockmann war es wichtig nach der Niederlage in Köln schnell wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. "In Köln hatten wir schlechte special teams, heute haben sie sehr gut funktioniert. In den ersten 15 Minuten waren wir sehr unter Druck und fast schon ein bisschen überrascht wie stark Wolfsburg gespielt hat. Aber Patrick Ehelechner war da, wenn es darauf ankam. Ab dem zweiten Drittel sind wir besser ins Spiel gekommen und haben aggressiver und geduldig agiert", so sein Fazit.

Tore:

1:0 (19.24) Barta (Nasreddine, B. Leeb) 5:4

1:1 (26.43) Sloan (Sarno)

2:1 (36.30) Ancicka (Mosienko, Martens)

3:1 (39.30) Chouinard (Grygiel, Savage) 5:4

3:2 (43.15) Laliberte (Ulmer, Furchner)

4:2 (51.56) Peacock (Nasreddine, Martens) 5:3

Strafen: Nürnberg 12 min. + 10 Chouinard - Wolfsburg 18 min.

Zuschauer: 2994

Schiedsrichter: Schütz


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