Ice Tigers schlagen Eisbären 5:2

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Duplizität der Ereignisse: Am vergangenen Dienstag verloren die Eisbären Berlin nach neun Siegen in Folge in Augsburg mit 2:5 und kassierten dabei drei Gegentore im Schlussabschnitt. Drei Tage später wollte der Tabellenführer diese Scharte auswetzen und "unbedingt verhindern" zum ersten Mal in dieser Spielzeit zweimal in Folge zu verlieren.

Genau diese Voraussetzungen waren allerdings auch für die Nürnberg Ice Tigers motivierend. "Wir haben darüber vorher in der Kabine gesprochen und waren der Meinung, dass es irgendwann mal an der Zeit dafür wird und heute ein guter Tag dafür wäre", bekannte deren Trainer Andreas Brockmann nach dem überraschenden Erfolg seiner Mannschaft.

Auch auf der zweiten Station ihres Bayern-Trips mussten die Hauptstädter eine 2:5-Niederlage einstecken. Und erneut hagelte es für die nach wie vor nur mit drei Reihen agierenden Berliner drei Gegentreffer im Schlussabschnitt. Zudem verloren sie schon im ersten Drittel Denis Pederson nach einem "hohen Stock mit Verletzungsfolge" mit einer Spieldauerstrafe.

Die Ice Tigers waren von Beginn an "heiß", hatten aber vor allem im Powerplay - wie schon so oft - erhebliche Defizite. Selbst über sieben Minuten am Stück mit einem Mann mehr konnten sie nicht zu ihren Gunsten nutzen. Es fehlte das letzte Quäntchen Glück und Können, um Rob Zepp schon frühzeitig zu bezwingen. Anders die Gäste, die nahezu ausschließlich in Überzahl schnell und brandgefährlich agierten, und durch Rankel in Führung gingen.

Im zweiten Drittel zunächst das gleiche Bild, denn die Ice Tigers konnten sogar insgesamt 114 Sekunden bei doppelter Überzahl nicht zu einem Treffer nutzen. Erst der starke Paul Albers brach dann doch den Bann und glich aus. Nur zwei Minuten später antworteten die Eisbären ganz cool im Stile einer Spitzenmannschaft. Stefan Ustorf lenkte einen Walser-Pass gekonnt ins lange Eck.

Aber man merkte immer mehr, dass die Ice Tigers gewillter waren mehr zu investieren, um das Blatt wieder zu wenden, während die Eisbären recht unengagiert auftraten. Mit aggressivem Forchecking wurden sie von den Nürnbergern immer mehr unter Druck gesetzt, so dass der erneute Ausgleich durch Simon Fischhabers erstem DEL-Treffer nur folgerichtig war.

Diese Überlegenheit wurde immer deutlicher. Erst Recht im Schlussabschnitt. Greg Leeb nutzte einen abprallenden Regehr-Schuss um alleine auf Zepp zuzulaufen und irgendwie die Scheibe unter den Achseln des Nationalkeepers durchzumogeln. Keine zwei Minuten später tobte die Arena als Adrian Grygiel nach einem druckvollen Angriff die Scheibe mit voller Wucht zum 4:2 in die Maschen drosch.

Die Eisbären wehrten sich nicht und hatten in den beiden letzten Dritteln zusammen insgesamt nur fünf Torschüsse zu verzeichnen. Kein Wunder also, dass Andre Savage mit einem "empty-net"-Treffer bei eigener Unterzahl letztendlich für den völlig verdienten Endstand sorgen konnte.

"Die Eisbären wollten uns am Anfang unter Druck setzen, aber das haben sie nicht geschafft, weil wir noch mehr Druck gemacht haben. Wir waren alle heiß auf diesen Sieg und jeder hat seinen Teil dazu beigetragen", so Brockmann nach dem Spiel.

Neuzugang Jesse Schultz hatte durchaus sehenswerte Ansätze und durfte sich auch gleich einen Scorer-Punkt gutschreiben lassen. Zuvor hatte der Kanadier allerdings ganz andere Probleme, verpasste er doch das Morgentraining, weil er die Arena nicht fand und erst auf der Autobahn Richtung Ingolstadt hilfesuchend zum Handy griff.

Tore:

0:1 (13.55) Rankel (Walker, Degon) 5:4

1:1 (24.08) Albers (Fical, Savage) 5:4

1:2 (26.07) Ustorf (Walker, Walser) 5:4

2:2 (29.22) Fischhaber (Mosienko, Keller)

3:2 (42.44) G. Leeb (Barta)

4:2 (44.06) Grygiel (Chouinard, Schultz)

5:2 (59.08) Savage (Ask, Leask) 4:6

Strafen: Nürnberg 16 min. - Berlin 23 min. + Spieldauer Pederson

Schiedsrichter: Aumüller

Zuschauer: 4903

(Foto: Jesse Schultz by www.unser-nuernberg.de)

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