Ice Tigers: Hamburg war eine Reise wert

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Wer hätte das gedacht? Nach vier Niederlagen in Folge und erneut einem absoluten Minikader konnten die Nürnberg Ice Tigers in der zum achten Mal in Folge ausverkauften Hamburger Color-Line Arena überraschen und die Playoff-Pläne der Hamburg Freezers mit einem 1:4 (0:1;0:3;1:0) ins Wanken bringen.

Zunächst erwischten jedoch die Freezers den besseren Start: Im Minutentakt tauchten sie gefährlich vor dem Nürnberger Tor auf, fanden jedoch kein geeignetes Mittel, den erneut bärenstarken Frederic Chabot zu bezwingen. Einer der wenigen Nürnberger Vorstöße führte zur überraschenden Führung der Gäste, die den Spielverlauf bis dahin auf den Kopf stellte. Tomlinson hatte sich rechts aus spitzem Winkel durchgesetzt und "fummelte" die Scheibe irgendwie am verdutzten Boris Rousson ins kurze Eck. Sein fünfter Treffer im siebten Spiel nach langer Verletzungspause.

Die Freezers griffen weiter an, bissen sich aber mehr und mehr die Zähne an der sattelfesten Nürnberger Abwehr und an Chabot aus.

Noch kurioser wurde es im zweiten Durchgang: Innerhalb von 205 Sekunden machten die Franken aus drei weiteren Chancen drei Treffer zur 4:0-Führung. Zunächst griff Rousson nach einem Greilinger-Schuss daneben, dann konterten die Franken zweimal eiskalt. Beim dritten Treffer fälschte Freezers-Verteidiger Sulzer die Scheibe ins eigene Tor, ehe Jiranek's Schuss nach Yake-Zuspiel trocken im Winkel einschlug. Jetzt waren die Freezers nicht nur geschockt, sondern auch mächtig frustriert. Aber auch mit einigen Nicklichkeiten fanden sie nicht mehr zurück ins Spiel.

Die Gäste beherrschten jetzt das Geschehen geschickt und ließen auch bei weitem nicht mehr so viele Torchancen wie anfangs der Partie zu.

Erst 48 Sekunden vor Spielende konnten die Freezers den Ehrentreffer erzielen und damit Chabot's dritten Saison-Shutout verhindern. Trainer Mike Schmidt war angesichts der drei Punkte und dem siebten Auswärtserfolg in den letzten acht Partien auf fremdem Eis natürlich happy: "Was die Jungs leisten ist immer wieder unglaublich. Freddy hatte einen Schokoladentag, wie man das von ihm gewohnt ist." Schön wäre nur, wenn sich auch endlich mal die Nürnberger Fans daran gewöhnen könnten, dass man in dieser Liga nicht in jedem Spiel überragende Leistungen bringen kann. Schon gar nicht bei dem Verletzungspech, dass die Franken in den letzten Monaten heimsuchte. Die Diskussionen nach der Freitagsniederlage gegen Ingolstadt waren jedenfalls überzogen und wurden nicht im entferntesten dem gerecht, was diese Mannschaft im Saisonverlauf bisher leistete. Die enthusiastischen Freezers-Fans gaben auch bei dem deutlichen Rückstand ihrer Mannschaft ein gutes Beispiel, was "Support" heisst.

Tore: 0:1 (11:04) Tomlinson (Schinko, Fritzmeier); 0:2 (25:52) Greilinger (Reichel, Aab); 0:3 (27:00) Yake (Jiranek, Droppa); 0:4 (29:17) Jiranek (Yake, Schinko); 1:4 (59:12) Lachance (Crowley, Witehall) 5-4

Schiedsrichter: Heiko Dahle

Strafminuten: Hamburg Freezers 12 - Nürnberg Ice Tigers 20

Zuschauer: 12759


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