Ice Tigers: Drei wichtige Punkte im Derby

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Einen immens wichtigen und überzeugenden 6:3 (1:0,3:1,2:2)-Derbysieg gegen Augsburg konnten die Nürnberg Ice Tigers in der vorgezogenen Partie des

39. DEL-Spieltags am Donnerstagabend feiern. Wie schon so oft in der Vergangenheit fielen viele Treffer im fränkisch-schwäbischen Duell, allerdings blieb die Spannung diesmal aus, weil die Ice Tigers von Beginn an dominierten und schon früh keine Zweifel an ihrer Überlegenheit aufkommen ließen. Das Torschussverhältnis von

34:14 spiegelt den Spielverlauf treffend wieder, so dass die Augsburger Panther auch die achte Partie in Folge in Nürnberg verloren und nun schon seit Januar 2000 auf einen Erfolg im Frankenland warten.

Wichtiger Schlüssel zum Nürnberger Sieg war

die Rückkehr des slowakischen Torjägers Marian Cisar, der nach zweiwöchiger

Verletzungspause erstmals wieder auflaufen konnte und schon nach 16 Sekunden den

Torreigen eröffnete. In allen Belangen, vor allem auch läuferisch und

kämpferisch, überlegen, zündeten die Ice Tigers ein wahres Offensivfeuerwerk,

dem die Panther zunächst nichts entgegenzusetzen hatten. Einziges Manko, es

blieb nach 20 Minuten bei der knappen 1:0-Führung.

Dies sollte sich im zweiten Spielabschnitt

ändern: Kevin Dahl mit einem durchaus haltbaren Schuss und erneut Cisar

brachten die Überlegenheit der Gastgeber auch auf die Anzeigentafel. Als das

Spiel schon vorentschieden schien, nutzte Shawn Carter ein Missverständnis von Guy Lehoux und Freddy Chabot mit einem schönen Solo in Unterzahl zum zu diesem Zeitpunkt überraschenden Anschlusstreffer. Allerdings dauerte es nur 66 Sekunden, ehe Petr Fical den alten

Abstand wieder herstellte. Mit etwas Glück bugsierte er die Scheibe knapp

hinter die Linie des vom umstrittenen Magnus Eriksson gehüteten Panther-Tores.

So ging es mit 4:1 zum zweiten Mal in die Kabinen.

Im Schlussabschnitt tat sich zunächst wenig,

beide Teams wussten um den Spielverlauf, der keine Zweifel über das heute

stärkere Team aufkommen ließ. Eine Einladung von Martin Jiranek nahm Francois

Fortier von Kofler bedient in der 44. Minute jedoch dankend an und überwand

Chabot im Fallen. Dennoch waren die Panther nicht in der Lage weiter Druck

auszuüben und die Partie noch einmal spannend und offen zu gestalten. Sicher

ein Grund dafür auch die verletzungsbedingten Ausfälle von Girard, Dandenault

und Anderson. So war es nicht verwunderlich, dass die auch in der Defensive

anfälligen Gäste durch Lehoux im Powerplay und Rumrich mit seinem 149.

DEL-Treffer zwei weitere Male geschlagen wurden. 27 Sekunden vor Spielende

sorgte Ronny Arendt mit seinem 13. Saisontreffer für den Endstand in diesem

fairen bayerischen Derby.

Ausschlaggebend waren vor allem das hohe Tempo

und die Zweikampfstärke der Ice Tigers, dem die Panther an diesem Abend nicht

folgen konnten, zumal auch ihr Topscorer Bobby Wren kaum in Erscheinung trat. So

sah es auch AEV-Manager Charly Fliegauf: "Nürnberg hat absolut verdient

gewonnen. Sie haben die Kleinigkeiten gemacht, die man tun muss, um ein

Eishockeyspiel zu gewinnen. Wenn man sieht, wie manche Gegentore fielen, ist das

schon schwer zu verdauen. Wir müssen besser in der Defensive stehen und damit

auch unserem Torhüter helfen, sicherer zu werden." Für Nürnbergs Trainer

Greg Poss waren das "sehr wichtige Punkte" gegen einen direkten

Konkurrenten, aber dennoch war er noch lange nicht gänzlich zufrieden, weil die

Gegentore "zu leicht" fielen. "Aber wir waren läuferisch sehr

stark, es war ein gutes Spiel von uns", so der US-Amerikaner, der in Kürze

auch die DEL-All Stars coachen wird. Für Marian Cisar, der Saisontreffer Nummer

20 und 21 auf der Habenseite verbuchen konnte, waren auch das "bessere

skaten" und die "vielen Torschüsse" Schlüssel zum Sieg.

Nebenbei ließ der Slowake verlauten, dass er sich durchaus eine weitere Saison

in Nürnberg gut vorstellen kann: "In der NHL sieht es nach Streik aus,

wenn Nürnberg mir ein Angebot macht, werden wir sicher verhandeln." Nicht

erst nach seinem sechsten DEL-Doppelpack steht das Nürnberger Interesse an einer

Weiterbeschäftigung Cisars außer Frage. "Unsere Gesellschafter haben

beschlossen erst über Verträge zu reden, wenn die Saison zu Ende ist. Wir

machen die Taktik der anderen Vereine nicht mit", so Greg Poss über die Personalplanungen für die nächste Saison.

Tore:

1:0 (00.16) Cisar (Larouche, Jiranek)

2:0 (26.33) Dahl (Stastny)

3:0 (28.32) Cisar (Julien, Lehoux) 5:4

3:1 (31.29) Carter (Delisle, Rekis) 4:5

4:1 (32.35) Fical (Dahl, Garvey)

4:2 (43.15) Fortier (Kofler)

5:2 (50.32) Lehoux (Julien, Jiranek) 5:4

6:2 (51.27) Rumrich (Barz)

6:3 (59.33) Arendt (Fortier, Barta) 5:4

Strafen: Nürnberg 14 min. - Augsburg 20

min.

Schiedsrichter: Schurr

Zuschauer: 4.139