Ice Tigers: Derbysieg in letzter MinuteNürnberg – Straubing 3:2

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„Ich fühle mich zehn Jahre älter“, gestand Ice-Tigers-Coach Jeff Tomlinson nach dem nervenaufreibenden Match, das bereits in der zweiten Minute voll im Gange war. Kaum hatten die Fans ihre Plätze in der Arena Nürnberger Versicherung eingenommen, klingelte es schon im Tor der Gäste. „The Hammer“ Jame Pollock war es, der die Franken auf Zuspiel von Eric Chouinard und Dusan Frosch nach 103 Sekunden in Führung schoss – ein gutes Polster für die Nürnberger, wie sich im weiteren Spielverlauf noch herausstellen sollte.

Straubing dominant, Nürnberg effektiv

Denn ab dem ersten Powerplay der Straubinger – als Rob Leask wegen eines Stock-Checks auf der Strafbank verweilte – fletschten die niederbayerischen Tiger die Zähne und kamen nicht nur einmal gefährlich vor’s fränkische Tor. Tyler Weiman hatte viel zu tun, hielt aber seinen Kasten sauber. „Tyler war heute sehr stark“, lobte Jeff Tomlinson seinen Goalie, „er hat uns am Ende das Spiel gerettet.“ Straubing zeigte sich kämpferisch, die effektivere Mannschaft waren allerdings die Ice Tigers, was sie in der 14. Spielminute mit ihrem zweiten Treffer bewiesen. Eric Chouinard nutzte die 5:3-Situation der Nürnberger und traf zum 2:0 (Assists: Connor James, Jame Pollock). Kurz darauf fälschte Evan Kaufmann noch einen Schuss von Rob Leask an den Straubinger Torpfosten ab, doch am Spielstand änderte sich zur Pause nichts mehr.

„Jetzt oder nie“

Der Mittelabschnitt begann mit einem kurzen Angriff der Gäste, die sich nach der Strafe von Ice Tiger Jason Jaspers (Hoher Stock) noch in Überzahl befanden. Die Niederbayern dominierten stellenweise weiter die Partie, so dass auch Laurent Meunier auf seinem Weg zum fränkischen Tor von Jason Jaspers aufgehalten wurde und dieser erneut in der Kühlbox landete. Als dann auch noch Marco Nowak wegen eines Stockschlags zwei Minuten pausieren musste, sahen die Straubinger ihre Chance gekommen. Und so war es schließlich Sebastian Osterloh, der sich wohl dachte: „Jetzt oder nie“ und auf Zuspiel von René Röthke und Calvin Elfring den Anschlusstreffer erzielte (27.). Als dann beide Teams endlich einmal komplett waren, kam etwas Ruhe ins Match. Die Zuschauer schnauften ebenfalls kurz durch, bis es weiter Strafen hagelte. Diesmal waren es Jame Pollock und wieder Marco Nowak, die „aussetzen“ mussten – Straubing somit erneut in doppelter Überzahl! Doch der Nürnberger Kasten blieb leer. Stattdessen erhielt Ice-Tiger-Keeper Tyler Weiman eine zehnminütige Disziplinarstrafe wegen „unsportlichen Verhaltens“ (Beschimpfung von Offiziellen). Und damit nur ja keine Langeweile aufkommt, durfte sich Jason Jaspers kurz vor der zweiten Pause auf seinen dritten Strafbank-Besuch freuen.

Bloß keine Verlängerung

Somit starteten die Ice Tigers auch in das letzte Drittel mit einem Penalty Killing. Die Zuschauer sahen ein weiterhin schnelles und intensives Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Am Drücker waren aber auch jetzt wieder die Straubinger, so dass der Ausgleichstreffer in der Luft lag. Die Niederbayern mit einer Riesenchance in Unterzahl: Blaine Down fuhr frei auf Tyler Weiman zu, versuchte es jedoch nicht selbst, sondern gab die Scheibe an Calvin Elfring ab, der wiederum am Nürnberger Goalie scheiterte. Knapp anderthalb Minuten waren noch zu spielen, als der Kampfgeist der Gäste dann doch noch belohnt wurde: Tyler Beechey ließ die Straubinger zum 2:2 Jubeln (Assists: Karl Stewart, Andrew Canzanello). Und während sich die Zuschauer bereits auf eine Verlängerung einstellten, wollten die Niederbayern nur eines: drei Punkte! „Wir haben einfach unseren Stiefel weitergespielt, an Overtime dachte da keiner“, erklärte Verteidiger René Kramer. Doch da es am Ende immer anders kommt als man denkt, gab es weder einen Dreier für die Gäste noch eine Verlängerung. Denn in allerletzter Minute schoss Connor James auf Vorlage von Jason Jaspers Nürnberg zum Sieg.

Charakter vs. mangelnde Chancenverwertung

„Es war ein schweres Spiel für uns, beide Mannschaften haben alles gegeben“, erklärte Ice Tiger Rob Leask und gestand: „Es war nicht unser bester Auftritt, aber wir haben unser bestes gegeben.“ Jeff Tomlinson war ebenfalls erleichtert: „Das Spiel hätte auch anders ausgehen können, doch die Jungs haben trotz des späten Ausgleichstreffers den Fokus nicht verloren.“ Auch Dan Ratushny fand lobende Worte für die Heimmannschaft: „Nürnberg hat Charakter gezeigt.“ Der Cheftrainer der Niederbayern weiß aber auch, dass sein Team gut gespielt und viele Torchancen herausgearbeitet hat. Umso mehr war es eine „schmerzliche Niederlage“. „Ich würde nicht sagen, dass wir schlecht gespielt haben, aber wir müssen unsere Möglichkeiten besser nutzen“, analysierte Straubings René Kramer das Derby. Die Chancen seien schließlich da. Und so müsse die Mannschaft laut Dan Ratushny auch positiv bleiben und sich bis Dienstag gut regenerieren. Dann geht es in München erneut um drei Auswärtspunkte.

Die Ice Tigers dagegen dürfen sich auf ein weiteres Heimspiel freuen und noch dazu auf ein ganz besonderes. Denn die DEG ist zu Gast – ein Match, dem nicht nur die ehemaligen Düsseldorfer Coach Jeff Tomlinson, Kapitän Patrick Reimer, Evan Kaufmann, Connor James und Marco Nowak entgegenfiebern. Ob Yan Stastny wieder mit von der Partie sein wird, ist noch unklar. Der Stürmer, der am Sonntag 30 Jahre „jung“ wurde, hatte sich laut Tomlinson am Freitag in Mannheim leicht verletzt und fehlte bereits gegen Straubing: „Es ist noch fraglich, ob er am Dienstag spielen kann“, erklärte der Trainer.

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