Ice Tigers beißen zurückNürnberg – Wolfsburg 5:2

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„Der EHC ist wieder da!“, hallte es in der Arena Nürnberger Versicherung. Die Franken hatten ihre „Diecher“ wieder. „Das war heute wirkliches Play-off-Feeling“, schwärmte Ice-Tigers-Coach Tray Tuomie vom Hexenkessel, der seine Truppe zum Sieg trieb. Dabei hatten einige Anhänger die Mannschaft nach dem bitteren 1:4 und klaren 0:4 bereits abgeschrieben. Doch im dritten Duell mit Wolfsburg waren es nicht die Grizzly Adams, die den Nürnbergern ihr Spiel aufzwangen. Am Freitag kontrollierten die Franken die Niedersachsen.

Nur Geduld!

Wie in den ersten beiden Begegnungen gaben die Ice Tigers erneut von der ersten Sekunde an Gas, wurden diesmal aber nicht ausgebremst: keine frühe Strafe, kein Gegentor in Unterzahl und es lief! Mit 14 zu fünf Torschüssen hatten die Nürnberger das erste Drittel klar im Griff, nur der Führungstreffer ließ auf sich warten. Sollte es irgendeinen Weg vorbei an Keeper Sebastian Vogl & Co. geben?

Auch nach der ersten Pause fehlte es den „Tigern“ an Bissigkeit nicht. Auf die Fütterung mussten sie jedoch bis zur 29. Spielminute warten. Yasin Ehliz drängte sich und die Scheibe in Überzahl durch die Gäste und schnappte sich die Belohnung. Die Nürnberger hatten mit ihrem Powerplay-Treffer den Spieß umgedreht: Zum ersten Mal in dieser Serie gerieten die Wolfsburger in Rückstand und kratzten nun vergeblich am Ausgleich. Auf der anderen Seite schmiss sich das Heimteam im wahrsten Sinne des Wortes vor Sebastian Vogl, an dem nach dem 1:0 wieder kein Vorbeikommen war.

Mit mittlerweile 29 zu zehn Torschüssen hätten die Gastgeber bereits klar vorne liegen können – doch aufgeschoben ist bekanntlich nicht aufgehoben. Nachdem Patrick Reimers Alleingang noch im Nichts endete, netzte der Ice-Tigers-Kapitän nach einer bravourösen Vorlage von Steven Reinprecht zum 2:0 ein (44.). Nun fruchtete der Einsatz, denn nur zwei Minuten später schnappte sich Leo Pföderl die abgeprallte Scheibe und erhöhte auf 3:0 (46.).

Konzentration bitte!

Die Ice-Tigers und ihre Fans jubelten siegessicher, was die Wolfsburger ausnutzten. Mit dem Doppelschlag von Aleksander Polaczek (48.) und Marco Rosa (49.) musste nun auch Nürnbergs Torhüter Tyler Weiman in seiner Viertelfinalpremiere hinter sich greifen. Die Niedersachsen waren plötzlich mitten im Spiel. Ein Aufschrei ging durch die Ränge und Tray Tuomie warnt für die Zukunft: „Da müssen wir konzentriert bleiben!“ Seine Jungs ließen sich auch nur kurz aus der Bahn werfen. Bereits drei Minuten später hatten die Franken dank Evan Kaufmanns Konter und dem daraus enstandenen 4:2 (52.) ihr Selbstvertrauen wieder erlangt. Den Sack zu machte schließlich Patrick Reimer, der in der letzten Spielminute das leere Gästetor traf (60.): 5:2, Nürnbergs erster Play-off-Triumph war besiegelt!

Knoten geplatzt?

„Uns allen ist ein Stein vom Herzen gefallen“, war der DEL-Spieler und -Stürmer des Jahres erleichtert, wusste aber auch, wieso sein Team die Partie beherrscht hatte: „Wir haben den absoluten Siegeswillen gezeigt und uns auf unsere Stärken berufen“, so Reimer, der erkannte: „Wenn wir richtig forechecken, dann bekommt Wolfsburg Probleme. Allerdings haben wir gesehen, wie hart wir arbeiten müssen.“ – eine Tatsache, die Tray Tuomie etwas verunsichert: „Gut, wir haben jetzt einen Sieg, aber dafür viel Energie und Kraft gelassen.“ Ob das den Nürnbergern bei den Grizzly Adams zum Verhängnis wird? Zwar sei laut Ice Tiger Yasin Ehliz der Knoten geplatzt, doch Wolfsburgs Aleksander Polaczek sagt an: „So wie heute werden wir nicht mehr spielen.“ Und auch sein Trainer Pavel Gross ist sich sicher: „Am Sonntag und Dienstag werden wir wieder besseres Eishockey zeigen.“

Die Tore im Überblick:

1:0 (29.) Ehliz (Reinprecht, Eriksson), PP1
2:0 (44.) Reimer (Reinprecht)
3:0 (46.) Pföderl (Pollock)

3:1 (48.) Polaczek (Haskins, Milley)
3:2 (49.) Rosa (Mayer, Furchner)
4:2 (52.) Kaufmann
5:2 (60.) Reimer (Ehliz, Reinprecht), EN

Schiedsrichter: Schimm, Brüggemann

Zuschauer: 6.797

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