Hitziges Tiger-Duell: Punkte bleiben in NürnbergIce Tigers schlagen Straubing mit 4:1

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Den besten Beweis für das derzeit große Selbstvertrauen in Nürnberg lieferte am Freitag Eigentümer Thomas Sabo höchstpersönlich. Auf die Frage, wie er die Chancen seiner Mannschaft im Heimspiel gegen die Straubing Tigers einschätze, prognostizierte er einen Kantersieg: „Ich gehe davon aus, dass wir das ganz klar gewinnen – 6:2 für uns!“ Einen klaren Sieg gab es für die Ice Tigers am Ende tatsächlich – die Partie selbst war jedoch umkämpfter, als es der 4:1-Endstand vermuten lässt.

Dass die 4460 Zuschauer in der Nürnberger Arena an Spiel zu sehen bekommen würden, das dem bisweilen arg überstrapaziertem Begriff Derby gerecht werden würde, deutete sich bereits früh an. Es waren gerade zwei Minuten gespielt, als Nürnbergs Yasin Ehliz gegen Straubings Goalie Matt Climie nachstocherte und daraufhin von Mike Cornell in die Schranken gewiesen wurde. Überhaupt wirkten die Niederbayern in der Anfangsphase griffiger und bissiger, setzten Nürnberg auch körperlich unter Druck und prüften Andreas Jenike im Tor der Gastgeber mehrmals. Der Wunsch der Straubinger Mannschaft, das völlig verkorkste letzte Wochenende mit Niederlagen gegen die direkten Konkurrenten Bremerhaven und Schwenningen vergessen zu machen, war förmlich greifbar. Vollen Einsatz zeigte wenig später James Bettauer: Nach einem harten Check von Brandon Prust gegen Sean Sullivan forderte Bettauer den NHL-Veteranen zu seinem ersten DEL-Fight (7. Spielminute). Belohnt wurde er damit immerhin mit einem Unentschieden – keine Selbstverständlichkeit gegen einen reinrassigen Enforcer wie Prust, der auch in der NHL stets über 100 Strafminuten pro Saison sammelte. „Ich glaube, Bettauer hat meinen Check schlimmer gesehen, als er eigentlich war. Dann kam er auf mich zu, wollte seinen Teamkameraden verteidigen. Da habe nicht lange nachgedacht und die Handschuhe fallen lassen“, beschreibt Prust die Szene. In der Folge entwickelte sich eine ausgeglichene Partie mit Chancen auf beiden Seiten.

Das erste Tor blieb aber den Gastgebern vorbehalten. Kurz nach Beginn des zweiten Spielabschnitts war es Pföderl, der den Puck ins Straubinger Tor schob, nachdem Matt Climie einen Schuss von Milan Jurcina  abprallen ließ (21.). Wenig später verhinderte Ice-Tigers-Goalie Andy Jenike die schnelle Antwort von Scott Timmins. Stattdessen war es das Team von Coach Rob Wilson, das den nächsten Treffer bejubeln durfte. Jeremy Williams saß auf der Strafbank als Steven Reinprecht einen Schuss von Patrick Reimer ins Straubinger Tor abfälschte (27.). Nürnberg übernahm nun zusehends die Spielkontrolle, das 3:0 durch Andrew Kozek war die logische Konsequenz (29.). Doch Straubing gab sich nicht auf und verkürzte durch Adam Mitchell, der ein Zuspiel von Mike Hedden aus kurzer Distanz in Jenike vorbei drückte, auf 1:3 (40.). Im Schlussabschnitt gelang es Nürnberg über weite Schrecken, den Vorsprung clever zu verwalten. Noch tollen Pass von Milan Jurcina konnte Philippe Dupuis einen Alleingang sogar noch zum 4:1 abschließen (55.).

Die Straubing Tigers haben damit weiterhin zwei Punkte Rückstand auf Platz zehn, Nürnberg festigt Platz zwei. Trotz des bisher erfolgreichen Saisonverlaufs und der Euphorie von Eigentümer Thomas Sabo, warnt Sportdirektor Martin Jiranek vor zu viel Zufriedenheit im Nürnberger Team: „Wir sind eine Mannschaft, die über den Kampfgeist kommt, wir gewinnen nicht nur durch Schönspielen. Deswegen ist es gefährlich für uns, zu locker zu werden und zu sagen: ‚Wir haben einen Lauf‘“.

Dominik Mayer