Helau schlägt AlaafFritzmeier: „Spielplan zu 100 Prozent umgesetzt“

Ein umkämpftes Derby: Die Krefeld Pinguine besiegen die Kölner Haie. (Foto: Imago)Ein umkämpftes Derby: Die Krefeld Pinguine besiegen die Kölner Haie. (Foto: Imago)
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Während es im anderen West-Derby zwischen Düsseldorf und Iserlohn für beide Mannschaften um den Anschluss an den Spitzenreiter Berlin ging, waren die Ziele im Derby zwischen den Krefeld Pinguinen und den Kölner Haien unterschiedlich: ging es für die Pinguine lediglich um den Sieg im Derby und das Ausgleichen der Bilanz gegen die Haie in dieser Saison, stand für die Kölner mehr auf dem Spiel, denn bei einer glatten Niederlage in Krefeld drohte der Absturz vom achten auf den zwölften Tabellenplatz. So tief ging es nicht hinab, dennoch unterlag der KEC mit 2:3 (1:1, 0:1, 1:1), wodurch die Gäste auf Platz zehn fielen.

Unglücklicher konnte die Partie für die Pinguine nicht beginnen: nach 18,5 Sekunden führten die Haie mit 1:0 durch den ersten Torschuss, der von Tomás Dubas Schläger versprang und über seine Hand, Arm und Schoner völlig überraschend im Tor landete. Die Pinguine wirkten aber nicht geschockt, sondern spielten nach vorne. Nur eine Minute später bot sich die erste Ausgleichschance, die aber ungenutzt verstrich wie die, die die Pinguine während der ersten Kölner Strafzeit generierten. Lediglich bei einem Schuss von Kyle Sonnenburg musste Gustaf Wesslau sein ganzes Können aufbieten, um den Ausgleich zu verhindern. Auf der anderen Seite verhinderte Tomás Duba mit Glanztaten in der zwölften Minute gegen Patrick Hager und in der 17. gegen Johannes Salmonsson das 0:2. Kurz danach wurde der zweite Hai ins Tiefkühlfach geschickt. Die Pinguine zogen ihr Überzahlspiel auf und nach 100 Sekunden kam die Scheibe über Herberts Vasiljevs zu Nick St. Pierre an der blauen Linie. Der täuschte einen Schuss an, ließ damit einen Hai ins Leere laufen und hämmerte dann die Scheibe rechts oben in den Winkel. Mit 1:1 ging es in die Pause.

Das Mitteldrittel war zunächst sehr ausgeglichen, abgesehen von einer Drangphase der Haie in den Minuten 27 bis 29. Aber es waren die Krefelder Fans, die in Minute 36 jubelten: die Pinguine drängten auf ein Tor, setzten sich im Drittel fest, und hatten mehrere Schusschancen bzw. -versuche, in der Kölner Defensive herrschte Chaos: obwohl fünf Haie im Slot vor Wesslau agierten, stand Andreas Driendl völlig frei am langen Pfosten, wo er nach einem schönen Zuspiel von Scott Valentine die Scheibe mühelos über die Linie drücken konnte. Gegen Drittelende setzten sich die Pinguine durch zwei Strafzeiten selbst unter Druck, retteten aber den Vorsprung auch durch eine kurzzeitige doppelte Unterzahl in die Pause.

In der fast zweiminütigen Überzahl zu Anfang des Schlussdrittels prüften die Kölner Duba nur einmal, der aber wieder sicher reagierte. Dann zog Moritz Müller die nächste Strafe gegen Köln, als er an der Krefelder blauen Linie einen Konter der Pinguine verhinderte. Die Niederrheiner spielten ihre Überzahl wieder ruhig und überlegt, bis Henrik Eriksson sich so im Slot positioniert hatte, dass er auf Zuspiel von Daniel Pietta das 3:1 erzielen konnte. In Minute 47 gerieten die Krefelder noch einmal in Unterzahl, kontrollierten die Scheibe aber mehr als die Haie. Yared Hagos führte die Scheibe und spielte die Zeit herunter. Das erboste Shawn Lalonde so sehr, dass er Hagos mit einem rüden Kniecheck von den Füßen holte. In der Phase 4:4 parierte Duba einen schönen Schuss von Patrick Hager, ansonsten gab es keine Ergebnisveränderung. Als Torsten Ankert sich nach 51 Minuten die nächste Strafzeit einhandelte, nahm Franz Fritzmeier seine Auszeit, aber diesmal blieb das Überzahlspiel torlos. In der Schlussphase wurde das Spiel noch einmal spannend, als ein Wechsel der Pinguine während eines Haie-Angriffs Nickolas Latta den Anschlusstreffer zum 3:2 ermöglichte. Die Kölner nahmen noch den Torwart vom Eis und hatten 30 Sekunden vor Schluss noch eine gute Chance auf den Ausgleich, der aber unverdient gewesen wäre. Damit konnten die Pinguine zumindest ihre Bilanz gegen Haie ausgeglichen gestalten.

Tomás Duba kommentierte das Spiel wie folgt: „Ich war nicht glücklich über das dumme Tor in Minute 1. Danach war ich ziemlich nervös, aber dass ich die Chancen von Hager und Salmonsson vereitelte, hat mir Sicherheit gegeben. Ich glaube, wir haben heute auch etwas Glück gehabt. Köln war sehr nervös, sie brauchten unbedingt die drei Punkte von uns, das hat ihnen nicht geholfen. Wir sind glücklich, wir kämpfen um jeden Punkt und wollen den Zuschauern bis zum Saisonende eine gute Leistung bieten.“

Torschütze Henrik Eriksson sagte: „Wir haben ein gutes Spiel geboten“. Sein Trainer Franz Fritzmeier war mit seiner Mannschaft sehr zufrieden und erklärte den Erfolg so: „Wir haben heute unseren Spielplan zu 100 Prozent umgesetzt und haben uns durch das frühe Gegentor nicht aus der Ruhe bringen lassen; wir wussten, wir waren 100 Prozent vorbereitet , wir haben sehr gut Unterzahl gespielt, und wir haben unsere Tore in Überzahl gemacht. Wir haben vor allem als geschlossene Mannschaft gekämpft und die Kleinigkeiten richtig gemacht. Am Ende haben wir verdient gewonnen.“

Tore: 0:1 (1.) Lalonde (Aslund), 1:1 (19.) St. Pierre (Vasiljevs) PP1, 2:1 (36.) Driendl (Valentine, Vasiljevs), 3:1 (44.) Eriksson (Pietta, Vasiljevs) PP1, 3:2 (58.) Latta (Weiß, Umicevic). Strafminuten:  Krefeld  6, Köln 12. Schiedsrichter:  Schukies – Zehetleitner. Zuschauer: 6378.

DEL PlayOffs

Sonntag 24.03.2019
Augsburger Panther Augsburg
4 : 3
Düsseldorfer EG Düsseldorf
Kölner Haie Köln
4 : 2
ERC Ingolstadt Ingolstadt
Adler Mannheim Mannheim
7 : 4
Thomas Sabo Ice Tigers Nürnberg
EHC Red Bull München München
0 : 3
Eisbären Berlin Berlin
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