Heißes Derby – Ice Tigers schlagen Augsburg nach Penaltyschießen

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Um es vorne weg zu sagen, die Augsburger Panther können seit der Saison 1999/00 nicht mehr in Nürnberg gewinnen, dabei blieb es auch am Sonntagabend, dem 12. Spieltag der DEL. In einem spannenden und für Zuschauer und Trainer nervenaufreibenden Derby behielten die Ice Tigers mit 6:5 (1:0,2:4,2:1,1:0) gegen den AEV nach Penaltyschießen die Oberhand. Und dies obwohl die Franken schon vor dem Eröffnungsbully eine ernste Hiobsbotschaft hinnehmen mussten: Toptorjäger Marian Cisar verletzte sich in den letzten Minuten der Hannover-Partie und muss mit einem Muskelfaserriss zumindest 10 Tage pausieren.

Dennoch gaben die Franken zunächst das Tempo vor, allerdings wollten oder konnten die Gäste, abgesehen von einem Beardsmore-Break, zunächst nicht mitspielen. Chance auf Chance rollte gen Magnus Eriksson, der auch wieder unter Beweis stellte, dass er desöfteren seine Nerven nicht im Griff hat. Lediglich Ex-Panther Greg Leeb konnte Eriksson aus kurzer Distanz mit der Rückhand überwinden. Leeb war es erneut, der den zweiten Treffer hätte nachlegen müssen, aber völlig frei scheiterte. Von der hochgelobten Panther-Offensive um Bob Wren, der heute gänzlich leer ausging, war bis dato nichts zu sehen.



Dies sollte sich im Mittelabschnitt allerdings sehr schnell ändern. Nach nur 26 Sekunden hämmerte John Miner die Scheibe unhaltbar für Michaud in den Torwinkel. Jetzt wogte die Partie mit hohem Tempo und vielen ansehnlichen Offensivaktionen hin und her. Vor allem die Überzahlformationen beider Teams konnten sich mehrfach auszeichnen. So fiel die erneute Nürnberger Führung nicht verwunderlich wieder im Powerplay. Jiranek war im Nachschuss zur Stelle. Keine Minute später nutzte Delisle eine Unachtsamkeit von Michaud, sein Pass nach innen prallte von Michauds Schlittschuh ins eigene Netz. Das Scheibenschießen ging munter weiter: Zunächst war Larouche am langen Pfosten im Powerplay erfolgreich, kurz darauf schlugen die Panther zurück, Fortier in Überzahl und Beardsmore drehten etwas überraschend die Partie.



Mit nur elf Torschüssen waren den Gästen bis dahin vier Treffer gelungen, sicher auch mit ein Grund für Ice Tigers Trainer Greg Poss, den Keeper zu wechseln. Chabot kam für Michaud, aber die Panther verfielen im Schlussabschnitt wieder in den Anfangstrott und tauchten nur noch selten in der Offensive auf. So war der 4:4-Ausgleich durch Seppi Menauer mehr als verdient, aber nur 33 Sekunden später fiel der nächste Panthertreffer aus dem Nichts. Strakhov netzte mit der Rückhand zur schmeichelhaften Führung ein. Jetzt brannten die Gastgeber ein Feuerwerk ab und hatten Chancen im Sekundentakt. Greilingers vermeintlichen Ausgleich verweigerte Schiedsrichter Lichtnecker die Anerkennung, das Tor von Eriksson war aus ligaweit bekannten Gründen verschoben. Doch die Ice Tigers kämpften weiter und kamen fünf Minuten vor Spielende zum umjubelten Ausgleich: Vitalij Aab erwischte Eriksson mit einem Bauerntrick.



Im anschließenden Penaltyschießen erwiesen sich die Ice Tigers auch wegen Freddy Chabot als die Besseren. Fical, Jiranek und Larouche mit dem entscheidenden Treffer sicherten den Extrapunkt. Für die Gäste trafen Wren und Beardsmore. Insgesamt fielen sechs Powerplaytreffer, so dass beide Trainer zumindest mit ihren Penaltykilling-Formationen nicht zufrieden sein konnten. Schiedsrichter Lichtnecker war zwar desöfteren nicht auf Höhe des Spielgeschehens, aber benachteiligte keines der beiden Teams. Vor allem im Schlussabschnitt wanderten die Gäste aufgrund läuferischer und konditioneller Probleme häufiger auf die Sünderbank.

So war auch Benoit Laporte zwar mit dem Ergebnis, aber nicht mit den Undiszipliniertheiten seines Teams zufrieden: "Ich hätte vor dem Spiel nicht gedacht, dass heute zehn Tore fallen. Nürnberg spielt ein sehr intensives Eishockey, schön zum Zuschauen." Für Ice Tigers Trainer Greg Poss war vor allem der Charakter und die Moral seiner Truppe lobenswert: "Augsburg war in der Chancenverwertung sehr effektiv, auch wenn einige Gegentore sehr unglücklich waren. Wir haben viel Druck gemacht und gute Gelegenheiten heraus gearbeitet. Letztendlich war unsere Chancenverwertung nicht ideal, aber die Moral stimmt bei uns immer. Für mich und für die Zuschauer ist ein 6:5 allemal besser als ein 2:1."

Tore:

1:0 (03.45) Leeb (Greilinger, Julien) 5:4

1:1 (20.26) Miner (Carter, Delisle) 5:4

2:1 (28.34) Jiranek (Fical, Julien) 5:4

2:2 (29.23) Delisle (Fortier)

3:2 (33.52) Larouche (Jiranek, Rumrich) 5:4

3:3 (35.30) Fortier (Beardsmore, Anderson) 5:4

3:4 (38.09) Beardsmore (Fortier, Moeser)

4:4 (41.34) Menauer (Julien, Dahl)

4:5 (42.07) Strakhov (Carter, Arendt)

5:5 (54.46) Aab (Larouche, Greilinger) 5:4

6:5 (60.00) Larouche

Strafen: Nürnberg 18 min. - Augsburg 28 min. plus 10 min. Disziplinar Eriksson

Schiedsrichter: Lichtnecker

Zuschauer: 5178


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