Heimsieg mit „Play-off-Gefühl“Nürnberg – Hamburg 4:3

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Da das Spiel in Augsburg aufgrund des dortigen Stadionumbaus auf den 20. November verlegt wurde, starteten die Franken vor Heimpublikum gegen Hamburg in die Saison – mit dem Zwillings-Duell zwischen Nürnbergs Brett Festerling und Freezer Garrett Festerling, das der Nürnberger Neuzugang mit 4:3 (0:0, 3:1, 1:2) für sich entschied.

Einfach nur Spaß hatte Brett Festerling bei seinem ersten DEL-Spiel, „und wir haben gewonnen“, freut sich der Verteidiger, „noch dazu gegen meinen Bruder“, lässt er seiner Schadenfreude freien Lauf. Auch die Stimmung, die von den Rängen ausging, hatte es ihm angetan. 4.328 Zuschauer durften sich über eine hitzige Partie in der Arena Nürnberger Versicherung freuen.

Schnelles Eishockey und Aggressivität…

…von der ersten Minute an begeisterten die Fans und auch Jeff Tomlinson. „Wir haben ein sehr intensives Spiel gesehen und es war alles dabei. Es war fast schon ein wenig Play-off-Gefühl da“, schwärmte der Nürnberger Cheftrainer. Vermissen ließ das Eröffnungs-Match gegen die Hamburg Freezers wahrlich nichts – schon gar nicht die Besuche in der Kühlbox. Insgesamt 38 Strafminuten vergaben Schiedsrichter Daniel Piechaczek und seine Kollegen. Den Anfang machte Nürnbergs Marco Nowak, der schon nach 30 Spielsekunden wegen Beinstellens für zwei Minuten vom Eis musste. Und so ging es fröhlich weiter. Die Helden des Abends daher: die Special Teams. „Sie waren heute der Schlüssel zum Erfolg“, wusste auch Tomlinson, der besonders das hervorragende Unterzahlspiel seiner Jungs lobte. Dieses war bereits in den ersten 20 Minuten gefragt. Die Ice Tigers trafen auf ein hochmotiviertes Freezers-Team, wussten aber dessen Powerplay immer wieder aufs Neue zu stören und retteten sich somit in die erste Pause.

Im Mitteldrittel waren es dann mit James Bettauer aber doch die Gäste, die das Führungstor erzielten (22.). Allerdings war das 1:0 der Hamburger zugleich auch der Startschuss für die Franken, die nun den Spieß umdrehten und loslegten. In der 31. Spielminute fiel er dann schließlich, der Ausgleichs- und erste Saisontreffer der Ice Tigers. Yan Stastny hatte freie Fahrt auf Dimitrij Kotschnew und versenkte den Puck in dessen Kasten. Nicht einmal zwei Minuten später nutzten die Gastgeber ihr Powerplay-Spiel und Connor James traf zum 2:1. Und weil’s gerade so schön war legte Jame Pollock erneut in Überzahl mit seinem bekannten Schlagschuss gleich noch zum 3:1 nach (35.)

Doch ein Eishockeyspiel dauert bekanntlich mindestens 60 Minuten und somit kommt unverhofft oft. Diesmal waren es die Freezers, die ihre Überzahlsituation nutzten und durch Matt Pettinger den Anschlusstreffer erzielten (44.). Und da es im Sport sehr schnell gehen kann sorgte nur zwei Minuten später Jerome Flaake für den 3:3-Ausgleich. „Wir hatten ganz einfach den Fokus verloren“, erklärte Jeff Tomlinson den kurzen „Durchhänger“ seiner Ice Tigers. Als dann auch noch Tyler Weiman kurzzeitig Probleme mit seiner Maske hatte und Back-up Andreas Jenike für wenige Minuten den Nürnberger Kasten erfolgreich hütete, hielten die Fans kurz den Atem an. Noch zuvor hatten die Franken eine Auszeit genommen, die letztendlich Wirkung zeigte. Hamburgs Garrett Festerling saß wegen Beinstellens auf der Strafbank, als erneut Jame Pollock seinen „Hammer“ auspackte. Der Blueliner konnte es selbst kaum glauben, riss dann aber doch die Arme nach oben, als er registrierte, dass er soeben den Führungs- und späteren Siegtreffer erzielt hatte. Somit gewannen die Franken ihre erste Saison- und Heimpartie, die Freezers musste sich nach dem 4:2-Auftaktsieg gegen Wolfsburg den Nürnbergern 3:4 geschlagen geben.

„Beide Mannschaften haben sehr gut gespielt, doch wir haben zu viele Strafen genommen“, wusste Hamburgs Coach Benoit Laporte. „Gegen einen Topfavoriten musst du mit mehr Disziplin spielen. Zudem war unser Überzahlspiel nicht so gut“, erklärte er die knappe Niederlage. Jeff Tomlinson war dagegen sehr stolz auf seine Jungs und auch aus den beiden Gegentoren nach der 3:1-Führung habe das Team gelernt: „Wir wissen jetzt, was passiert, wenn wir das Spiel kurz aus den Augen verlieren. Es ist gut, dass wir trotzdem gewonnen haben.“

Lockout – nicht mit uns?

Der Nürnberger Cheftrainer weiß, was er an seinen Jungs hat und hat daher auch eine deutliche Meinung zum Thema Lockout und NHL-Stars, die für kurze Zeit nach Europa wechseln. „Ich bin kein Fan davon, dass die NHL-Spieler rüberkommen“, gibt er zu. „Im Team herrscht derzeit eine gute Chemie, das würde alles nur kaputtmachen.“ Nach wie vor in Nürnberg im Gespräch: Colorados Paul Stastny, Bruder von Yan Stastny. Ob er nun kommt oder nicht, wird sich wohl im Laufe der Woche entscheiden – alles nicht so einfach, denn keiner weiß, wie lange der derzeitige Lockout überhaupt andauern wird. „Das Ganze ist eine Schande“, findet Brett Festerling, der selbst über 80 NHL-Spiele für die Anaheim Ducks und Winnipeg Jets bestritt. „Mir tut es vor allem für die Fans leid“, gesteht der 26-Jährige und hofft daher auf eine schnelle Einigung der Parteien.

Für die Ice Tigers geht es jedenfalls am Freitagabend, erneut vor Heimpublikum, gegen den ERC Ingolstadt weiter – ob mit oder ohne NHL-Star. Fehlen wird jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach Vitalij Aab. Der Stürmer hatte sich böse an der Schulter verletzt und musste in die Klinik gebracht werden.

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