Heimniederlage für die Lions nach 40 Minuten Gala von Ingolstadt

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Wer hätte das gedacht? Nach 25 Minuten im Spitzenspiel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zwischen den Frankfurt Lions und den Ingolstadt Panther führte der Gast mit 5:0. Die Frankfurt Lions agierten von Beginn an unterirdisch. Kein Biss, kein Wille, kein Einsatz und keine Leidenschaft.  Ingolstadt konnte sich wie im Training die Scheiben zuspielen und in Tore verwerten. Bereits nach 27 Sekunden ließ sich Lions Verteidiger Periard wie ein Schüler von Thomas Greilinger überlaufen, der allein vor Gordon die Panther in Führung brachte.  Fünf Minuten später stand Angell neben sich, ließ den Ingolstädter Walsh vorbeilaufen ohne ihn zu attackieren und schon stand es 2:0. Ein perfekter Auftakt für die Gäste, die bis zum Drittelende weiterhin hoch überlegen agierten. Die Lions konnten von Glück sprechen, dass nur noch Greilinger traf und die Lions nur mit einem 3:0 Rückstand ins Mitteldrittel gingen.

Hatten die Hessen vor Wochen einen 3:0 Rückstand schon einmal in einen Sieg gedreht, wurde in den zweiten 20 Minuten schnell klar, dass die Lions nicht das Zeug hatten, ein neuerliches Wunder zu verbringen. Zudem ist Ingolstadt auch nicht Hamburg. Die Panther spielten auch im Mitteldrittel konsequent weiter und ließen die Lions nicht ins Spiel kommen. Diese machten es den Gästen auch weiterhin brutal leicht. Bei eigener Überzahl vertändelte Angell den Puck an Ex-Löwe Kavanagh, der das anschließende Laufduell gegen Angell gewann und auf 4:0 erhöhte. Für Ian Gordon war das Spiel nach diesem Gegentreffer zu Ende. Fortan stand Thomas Ower zwischen den Pfosten. Doch auch den Ersatztorhüter ließen die Lions im Stich. Keine drei Minuten stand Ower im Tor, da spielten sich die Panther den Puck so lange ohne Gegenwehr der Lions zu, bis Ben Clymer ihn ins Tor schoss.

Nach diesem Treffer schaltete Ingolstadt einen Gang zurück und die Lions kamen zu ihren ersten zaghaften Torgelegenheiten. Bei einem Powerplay agierten die Panther zu lässig und ließen  Jamie Wright auf und davon eilen, der den mitgelaufenen Gawlik bediente zum 1:5. Am Rande der Partie sickerte zum Thema Gawlik durch,  dass laut Ingolstädter Presse Christoph Gawlik bei den Panthern einen Vertrag für die neue Saison unterschrieben haben soll. Im letzten Drittel beschränkten sich die Panther auf die Verwaltung der Führung und das wäre beinahe schief gegangen. Waren die Treffer von Danner und Ulmer zum 5:3 zunächst nur Ergebniskosmetik, machte Jamie Wright mit seinem ersten Saisontor das Spiel noch einmal spannend. Mit der Schlusssekunde sicherte Ficenec mit dem 6:4 dann doch noch den Sieg der Gäste. Ein Aufbäumen konnte man den Lions in den letzten 20 Minuten nicht absprechen, kam aber letztendlich zu spät. Zu harmlos hatten die Lions 40 Minuten zuvor gespielt. Ingolstadt schob sich durch den Auswärtssieg auf den 3. Platz vor und die Lions müssen sich fragen, warum sie erst im letzten Drittel das spielten, was nötig ist, um in der DEL in die Punkte zu kommen.

Enttäuscht von der Mannschaft bemängelte Lions Trainer Rich Chernomaz die Einstellung einiger Spieler: "Die Leistung heute war nicht gut genug, um zu gewinnen. 40 Minuten lang haben wir zu viele falsche Entscheidungen getroffen. Wir waren zu passiv. Ich bin enttäuscht von einigen Spielern, die gegen eine Top-Mannschaft wie Ingolstadt keine Einstellung mitgebracht haben. Im letzten Drittel haben wir gekämpft, das war aber zu spät. Man kann gegen Ingolstadt verlieren, aber nicht so", ärgerte sich Chernomaz.    

Zum Mainova Spieler des Tages wählten die Fans Thomas Ower

Tore:

0:1 (00:27) Greilinger; 0:2 (05:48) Walsh; 0:3 (18:25) Greilinger; 0:4 (22:18) Kavanagh 4-5SH; 0:5 (25:00) Clymer; 1:5 (33:14) Gawlik 4-5SH; 2:5 (46:18) Danner; 3:5 (50:42) Ulmer; 4:5 (58:46) Wright; 4:6 (60:00) Ficenec

Strafzeiten: Frankfurt: 12 Minuten; Ingolstadt: 8 Minuten

Zuschauer: 5.200

Schiedsrichter: Georg Jablukov

(Frank Gantert)

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