Heftiger Dämpfer für den Aufsteiger

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Derby-Stimmung wollte in Kassel beim

Spiel gegen die Grizzly Adams aus Wolfsburg von Anfang an nicht aufkommen – nur

knapp 3700 Zuschauer waren in die Kasseler Eishalle gekommen, um die Partie der

beiden Erzrivalen zu verfolgen. Am Ende hatten dann eigentlich mal wieder nur

die wenigen mitgereisten Fans aus Niedersachsen Grund zum Feiern, denn: Die

Kassel Huskies bekamen im sechsten Spiel der Saison den ersten richtigen Dämpfer

zu spüren. Nach einem desolaten zweiten Drittel mussten sich die Schlittenhunde

mit 0:7 (0:1; 0:4; 0:2) gegen Wolfsburg geschlagen geben. Die Fans der Huskies

nahmen die Niederlage aber gelassen. Sie feierten ihr Team im letzten Drittel

trotz des hohen Rückstandes und freuten sich überhaupt wieder in der DEL dabei

zu sein. 

In den ersten Minuten plänkelte die

Partie erst einmal vor sich hin. Die ersten Torschüsse kamen erst nach mehr als

fünf Minuten bei Wolfsburger Überzahl zustande. In der 11. Minute ging es dafür

aber umso schneller: Die Huskies-Abwehr schaut zu wie die Wolfsburger in der

Angriffszone ihre Kreise ziehen, keiner geht zum Gegner und Rekis hat keine

Probleme die Scheibe hinter Rousson zu versenken. Kassel ließ sich durch den

Rückstand aber erstmal nicht beirren, hatte durch Wood, Auger und Bartek sogar

Chancen zum Ausgleich. Die drei scheiterten aber ebenso an Dshunussow (Foto by City-Press) wie

Alexander Heinrich nach schönem Zuspiel von Brad Burym in der 19.

Minute. 

Was auch immer sich die Huskies in der

ersten Drittelpause für den zweiten Abschnitt vorgenommen hatten, ein Tor nach

25 Sekunden dürfte es sicherlich nicht gewesen sein. Als Papineau aber elegant

zum 0:2 einnetzte ging das Spiel für Wolfburg jedenfalls erst richtig los.

Degon, Rekis in Überzahl und Höhenleitner bei Egalité erhöhten bis zur 33.

Spielminute auf 0:5. Papineau und Milley hatten zwischenzeitlich sogar die

Chance zu einem weiteren Treffer, doch der doppelte Alleingang blieb ungenutzt.

Kassel konnte den stark auftrumpfenden Gästen nichts entgegenhalten, zu unsicher

stand die Abwehr, zu zaghaft waren die Versuche in der Offensive. Nach dem 0:5

war der Arbeitstag für Kassels Boris Rousson beendet, für ihn kam Sebastian

Elwing ins Tor der Huskies. Der hatte in diesem Drittel nicht mehr allzu viel zu

tun. Wolfsburg schaltete einen Gang hinunter, Kassel konnte aber trotz einiger

Chancen nichts ausrichten. 

Im letzten Abschnitt wollte man sich noch

einmal gut präsentieren, sagte Kassels Co-Trainer Fabian Dahlem nach dem Spiel.

Das immerhin gelang den Huskies einigermaßen. Mit der Unterstützung von den

Rängen kamen die Schlittenhunde noch einmal zu einigen guten Spielszenen, auch

wenn sie Wolfsburg nie länger in Bedrängnis bringen konnten. Auszeichnen konnte

sich aber nur noch Sebastian Elwing, der gegen Magowan, Ulmer und Furchner tolle

Paraden zeigte und so noch Schlimmeres verhinderte. Gegen die Treffer Nummer

sechs und sieben von Magowan und Rekis war er dann aber

machtlos. 

Für die Huskies heißt es nach diesem

Spiel in erster Linie Ruhe bewahren. Der Start in die erste DEL-Saison nach dem

Wiederaufstieg ist mit drei Siegen zu drei Niederlagen noch immer gelungen. Nach

dem 0:7 dürfte die Welle der Euphorie zwar erst einmal versiegt sein, vielleicht

bringt die Niederlage aber auch ins Bewusstsein, was von Anfang an klar war: Es

wird ein harter Weg für die Schlittenhunde, der nur mit viel Kampf gemeistert

werden kann. 

Stimmen zum Spiel 

Toni Krinner, Trainer Grizzly Adams

Wolfsburg:

„Ich bin natürlich sehr, sehr zufrieden

mit dem Spiel und dem Ergebnis. Man sollte das Ergebnis allerdings auch nicht

überbewerten, auch für diesen Sieg gibt es immerhin nur drei Punkte. Wir haben

heute sehr kompakt gespielt und waren besonders laufstark. Sehr gefreut hat

mich, dass sich die Mannschaft genau an die Vorgaben gehalten hat. Im zweiten

Drittel haben wir in der entscheidenden Phase des Spiels sehr effektiv gespielt

und einen guten Vorsprung rausspielen können. Einsatz und Disziplin haben heute

bei meiner Mannschaft gestimmt, deshalb sind die drei Punkte

verdient.“ 

Stéphane Richer, Trainer Kassel

Huskies:

„Gratulation an Wolfsburg – sie haben

verdient gewonnen. Zu allererst möchte ich mich heute bei unseren Fans für die

Unterstützung im letzten Drittel bedanken. Sie waren heute unser bester Spieler.

Wir sind eigentlich wie immer gut ins erste Drittel gestartet. Im zweiten

Drittel hat Wolfsburg aber jeden unserer Fehler bestraft. Sie haben sehr gut und

intelligent gespielt. Ich hoffe, dass die Niederlage heute ein Weckruf für uns

sein wird. Wir haben uns für das Spiel in der DEL drei Dinge vorgenommen: Hart

zu spielen, intelligent zu spielen und zusammen zu spielen. Das konnten wir

heute nicht über sechzig Minuten zeigen, deshalb waren wir nicht in der Lage,

gegen Wolfsburg mitzuhalten. Wir werden aber nach vorne schauen und weiter

arbeiten, damit wir am Donnerstag wieder unser Spiel machen

können.“ 

Leona Malorny


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