Heatley und Ice Tigers im Schatten der Red BullsMünchen steht wieder an der Spitze

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Der Name Heatley hat in München einen guten Klang. Immerhin hat Mark Heatley einst beim EHC München gespielt und mit den Münchnern sogar den Aufstieg aus der 2. Bundesliga in die DEL geschafft. Dies ist mittlerweile beinahe sechs Jahre her und wie es der Zufall will, kommt in dieser Saison wieder ein Heatley zu Besuch. Dieses Mal ist es allerdings der „große“ Danny, der das Münchner Eis im Trikot der Thomas Sabo Ice Tigers betrat.

Auch wenn der Name Heatley verpflichtet und bei Zeiten Eishockey der Spitzenklasse versprach, so zeigte der ehemalige NHL-Star in dieser Saison fast ausschließlich im Powerplay seine Stärken und war des Öfteren ein Schatten seiner selbst. Ob dies diesmal anders werden sollte? Denn unter der Stadionbeleuchtung wirft ja bekanntlich jeder große Schatten. Aus einem solchen traten von Anfang die Red Bulls, die die Länderspielpause offenbar besser überwanden.

In einem unterhaltsamen und hochklassigen Derby ließen die Red Bulls den Thomas Sabo Ice Tigers nicht den Hauch einer Chance und gewannen mit 4:0 (1:0, 2:0, 1:0) vor 5230 Zuschauern. München machte über weite Strecken mehr für das Spiel und führte folgerichtig auch mit 3:0. Die Nürnberger Sturmreihen, allen voran Danny Heatley und Steven Reinprecht , waren weitestgehend abgemeldet. Allein gegen Ende des zweiten Drittels wachten die Tigers aus ihrem Winterschlaf ein wenig auf und schafften es, die Defensive der Red Bulls ein paar Mal in Bedrängnis zu bringen.

Heatley ging währenddessen weiter auf Tauchstation. Seine Torgefahr und Aggressivität vor dem gegnerischen Tor hatte er heute komplett eingebüßt. Die Partie wurde ruppiger und schmutziger. Viele kleine Provokationen und versteckte Fouls beiderseits blieben von den Offiziellen allerdings ungeahndet. Indes versuchte Co-Trainer Jiranek durch einen Torwartwechsel das Spiel noch in eine andere Richtung zu lenken. Ein Unterzahltreffer von „Sheriff“ Pinizzotto besiegelte dann jedoch den endgültigen Sieg für die Red Bulls, die jetzt wieder von der Tabellenspitze grüßen. „Ich bin sehr zufrieden heute mit der Mannschaftsleistung. Es war ein sehr temporeiches Spiel, aber vor allem Danny aus den Birken hat heute hervorragend gearbeitet“, so Red-Bulls-Coach Don Jackson.

„Wir haben heute nicht schlecht gespielt, aber München hat zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht, wenig Rebounds zugelassen und deshalb verdient gewonnen“, so Nürnbergs Sportdirektor Martin Jiranek.

Tore: 1:0 (5:26) Yannic Seidenberg (Jason Jaffray, Frank Mauer), 2:0 (21:33) Toni Söderholm (Daryl Boyle, Keith Aucoin), 3:0 (31:31) Jérôme Samson (Jason Jaffray, Toni Söderholm/5-4), 4:0 (58:02) Steve Pinizzotto (Keith Aucoin/4-5). Strafen: München 10, Nürnberg 10. Zuschauer: 5230.