„Hauptsache gewonnen“ – oder doch nicht?Heimdreier durch Dreierpack

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Nürnberg jubelt! Und das daheim. 6:4 (1:0, 1:1, 4:3) gewannen die Thomas Sabo Ice Tigers das Duell mit den Augsburger Panthern, die am Ende den Gastgebern den Weg zum Sieg ebneten.

Wieder hieß es: Derbytime. Wieder luden die Ice Tigers zum Raubkatzenduell in ihren Eiskäfig. Erst am vergangenen Sonntag hatten die Panther aus Ingolstadt siegreich (4:2) die Manege verlassen. Nun trudelten die schwarzen Kater aus Augsburg ein. So richtig bissig zeigten sich weder die fränkischen Eistiger noch die schwäbischen Panther in den vergangenen Wochen. Beide Teams waren von ihrem Erfolgskurs abgekommen. Am Freitagabend wurden dann die Krallen ausgefahren – vor allem im letzten Drittel:

Der AEV lag in Führung, als Augsburgs Evan Oberg Nürnbergs Brandon Segal mit dem Schläger ungünstig im Gesicht erwischte. Die Folge: Der Ice-Tigers-Stürmer fuhr blutend vom Eis, Oberg durfte zum Duschen. Seine fünf Minuten saß Ben Hanowski ab. Doch lange blieb der US-Amerikaner nicht alleine. Teamkollege Brady Lamb leistet ihm nach einer Aktion gegen Leo Pföderl Gesellschaft – die Chance für die Nürnberger, ihren 2:3-Rückstand aufzuholen. Und die Franken nutzten sie.

„Wichtige Tore“ in der Schlussphase

Erst konnte Leo Pföderl Panther-Keeper Jeff Deslauriers in doppelter Überzahl überwinden (56.). Anschließend schlugen Patrick Reimer und Kurtis Foster im Powerplay zu (beide 57.). 5:3 hieß es plötzlich für die Gastgeber, die in weniger als zwei Minuten zunächst ausgeglichen, dann die Führung zurückgeholt und diese schließlich sogar ausgebaut hatten. Und es klingelte weiter: Marius Möchel traf in der letzten Spielminute noch das leere Gästegehäuse. Da war Thomas Holzmanns Abschlusstreffer für die Schwaben nur Ergebnisbeschönigung (60.).

3:2 hatten die Panther geführt. Am Ende kassierten sie nicht nur Tore am Fließband, sondern auch ihre fünfte Niederlage in Folge. Mike Stewart bringt es auf den Punkt: „Nürnberg hat in dieser wichtigen Phase die Tore geschossen“, spricht der AEV-Cheftrainer das Unterzahlspiel seiner Mannschaft an, das letztendlich ausschlaggebend für den 6:4-Triumph der Franken war. Doppeltorschütze Leo Pföderl sieht das nicht so eng: „Hauptsache gewonnen!“ Der Rest ist scheißegal!“, gibt er nach der langersehnten Ehrenrunde deutlich zu verstehen.

„Wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde“

Martin Jiranek dagegen ist weiterhin bedrückt. „Die Mannschaft ist momentan wie Dr. Jekyll und Mr. Hyde“, bereitet ihm die Truppe mit den zwei Gesichtern Sorgen. Früh gingen die Ice Tigers durch Leo Pföderl in Führung (3). Doch kurz nach der ersten Pause kassierten sie den ersten Gegentreffer (23.). „Warum kommen sie nicht härter aus der Kabine?“ Der Nürnberger Sportdirektor versteht es nicht. Wie so oft, hat mit Augsburg erneut der Gegner den Mittelabschnitt dominiert, bis diesmal Steven Reinprecht (30.) Nürnberg zurück ins Spiel brachte. Die erste Hälfte des Schlussdrittels ging allerdings mit zwei Panthertreffern wieder an die Gäste. Ist es Egoismus oder Nervosität? Denken die Spieler zu viel nach? Jiranek spekuliert. An einer anstrengenden Auswärtsfahrt kann es diesmal jedenfalls nicht gelegen haben. Denn die folgt erst nach dem Sonntagsspiel in Wolfsburg. Außerdem seien die langen Heimreisen laut Leo Pföderl eh nicht das Problem – „für mich jedenfalls nicht“, erklärt der Stürmer.

Wie sehr ein Auswärtsspiel ihn und seine Teamkollegen wirklich belastet, wird sich bereits am Dienstag wieder zeigen. Dann empfängt die Truppe von Cheftrainer Rob Wilson die Iserlohn Roosters. Die Augsburger Panther müssen am Sonntag zu Hause gegen Mannheim ran, bevor es für die Schwaben am Dienstag nach Köln geht.

Das Spiel im Überblick:

Die Tore: 1:0 (3.) Pföderl (PP1/Reinprecht, Joslin), 1:1 (23.) Thiel (MacKay, Grygiel), 2:1 (30.) Reinprecht (Martinovic), 2:2 (45.) Stamler (Holzmann), 2:3 (50.) Trevelyan (PP1/Matsumoto, Iggulden), 3:3 (56.) Pföderl (PP2/Reinprecht, Reimer), 4:3 (57.) Reimer (PP1/Joslin, Reinprecht), 5:3 (57.) Foster (PP1/Steckel, Pfleger), 6:3 (60.) Möchel (EN/Murley), 6:4 (60.) Holzmann (Ciernik, Weiß)

Strafminuten: Nürnberg 8, Augsburg 11 + 5 + 20 + 20

Schiedsrichter: Schimm, Schütz

Zuschauer: 4.455

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