Harold Kreis will die Zuschauer zurückgewinnen

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Heute beginnt die 15. Saison der 1994 gegründeten Deutschen Eishockey Liga (DEL), die 13. für den achtfachen Meister von der Brehmstraße. Infolge eines finanziellen Kollaps musste die DEG von 1998 bis 2000 zwei bittere Jahre in der Zweitklassigkeit darben, doch das ist längst Vergangenheit. Die Rot-Gelben gehören wieder zu den besseren Eishockey-Adressen in Deutschland. Was auch die Verpflichtung des Mannes an der Bande zeigt. Harold Kreis (Foto by City-Press) heißt der neue Trainer. Der 49-jährige Kanadier aus Winnipeg, der von 1979 bis 1997 für die Adler Mannheim 891 Erstligaspiele absolvierte, führte in der starken Schweizer Liga sowohl den HC Lugano (2006) als auch den Züricher SC (2008) zum Titel. Mit ihm verbinden die Fans in Düsseldorf die Hoffnung, nach 1996 endlich einmal wieder den Meisterpokal auf dem Rathausbalkon präsentiert zu bekommen. Doch Kreis versucht die Euphorie etwas zu bremsen. "Ich bin kein Messias. Auch wenn das Publikum in Düsseldorf anspruchsvoll ist, werde ich mich nicht auf diese hohe Erwartungshaltung einlassen."

Kreis sieht seine Aufgabe zunächst in zwei anderen Dingen. "Erst einmal muss es unser Ziel sein, die Fans zurück zu gewinnen." Trotz des Halbfinaleinzuges konnte die DEG in der vergangenen Saison über weite
Strecken nicht überzeugen, weshalb auch die Identifikation mit dem Team verloren ging. Diese soll sich besonders durch das zweite Anliegen des Trainers wieder herstellen lassen - die Integration von jungen deutschen Spielern. "Wir haben einen Kader mit einem Durchschnittsalter von 25,2 Jahren. Die meisten Spieler sind noch auf dem Weg nach oben."

Der Kader der DEG umfasst 23 Akteure, davon besitzen 13 einen deutschen Pass. Der dritte und vierte Sturm werden aktuell komplett aus deutschen Akteuren gebildet. Besonders die junge Reihe mit Peter Boon (23), Fabio Carciola (23) und André Schietzold (21) zeigt, dass die DEG auch als Ausbildungsverein wieder interessant geworden ist. Patrick Reimer hat es auf diesem Weg vom Lehrling zum Stammspieler gebracht. Der 25-Jährige ist seit 2003 bei der DEG und bekam vor wenigen Tagen seinen Vertrag bis 2010
verlängert. Jung und dynamisch ist das neue Markenzeichen der DEG - und hoffentlich auch erfolgreich.

Thomas Schulz