Harmonische Jahreshauptversammlung - Iserlohner EC mit schwarzen Zahlen

Roosters: Fünf Tore im Schlussdrittel lassen die Fans jubelnRoosters: Fünf Tore im Schlussdrittel lassen die Fans jubeln
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Harmonisch und unspektakulär verlief die Jahreshauptversammlung des Iserlohner EC e.V. am Mittwochabend im Iserlohner Senator Pütter Saal. Obwohl „König Fußball“ mit dem EM-Hit Tschechien gegen Deutschland an diesem Abend eigentlich regierte, waren die Mitglieder zahlreich erschienen. Erneut konnten der Iserlohner EC e.V. und die Roosters GmbH eine schwarze Zahl unter ihren Bilanzen präsentieren.



Der erste Vorsitzende des IEC, Wolfgang Brück, ließ nach einer kurzen Begrüßung in seinem Bericht die vergangene Saison der Roosters noch einmal Revue passieren.

Er erläuterte den Mitgliedern noch einmal, wie hoch der mit Platz zwölf verbundene vorzeitige Klassenerhalt der Roosters zu bewerten sei. Erstmals in der zehnjährigen Klubgeschichte hatten sich die Roosters von einem Trainer vorzeitig getrennt. Bei der Verpflichtung von Trainer Dave Whistle im vergangenen Jahr räumte Brück zum Teil auch Fehler der Verantwortlichen ein. Ein Lob zollte er Doug Mason, der die Roosters als Nachfolger Whistles zum Klassenerhalt geführt hatte. Bei den unvorhersehbaren Abgängen von Keeper Corey Hirsch (Armbruch nach Leitersturz), Verteidiger Michael Bresagk (familiäre Gründe) und Stürmer Ian McIntyre (disziplinarische Gründe), sei man machtlos gewesen. Dennoch sei es unter diesen schwierigen Umständen gelungen die Klasse zu halten. Der Nichtabstieg der Sauerländer, sei gleichbedeutend dem Gewinn einer Deutschen Meisterschaft eines Ligakonkurrenten.

Wirtschaftlich hätten die Roosters die Sponsoreneinnamen weiter steigern können.

Bei seinem Ausblick auf die bevorstehende Spielzeit 04/05 kündigte der Vorsitzende den Mitgliedern für den kommenden Freitag die Bekanntgabe eines aktuellen NHL-Stürmers an. Dieser sei in seinem Klub ein Topscorer. Einen konkreten Namen wollte der Hohenlimburger aber noch nicht nennen. Der Spieler sei eigentlich nicht finanzierbar, aber wegen des möglichen Lockout bereit im Falle des Streiks nach Iserlohn zu kommen. Ebenfalls stehe man mit einem aktuellen NHL-Verteidiger in aussichtsreichen Verhandlungen. Ziel sei auch in der kommenden Saison der Nichtabstieg. Bei der Lizenzerteilung seien keine Probleme zu erwarten.

Brück hofft darauf, dass die Iserlohner die Schere auf der Einnahmeseite zu anderen Klubs in rund zwei Jahren schließen können. Dann können möglicherweise auch über höhere Ziele angestrebt werden, führte der Rechtsanwalt weiter aus. Erstmals seien die Roosters in der Lage gewesen Leistungsträger, wie Adams und Higgins, weiter an den Klub zu binden. Auf der Torhüterposition habe man sehr viel Mut bewiesen und setze viel Vertrauen in Dimitrij Kotschnew und den aus Ingolstadt verpflichteten Leo Conti. Gerade Kotschnew habe in der vergangenen Saison in einer schwierigen Phase gezeigt, welche Leistung er abrufen kann. Einen Seitenhieb in Richtung Ex-Bundestrainer Hans Zach konnte sich Brück nicht verkneifen. Diesen Mut, einem deutschen Keeper eine echte Chance zu geben, hätte er sich auch vom „Alpenvulkan“ in Kölner Diensten gewünscht. Seinen Dank sprach Brück auch den Mitarbeitern der Geschäftsstele aus. Nochmals lud er alle Fans und Freunde des Iserlohner Eishockeys zur Party anlässlich des zehnjährigen Bestehens des IEC am 10. Juli zum Iserlohner Danzturm ein.

Anschließend ergriff Nachwuchschef Franz Broze das Wort. Er lobte ausdrücklich das Verhältnis zu den IEC Verantwortlichen und erläuterte den Mitgliedern das Nachwuchskonzept der Young Roosters, die mit dem „Eishockeyinternat“ (Schule und Eishockey) beachtliche Erfolge erzielen.

Mittlerweile ist die Nachwuchsabteilung eine Kooperation mit dem Nachbarklub aus Unna eingegangen, um allen Jugendlichen Eiszeit geben zu können.

Das Juniorenteam sei für die Regionalliga NRW und die Junioren Bundesliga gemeldet. Man wolle eine Plattform für die Spieler schaffen, die aus dem Nachwuchsalter heraus sind. Es könne nicht sein, dass Klubs wie Hamm und Dortmund zu großen Teilen von ehemaligen IEC-Nachwuchscracks leben, so Broze weiter. Die Zulassung für die Regionalliga scheitert derzeit aber am LEV-Präsidenten Wolfgang Sorge und dem Veto des EHC Dortmund.

Finanziell hat die Nachwuchsabteilung im abgelaufenen Geschäftsjahr ein Plus von rund 8500 Euro erwirtschaftet. Nicht müde werdend verwies der Nachwuchschef auf die immer weiter steigenden Kosten. Mit den Mitgliedsbeiträgen können mittlerweile nicht einmal mehr die Eiskosten bezahlt werden.

Sportlich gab Broze für seine Nachwuchsteams die Parole aus oben mitmischen zu wollen.



Im weiteren Verlauf gab Geschäftsführer Bernd Schutzeigel die Zahlen für den IEC e.V. (Hauptanteilseigner der RoostersGmbH) und die Roosters GmbH bekannt. Die GmbH erwirtschaftete erneut eine kleine schwarze Zahl von 1950 Euro. Der e.V. kam sogar auf ein Plus von über 6000 Euro. Auch die Kassenprüfer hatten keine Beanstandungen und folglich wurde der Vorstand von den Mitgliedern entlastet.



Auch Punkt sieben, die Erhöhung des Mitgliedsbeitrages von 30 Euro auf jährlich 45 Euro wurde bei nur einer Enthaltung von den Mitgliedern schnell abgesegnet. Neben den bekannten Vergünstigungen beim Dauerkartenkauf sollen Mitglieder zukünftig auch das Stadionheft „Bodiecheck“ zum halben Preis erwerben können.



Unter dem Punkt „Verschiedenes“ gab es nur wenige Fragen. Nach dem Lob eines Mitgliedes für die gute Arbeit der Vorstandschaft, erläuterte Wolfgang Brück auf Anfrage, dass eine Erweiterung der Hallenkapazität für ihn erst dann ein ernsthaftes Thema ist, wenn die Halle jede Woche ausverkauft wäre.



In rekordverdächtiger Zeit wurde die Jahreshauptversammlung beendet. Die 71 anwesenden Mitglieder zog es dann auch schnell vor die Fernsehgeräte, um der „zweitschönsten“ Sportart beizuwohnen. (MK)


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