„Hans Tripper“ - der gute Geist der Freezers

Lesedauer: ca. 2 Minuten

Sie nennen ihn „Hans“

oder auch „Tripper“. Das zweite klingt weniger fein, ist aber keineswegs eine

Anspielung auf eine gleichlautende Infektionskrankheit, sondern einfach nur

eine in Nord-Amerika übliche Ableitung des eigentlichen Familiennamens.

„Ja, der Dickkopf von dem

Tripper Hans“, sagt Stephan Retzer und bringt die nordamerikanische Ableitung

mit dem deutschen Vornamen in eine bajuwarisch geprägte Syntax. Das geht – zum

Entsetzen aller Deutschlehrer - durchaus, zumal wenn man wie

Freezers-Verteidiger Retzer aus dem niederbayrischen Deggendorf stammt und das

durchaus liebevoll meint. „Ja, der Dickkopf von dem Tripper Hans“, wiederholt

der Retzer Stephan, „Das war ein Zeichen für die ganze Mannschaft.“ Und nun

klingt es auch noch außerordentlich respektvoll.

Respekt, den sich der

deutsch-stämmige Kanadier John Tripp, um endlich einmal den richtigen Namen zu

nennen, dadurch verdient hat, dass er am vergangenen Sonntag bei Spiel 3

zwischen den Hamburg Freezers und den Frankfurt Lions nach einem heftigen Puck-Einschlag

im Gesicht zwar eine Menge Blut verlor, aber nicht den Kampfgeist. Nur kurz

hatte der 1,92-m-Hüne nach dieser äußerst schmerzhaften Begegnung mit der

Hartgummischeibe auf dem Eis gelegen, war dann, eine Blutspur hinter sich herziehend,

aus eigener Kraft in die Kabine gefahren.

Acht Nadelstiche an der aufgeplatzten linken Augenbraue später nutzte dieser John Tripp eine Spielunterbrechung

um unter dem Beifall des fairen Frankfurter Publikums und zum Staunen seiner

Mitspieler seinen Platz auf der Spielerbank wieder einzunehmen als wenn nichts

geschehen sei. „Ja, und? Ich lebe doch noch“, kommentierte der 31-jährige Nationalspieler

diesen Vorgang und tat so, als sei es das Normalste auf der Welt.

Und dann, als habe er

sein Leben lang nichts anderes getan als den Motivationskünstler zu spielen, zog

Tripp noch einen kleinen Psychotrick aus der Tasche: Von dem Moment an dröhnte

in der Freezers-Kabine nur noch „Don’t stop believing“ aus den Lautsprechern. Retzer:

„Dieser Song aus Trippers iPod ist so etwas wie unsere Playoff-Hymne geworden.“

Der Rest der Geschichte

ist bekannt. Die Freezers gewannen nicht nur dieses denkwürdige Spiel in

Frankfurt, sondern auch noch die anschließenden Begegnungen am darauffolgenden

Tag an gleicher Stätte und am Mittwochabend in Hamburg. Wie zum Beweis, dass

unbeugsamer Wille gerade im Eishockey so etwas wie kleine Wunder vollbringen

kann, beendete John Tripp, der vor wenigen Wochen bereits die deutsche

Nationalmannschaft zu den Olympischen Spielen geschossen hatte, auch noch mit einem

wunderschönen Tor zum 4:2 die Serie gegen Frankfurt höchstpersönlich.

„Ja, der Dickkopf von dem

Tripper Hans“. Bleibt zu hoffen, dass die Motivation der Freezers auch im

Viertelfinale gegen die Eisbären aus Berlin anhält, ohne dass der „gute Geist“ der

Freezers mit der Nummer 21 noch einmal seinen Schädel hinhalten muss. (jp –

Foto: City-Press)

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