Hans-Peter Sültenfuß wird 80 Jahre alt

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Am 12. Oktober wird Hans-Peter Sültenfuß, der Träger des Bundesverdienstkreuzes und Träger des Landesordens NRW, 80 Jahre alt. Dann ist er 74 Jahre aufs Engste mit dem Düsseldorfer Sport verbunden. 1932 begann seine sportliche Karriere bei der Jugendreiterstaffel der Reitschule Cordes. Es folgten zehn Jahre als Schwimmer mit Bezirksmeistertiteln, die Grundlagen für seine erfolgreichste Sportart waren gelegt. Sültenfuß hütete mehrere Jahre das Wasserball-Tor der 09er. 1948 stiegen die Düsseldorfer mit Sültenfuß im Tor in die höchste deutsche Spielklasse auf. Da wurde auch der Nationaltrainer auf den gebürtigen Düsseldorfer aufmerksam. Der Nationalcoach berief Sültenfuß in den Kader der Nationalmannschaft. Nebenher gründete er noch den SV Kickers 09 und baute eine Handball-Mannschaft auf. Mit 21 Jahren hatte der gelernte Kürschner und Einzelhandelskaufsmann seinen ersten Job als Sportfunktionär.

Kontakt zum Eishockey bekam er durch Eishockey-Nationalspieler Kurt Dicker. Dicker spielte damals, 1947, bei Preußen Krefeld, wohnte aber genauso wie Sültenfuß in Stockum. Eishockey in der Landeshauptstadt war nämlich unmöglich, das Stadion an der Brehmstraße war ausgebombt. "Meine Hauptaufgabe bestand darin, die schwere Ausrüstung zu schleppen. Das war eine ganz schöne Schufterei. Schließlich mussten wir zu Fuß über die Rheinbrücken. So nach dem Krieg gab es keine andere Möglichkeit", erinnert sich Sültenfuß.

Dennoch war der Virus Eishockey in Hansis Geist und Körper eingedrungen. Sein Engagement, sein Ideenreichtum und seine Konsequenz brachten ihm Anerkennung und sogar eine Sonderstellung ein. 1963 schuf die DEG sozusagen eine "Lex Sültenfuß". Bis dahin waren satzungsgemäß nur aktive Eishockeyspieler Mitglieder bei der DEG.



Für die Spieler war Hansi immer die Vaterfigur im Verein. "Sie konnten jederzeit mit ihren Sorgen und Nöten zu mir kommen. Ich habe dann versucht zu helfen", so Sültenfuß. Immer? Fast immer! " Das ganze Jahr kannst Du Dich auf Hansi Sültenfuß verlassen, aber während des Karnevalswochenendes hat er nur ´Helau´ im Kopf", meinte Ex-DEG-Akteur Mike Schmidt einmal über Hanspeter Sültenfuß (HPS).

Vor allem ist seine gesellschaftspolitische Einstellung hervorzuheben: "Vereine haben auch eine sozialpolitische Aufgabe. Wo beispielsweise kann man Ausländer besser integrieren als im Sport?", fragt der ehemalige Rollers-Präsident. "Wer viel Sport treibt, lernt auch etwas fürs Leben. Man entwickelt Teamgeist, Niederlagen zu verarbeiten und Erfolge zu feiern, ohne abzuheben". Dieser Verantwortung war er sich stets bewusst. Diese Einstellung wurde auch mit der Ehrenauszeichnung des Stadtsportbundes für hervorragende ehrenamtliche Tätigkeit gewürdigt.

Hans-Peter "Hansi" Sültenfuß wirkte jahrzehntelang bei der Organisation der DEG-Eishockeysaison an führender Stelle mit. Für alle Probleme kannte er die Lösung. "Als ich 2000 mit der Organleitung aufgehört habe, wusste ich, dass alles in guten Händen war. Meine Nachfolger haben schon lange mit mir zusammengearbeitet, sind sozusagen durch meine Schule gegangen", erzählt der "Hansi", der Ehrenmitglied der DEG Eishockey e. V. ist.

Beruhigt konnte er sich danach also mit der alten Leidenschaft neuen Aufgaben widmen. Unter anderem dem Vorsitz beim erfolgreichsten Deutschen Inline Hockey Verein, den DEG Rein Rollers, den er seit der Gründung des eigenständigen Inline-Hockey-Vereins im Mai 1997 bis November 2004 als die Nummer Eins führte und seitdem als Ehrenpräsident den DEG Rhein Rollers mit Rat und Tat zur Verfügung steht. Sein Ziel war es stets junge Leute für den Inline Sport zu begeistern, sie gut auszubilden und so das Niveau des Deutschen Inline-Hockey-Sports zu halten.

Ohne das Verständnis und die großartige Unterstützung durch seine Ehefrau, seiner Familie und seinem persönlichen Umfeld hätte das Düsseldorfer Sport-Urgestein nicht so ein erfülltes Leben im Ehrenamt gehabt.

Dirk Schulz

Präsident DEG Rhein Rollers e.V.

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