Haie verlieren in Düsseldorf 2:3

Die "Alex Hicks Initiative"Die "Alex Hicks Initiative"
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Die Kölner Haie haben zum Auftakt der Halbfinalserie in der Deutschen Eishockey Liga bei den DEG Metro Stars mit 2:3 (0:1/2:2/0:0) verloren. In der am Ende dramatischen Partie hatten die Gastgeber nach 38. Minuten mit 3:0 geführt und wie der sichere Sieger ausgesehen, bevor die Kölner noch einmal ins Spiel kamen.

 



Vor der Partie herrschte eine fast schon gespenstische Spannung unter den Spielern und Mitarbeitern der rheinischen Rivalen. Wortkarg und mit jenem typischen "Tunnelblick" ausgestattet, bereitete man sich auf das erste Halbfinalspiel vor.

 


Auf dem Eis hingegen ging es zunächst weniger emotional zu, beide Teams übten sich in Geduld, warteten lange auf den ersten Fehler. Den begingen die Kölner Haie in der 9. Minute, als sie viel zu weit aufrückten und die neutrale Zone weit offen ließen. Düsseldorfs Stürmer Thomas Jörg erkannte die Situation, passte den Puck blitzschnell durch die geöffneten Kölner Abwehrreihen in den Lauf von Klaus Kathan, der plötzlich ganz alleine mit der Scheibe auf Kölns Torhüter Thomas Greiss zulief und dem 20jährigen keine Chance ließ.

 

Köln bemühte sich im Verlauf des ersten Drittels, besser ins Spiel zu kommen, doch die Spieler von Hans Zach fingen sich zu viele Strafzeiten ein, mussten gegen Ende des ersten Abschnitts sogar für 31 Sekunden eine doppelte Unterzahl überstehen. Das gesamte Spiel litt unter der schlechten Qualität des Eises, ständig rutschen Spieler auf Wasserlachen aus, der Puck blieb nicht selten unkontrollierbar liegen.

 



Auch im weiteren Spielverlauf kamen die Kölner nicht in die Partie, im Gegenteil: Sie ermöglichten mit weiteren Fehlern wiederum gute Chancen der Gastgeber, die ihre Möglichkeiten konsequent nutzten. Andy Schneider schoss in der 22. Minute aufs Kölner Tor, Thomas Greiss wehrte nach rechts ab und der Puck landete genau auf dem Schläger des völlig ungedeckten Craig Johnson, der sich die Chance zum 2:0 nicht entgehen ließ. Nach 30 Minuten schien Köln dann mausetot zu sein, als Peter Ferraro mit einem satten Schuss unter die Torlatte auf 3:0 erhöhte, wieder sahen Kölner Spieler teilnahmslos zu.

 

Bei den Kölnern lief spielerisch nichts zusammen, dafür begannen sie endlich, sich mit harter Arbeit Chancen zu erzwingen. Im Eishockey ist bekanntlich viel möglich und die Haie kamen tatsächlich noch einmal zurück ins Spiel, benötigten dafür nur 44 Sekunden. Erst arbeiteten Alex Hicks und Bill Lindsay die Scheibe in der 38. Minute ins Tor, dann setzten die Kölner nach und bekamen einen Penalty Shot zugesprochen, weil ein Düsseldorfer Spieler den Puck im Torraum blockiert hatte. Jan Alinc lief an und vollendete ausgesprochen cool, als wenn es um nichts ginge. Plötzlich sahen die fast 10.000 Zuschauer eine völlig andere Partie, Köln witterte Morgenluft und die Chance, ein bereits verloren geglaubtes Spiel noch einmal zu drehen, musste dann allerdings noch vor der zweiten Drittelpause binnen sechs Sekunden zwei Strafen gegen Hicks und Lüdemann hinnehmen. Das folgende Düsseldorfer Powerplay konnte schon die Entscheidung bringen.

 



Düsseldorf ließ die Gelegenheit ungenutzt verstreichen, Köln drängte in der Folgezeit auf den Ausgleich, die Spannung wurde mit zunehmender Spieldauer fast lähmend für die Zuschauer.

Am Ende blieb es beim knappen Sieg für Düsseldorf, doch die Serie verspricht, ungemein spannend und eng zu werden.

 


Tore: 1:0 Kathan (9.), 2:0 Johnson (22.), 3:0 P.Ferraro (30.), 3:1 Hicks (38.), 3:2 Alinc (39.)

Strafminuten: Düsseldorf 12, Köln 20+10 Gogulla

Zuschauer: 9.341

 



Alexander Brandt