Haie setzen sich bei Scorpions mit 2:1 durchHannover - Köln 1:2

Andreas Falk brachte die Haie in Führung. (Foto: Roland Schicho - www.stock4press.de)Andreas Falk brachte die Haie in Führung. (Foto: Roland Schicho - www.stock4press.de)
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Bereits nach den ersten zehn Spielminuten war klar, dass es zwar kämpferisch und leidenschaftlich an beiden Mannschaften nicht viel zu meckern gab, aber technisch doch etliches im Argen lag. Das lag besonders an den Hausherren, die zwar versuchten, das Spielgeschehen an sich zu reißen, aber durch das unbefriedigende Aufbauspiel die rheinischen Gäste immer wieder einluden, mit Konter die eigene Defensivstärke zu testen. So durften innerhalb von nur fünf Minuten Brett Breitkreutz und Christopher Minard alleine vor NHL-Leihgabe Thomas Greiss auftauchen, scheiterten jedoch knapp. So gesehen war dann das 0:1 folgerichtig, obwohl die Aktion keineswegs wirklich gefährlich wirkte. Nathan Robinson versuchte sich von links, zog leicht verdeckt ab und Greiss hatte den Puck. Das glaubte er jedenfalls und als er begriff, dass die Scheibe sich aus dem Handschuh in Richtung linker Torpfosten wieder selbstständig gemacht hatte, da war es zu spät, denn Andreas Falk (7.)  hatte von allen Anwesenden am schnellsten reagiert und sein drittes DEL-Tor gemacht. In der Folge zeigten sich die Scorpions noch nervöser, kamen an der kompakt im Mitteldrittel stehenden Kölner Mannschaft überhaupt nicht mehr vorbei, konnten aber ihrerseits wirkliche Torchancen der Kölner vereiteln, zumal auch Greiss wieder sicherer wirkte. In der letzten Minute dann noch ein starker Auftritt von Andre Reiß, der mit einem mächtigen Schlagschuss sowie einem Drehschuss seinen früheren Mannschaftskollegen Youri Ziffzer im Kölner Tor prüfte, aber nicht überwand.

Das zweite Drittel ist schnell analysiert. Die Scorpions wollten unbedingt den Ausgleich und kassierten das 0:2, was angesichts der Chancen eigentlich ein Witz war. Tatsächlich hatte alleine Gerrit Fauser das sprichwörtliche Schusspech, da er mindestens dreimal Ziffzer prüfte, aber nie gut genug zielte. Da auch Ivan Ciernik unglücklich agierte und Marvin Krüger sowie der wieder genesene Martin Hlinka nach Reboundern das leere Tor verfehlten, stand auch nach vierzig Minuten die berühmte Null für die Scorpions. Die Kölner zeigten in diesem Drittel eine normale Leistung, beruhend auf die Schussungenauigkeit der Hausherren, einer guten Leistung ihres Keepers und dem Wissen, dass jede Präsenz im gegnerischen Drittel die Scorpions nervös machen würde. Das beste Beispiel für Effizienzdifferenzen zeigte sich im Powerplay. Während der Strafzeit für den „zu motiviert“ wirkenden Andreas Falk kamen die Scorpions nicht zu einem einzigen Torschuss, während die Kölner bei ihrer Powerplay-Chance (Hlinka kassierte die erste Scorpions-Strafzeit) bereits nach sechs Sekunden durch Felix Schütz (33.) trafen. Damit entsprach das Drittelergebnis nicht dem Spielgeschehen. Die Scorpions-Fans ließen sich jedoch nicht lumpen, feuerten ihre Farben weiterhin lautstark an und gaben deutlich ihre Meinung zu den Meinungsverschiedenheiten zwischen DEL, DEB und ESBG ab, als sie ein Plakat hochhielten: „Lieber Auf- und Abstieg als Power-Break“.

Das dritte Drittel begann dann auch prompt mit einem Paukenschlag. Die längst überfällige Tor für die Scorpions fiel bereits nach 75 Sekunden durch Morten Green (42.)  und ließ den Hausherren die Option, mit einer Energieleistung vielleicht doch noch für ein Happy-End zu sorgen. Leider misslang das Vorhaben, denn die Scorpions mussten dem hohen Kraftverbrauch in den ersten beiden Dritteln Tribut zollen. Wiederum litt der Spielaufbau unter der hohen Fehlerquote und die Kölner hatten eigentlich nicht viel Mühe, sich immer wieder rechtzeitig auf die Angriffe der Hannoveraner einzustellen. Lediglich in den letzten zwei Minuten wurde es noch einmal richtig spannend, als Scorpions-Coach Igor Pavlov seinen überzeugenden Keeper Thomas Greiss aus dem Kasten nahm und erst mit 6-5, dann sogar mit 6-4 spielen durfte, als der Spielverzögerungsversuch von Charles Stephens allzu plump ausfiel. Aber auch jetzt fiel den Hausherren nichts Überraschendes ein, so dass die mitgereisten 400 Kölner nach Spielende jubeln durften.

Haie Coach Uwe Krupp: „Wir haben eine starke Hannoveraner Mannschaft gesehen, die uns viel abverlangt hat. Zwar waren wir vorbereitet, aber mit der Hilfe unseres besten Spielers Youri Ziffzer hat es für einen knappen Sieg gereicht.“

Scorpions-Coach Igor Pavlov: „Köln war clever und unser Powerplay hat überhaupt nicht funktioniert. Das ist aber im modernen Eishockey sehr wichtig. Alles in allem eine bittere Niederlage.“

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