Haie: Reichlich Zündstoff vor dem 2. Halbfinale

Die "Alex Hicks Initiative"Die "Alex Hicks Initiative"
Lesedauer: ca. 1 Minute

 

Mit versteinerten Mienen gingen die Spieler der Kölner Haie nach der 2:3 Niederlage gegen Düsseldorf im ersten Halbfinalspiel der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zum Mannschaftsbus. Mit einer indiskutablen Leistung in der ersten Spielhälfte hatten sie sich selbst um einen möglichen Erfolg gebracht, lagen nach groben Abwehrschnitzern verdient mit 3:0 hinten. Erst danach fanden die Spieler von Hans Zach allmählich ihren Rhythmus aus dem Viertelfinale wieder. 



Möglicherweise war die lange Pause bis zum Halbfinale doch zu lang, die Kölner waren acht Tage spielfrei, während Düsseldorf über sechs Spiele gehen musste und im Rhythmus blieb. Die Spieler ließen solche Spekulationen allerdings nicht gelten. Stürmer Kai Hospelt betonte, man suche nicht nach Entschuldigungen. "Wir haben einfach in der ersten Hälfte schlecht gespielt und müssen am Sonntag von der ersten Minute an angreifen." Auch das aufgeweichte Eis an der Düsseldorfer Brehmstrasse taugte nicht als Grund, im doppelten Sinne. "Das Eis war ekelhaft, aber das war es für beide Teams", sagte Verteidiger Paul Traynor. "Wir haben nicht hart genug dagegen gehalten, das werden wir am Sonntag ändern und 60 Minuten angreifen. Wir haben den Düsseldorfern Möglichkeiten gegeben und uns erst im letzten Drittel gefunden, daran müssen wir Sonntag anknüpfen."

Überhaupt folgte dem Frust die Kampfansage: "Wir sind die bessere Mannschaft und müssen das auch zeigen", sagte Tino Boos mit verkniffenem Mund. "Wir müssen härter, hungriger spielen", bestätigte Alex Hicks, der am Sonntag auf seinen Sturmpartner Bill Lindsay wegen einer Zerrung im Oberschenkel verzichten muss.

 



Frustriert war auch Trainer Hans Zach an seinem 57. Geburtstag, der die Pressekonferenz nach dem Spiel abbrach, da sein Statement vom Gelächter der Anwesenden unterbrochen worden war. In Düsseldorf finden die Pressekonferenzen im vollbesetzten und nicht gerade von Fachpublikum frequentierten VIP-Zelt statt und nicht wie sonst üblich und von der DEL vorgegeben in einem separaten Medienraum mit den Vertretern der Presse. Die Kölner Haie betonten nach dem Spiel ausdrücklich, dass sie selbstverständlich gerne den Medien Rede und Antwort stehen, jedoch nach den Vorfällen vom Freitag nicht mehr bereit sind, an Pressekonferenzen teilzunehmen, die in besagtem Rahmen stattfinden.

 

Das zweite Spiel der Serie findet am Sonntag in der Kölnarena (17.15 Uhr live bei Premiere) statt und ist bereits ausverkauft. Drei Siege werden benötigt, um ins Finale einzuziehen.

 



Alexander Brandt