Haie gegen Krefeld, dann sechsmal auf fremdem Eis

Die "Alex Hicks Initiative"Die "Alex Hicks Initiative"
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Der

Zorn des vergangenen Wochenendes ist bei den Kölner Haien in der

Deutschen Eishockey Liga (DEL) allmählich verraucht. Am Sonntag hatte

man im vierten Saisonspiel gegen die Sinupret Ice Tigers aus Nürnberg

die vierte Niederlage bezogen und haderte mit sich selbst und

Schiedsrichter Richard Schütz. „Der war einfach nur schlecht“,

kritisierte Trainer Doug Mason, der schon während des gesamten

Saisonverlaufs Probleme mit den Unparteiischen hat. „Wir sind eine

Mannschaft, die von Tempo lebt und nicht von der Physis. Wir spielen

fair und haben trotzdem die meisten Zwei-Minuten-Strafen der Liga, das

muss mir bitte mal jemand erklären.“ Mason spekuliert, die Einstellung

der Schiedsrichter habe mit seinem eigenen Status zu tun. „Bei Hans

Zach haben sie anders gepfiffen. Als ich noch in Iserlohn war, hieß es

in der Liga immer, dass man in Köln permanent Unterzahl spielen muss,

weil der Zach die Schiedsrichter beeinflusst. Jetzt bin ich in Köln und

muss leider feststellen, dass es überhaupt keinen Haie-Bonus gibt, im

Gegenteil.“   An

der Niederlage gegen Nürnberg war allerdings nicht der Schiedsrichter

schuld, dies musste auch der aufgebrachte Kölner Trainer einräumen. Im

ersten Drittel führten die Haie mit 1:0 und spielten 10 Minuten lang

fast durchgehend in Überzahl, in dieser Phase hätte man die Partie

entscheiden können. „Das war der Schlüssel zum Erfolg“, sagte

Verteidiger Mats Trygg. „Jetzt brauchen wir eine kleine Serie, um

wieder Selbstvertrauen zu bekommen.“ Dies

wird nicht einfach zu bewerkstelligen sein, denn am Freitag treten die

Kölner zuhause gegen die Krefeld Pinguine an, um dann sechs

Auswärtsspiele hintereinander zu bestreiten, inklusive des

Pokal-Finales am 20. Februar in Mannheim. Das

Heimspiel gegen Krefeld wird keine leichte Angelegenheit, denn der

Tabellenzehnte vom Niederrhein gilt als technisch sehr stark. „Wenn du

mit den Pinguinen zockst, verlierst du“, sagte der ehemalige Kölner

Trainer Lance Nethery kürzlich vor einem Spiel gegen Krefeld und verlor

prompt mit den DEG Metro Stars, bei denen er nun als Manager angestellt

ist. Sein Freund und Nachbar Doug Mason sieht das ähnlich: „Gegen

Krefeld muss man hart auf den Körper spielen, Eins gegen Eins kommt man

kaum an den Pinguinen vorbei.“ Die erste Begegnung beider Teams in der

Kölnarena konnten die Haie knapp mit 2:0 für sich entscheiden, dank des

damals überragenden Torhüters Adam Hauser, der die Haie zum Saisonende

wohl verlassen wird. Hausers Vertreter Oliver Jonas steht ebenfalls vor

dem Absprung, betont allerdings, sich erst nach der Saison

entscheiden zu wollen.

Alexander Brandt