Haie fressen Panther restlos auf: 1:5 gegen Köln

Lesedauer: ca. 3 Minuten

Einige Fans hatten bereits vor dem Spiel gegen Köln

die Schnauze voll. Jedenfalls zeigten dies die Spruchbänder, die am Freitagabend

in Ingolstadt in der Südkurve hingen. Und nach der 1:5-Heimpleite der Panther

gegen die eigentlich harmlosen Haie waren die immerhin 3500 Zuschauer restlos

bedient: Je nach Temperament machten sie ihrem Unmut durch laute Pfiffe oder

mehr oder wenige prosaische Rufe („Laporte, du bist am falschen Ort“) Luft.

Einige blockierten sogar den VIP-Eingang der Saturnarena und forderten den

Rücktritt des Vorstandes. Dieser, genauer gesagt  der bei den Panthern

bestimmende Beirat, hatte sich jedoch schon längst zu einer Krisensitzung zurück

gezogen.   

Begonnen hatte das Spiel, dem Tabellenstand der

beiden Kellerkinder entsprechend, recht zerfahren. Es gab im ersten Drittel kaum

Torchancen und schon gar keine schönen Spielzüge. Einzig eine sehenswerte

Prügelei (Marcel Müller eindeutiger Punktsieger gegen Jakub Ficenec) lockerte

das triste Geschehen ein wenig auf.

Als dann allerdings Oldie Glen Goodall die Panther

Mitte des zweiten Drittels in Führung brachte, schien alles seinen gewohnten

Gang zu gehen. Die Gäste zeigten dann aber wenigstens im Powerplay, dass sie

doch Eishockey spielen können. Innerhalb von drei Minuten lagen die Haie

plötzlich in Führung. Je sicherer Köln danach wurde, umso nervöser zeigten sich

die heimischen Panther. Selbst eine 5-3-Überzahl konnten sie nicht zu einem Tor

nützen, was für Trainer Laporte letztlich der Schlüssel für die Niederlage

war.

Mitte des letzten Abschnittes machten es die Haie

dann viel besser und erzielten zwei weitere Treffer, die den Panthern endgültig

den Rest gaben. Von da an hörten sie auf zu spielen, was die Fans zusätzlich

ziemlich erbost hat. Der Rest der Geschichte ist bekannt.

Benoit Laporte (Foto by City-Press), der Vielgescholtene, war dann auch

auf sein Team ziemlich sauer: „Zwei Drittel lang war ich stolz auf meine

Mannschaft. Sie hatte immerhin fünf Ausfälle zu verzeichnen. In den letzten zehn

Minuten hat sie dann allerdings aufgehört zu kämpfen, was sie allein aus Respekt

vor den Fans und den Sponsoren nicht hätte tun dürfen.“

In der Tat: Ausfälle wie die von Yves Sarault, Bruno

St.Jacques und Doug Ast sind schwer zu verkraften. Das Fehlen von Matt Higgins

und Eric Nickulas in ihrer derzeitigen Form dürfte dagegen keine große

Schwächung bedeutet haben. 

Wie geht es nun weiter bei den Panthern, die

inzwischen auf den vorletzten Platz der Tabelle gerutscht sind? Geschäftsführer

Sven Zywitza, dem die derzeitige Situation sichtlich nahe geht, hat auch kein

Patentrezept. Ob ein Trainerwechsel, wie von den Fans seit Wochen gefordert,

allein schon aus finanziellen Gründen infrage kommt, erscheint zweifelhaft. Auch

der Wechsel des Managers, der sogar schon im Pay-TV als Gerücht gemeldet wurde,

wird wohl ein Gerücht bleiben. Zywitza: „Wir haben nicht mit Nürnbergs Manager

Sykora verhandelt und werden dies auch nicht tun.“ Was durchaus Sinn machen

würde, denn schließlich hat Benoit Laporte, ein Freund des bei den Ice Tigers

gescheiterten Otto Sykora, in Ingolstadt eine ungewisse Zukunft.

Einzig die Verstärkung des Spielerkaders erscheint

wahrscheinlich. Björn Barta und Scott King, beide derzeit noch bei den

insolventen Nürnbergern, sind als Kandidaten im Gespräch. 

Tore:

1:0  (27:14)  Goodall (Holland,

Greilinger)

1:1  (28:27)  Gogulla (Rudslätt, Ullmann)

1:2  (31:27)  Rudslätt (Johnson, Ullmann)

1:3  (46:46)  Rudslätt (Johnson, Julien)

1:4  (49:04)  Gogulla (Ullmann)

1:5  (52:29)  McLlwain (Lüdemann,

Melischko) 

Zuschauer: 3528 

Schiedsrichter: Piechaczek 

Strafen:  Ingolstadt   26 + 10 (Ficenec)     Köln  

28 + 10 (Moritz Müller) + 10 (Marcel Müller + 10 (Warriner)  

 

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