Haie erwarten heißes Duell um Platz 2

Die "Alex Hicks Initiative"Die "Alex Hicks Initiative"
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Auf die Kölner Haie wartet am Freitag Abend in der Deutschen Eishockey

Liga (DEL) der erste Höhepunkt des neuen Jahres, wenn sie beim ERC

Ingolstadt antreten. In diesem Spiel geht es nicht nur um den zweiten

Tabellenrang, den die Bayern derzeit mit zwei Punkten Vorsprung vor

Köln besetzen, es geht auch um Revanche.

Am 28. November

traten die Ingolstädter in der Kölnarena an, damals als Tabellenführer.

Man erwartete ein enges, spannendes Spiel, doch es kam ganz anders: Die

Haie fegten die Gäste mit 10:0 vom Eis und das Spiel machte bundesweit

Schlagzeilen. Nicht wegen des sensationellen Ergebnisses, sondern wegen

120 Sekunden am Ende des ersten Drittels, in denen sich beide Teams

eine Massenschlägerei lieferten. Ein gefundenes Fressen für die großen

Fernsehsender, die tags darauf sogar in ihren jeweiligen

Nachrichtensendungen Szenen von der Prügelei zeigten, das eigentliche

Ergebnis des Spiels dabei vernachlässigten.

Ingolstadt hat nach

der bösen Niederlage vom November mindestens zehn Gründe, mit

Revanchegelüsten in die Partie zu gehen. Zwischen beiden Teams scheint

sich ohnehin eine ganz besondere Rivalität aufzubauen. „Wir sind vor

zwei Jahren knapp in den Play-offs an Ingolstadt gescheitert, stehen

mit den Bayern meistens auf Augenhöhe, da hat sich schon eine besondere

Beziehung entwickelt“, sagte Kölns Geschäftsführer Thomas Eichin.

Weitere handfeste Auseinandersetzungen könnten sich seine Spieler

eigentlich nicht leisten, denn seit Wochen können die Haie nur mit drei

Sturmreihen antreten, weil immer wieder Spieler gesperrt, verletzt oder

international im Einsatz sind. Da kämen weitere Ausfälle durch

Spieldauer- Disziplinarstrafen zur Unzeit. Wer Eishockeyspieler kennt,

darf dennoch mit vollem Einsatz auf dem Eis rechnen, zumal Manager

Rodion Pauels einen Sieg seines Teams fordert: „Ich wollte drei Punkte

aus den beiden Spielen in Hamburg und Ingolstadt. In Hamburg gab es nur

einen Punkt, jetzt müssen wir am Freitag eben zwei Zähler holen.“

Pauels sucht

derweil den Markt nach einem möglichen Ersatz für den dauerverletzten

Stürmer Sean Tallaire ab. „Im Augenblick ist nichts für uns dabei, wir

müssen jetzt im Januar abwarten, ob Vereine in Europa die Play-offs in

ihren Ligen verpassen und dann Spieler abgeben, um Geld zu sparen. Ich

habe keine Eile mit einer Verpflichtung und werde mich in Ruhe umsehen.“

Thomas

Eichin sieht das ähnlich. „Wir holen nur Spieler, die auch zu uns

passen. Da können viele Fußball- Bundesligisten vom Eishockey lernen,

denn bei uns wird auch auf den Charakter eines Spielers Wert gelegt, er

muss menschlich zum Team passen“. Eichin spielte selbst 13 Jahre als

Profi in der Fußball-Bundesliga.

Alexander Brandt